{"id":601,"date":"2020-02-17T17:53:43","date_gmt":"2020-02-17T17:53:43","guid":{"rendered":"http:\/\/iancushing.de\/?p=601"},"modified":"2025-10-21T17:34:47","modified_gmt":"2025-10-21T15:34:47","slug":"02-2020-interview-de-bichergeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iancushing.de\/?p=601","title":{"rendered":"02\/2020 &#8211; Interview (De Bichergeck)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Jessica alias <a href=\"https:\/\/bichergeck.me\">De Bichergeck<\/a> hat mich nach Luxemburg zu einem Interview eingeladen. Virtuell, wenigstens. Aber ich freu mich sehr \u00fcber ihr Interesse, egal wo auf der Welt! Wusstet ihr, dass sie selbst Autorin ist? Viel Spa\u00df!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit f\u00fcr diese Fragen nehmen!<\/strong><br>\nIch danke dir, liebe Jessica, dass du mir deine Zeit schenkst und \nInteresse an mir hast! Ich hoffe sehr, dass es dich nicht st\u00f6rt, wenn \nich dich duze \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?<\/strong><br>\nBereits in der Schule habe ich am liebsten Aufs\u00e4tze und sp\u00e4ter \nInterpretationen und sowas geschrieben. Durch diverse Hobbys wurde mir \ndann im Laufe der Jahre \u00f6fter mal bescheinigt, dass ich das wohl ganz \ngut kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Ver\u00f6ffentlichungen ver\u00e4ndert? Wurden Sie vom Erfolg \u00fcberrascht?<\/strong><br>\nEs hat sich eindeutig positiv ver\u00e4ndert! Anfangs wusste ich \u00fcberhaupt \nnicht, ob ich das Zeug dazu hab, eine Geschichte zu schreiben (und \neigentlich wei\u00df man das auch nach den ersten Ver\u00f6ffentlichungen nicht \nwirklich), aber die Reaktionen der Leser waren einfach nur wundervoll! \nIch erhielt so viel positiven Zuspruch und Best\u00e4tigung von den Freunden,\n Lesern und Bloggern, dass es mich mehr als \u00fcberrascht hat. Und das ist \nes, wie ich meinen Erfolg definiere: einige Menschen mit meinen beiden \nB\u00fcchern \u201eIn Ewigkeit\u201c und \u201eDie Tr\u00e4ne der Zauberschen\u201c ber\u00fchrt zu haben! \nDas bedeutet mir weit mehr, als 1000 verkaufte B\u00fccher. Ich schreibe \nnicht, um reich und ber\u00fchmt zu werden. Das war nie der Ansporn, sondern \nich wollte immer meine Gef\u00fchle und Gedanken zum Ausdruck bringen. Klar, \ndas l\u00e4sst sich leicht sagen, wenn man \u201ekommerziell erfolglos\u201c ist, aber \nes ist die Wahrheit, hehehe. Der sch\u00f6nste Lohn, wenn man es so nennen \nm\u00f6chte, ist der direkte Kontakt zu den Lesern und wenn ich merke (oder \nsie mir sagen), dass meine Texte sie wirklich ber\u00fchrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieso haben Sie sich f\u00fcr den Selbstverlag entschieden?<\/strong><br>\nZum einen: Kein Verlag interessiert sich f\u00fcr einen Neuling, der einfach \nso auftaucht und der Meinung ist, dass er ein ganz tolles Buch \ngeschrieben hat. Das ist wohl auch verst\u00e4ndlich, denn ein Verlag muss \nzusehen, dass er die Kosten, die nicht unerheblich sind, wenn man ein \nBuch ver\u00f6ffentlicht, durch Verk\u00e4ufe wieder reinholt. Wenn der Newcomer \ndann nicht das erw\u00fcnschte kommerzielle Potential mitbringt, w\u00e4re es ein \nMinusgesch\u00e4ft, was Unternehmen nur sehr selten eingehen. Daher mache ich\n halt mein eigenes Minusgesch\u00e4ft, hahaha.<br>\nZum anderen: Ich liebe es, alles so zu machen, wie es in meinen Augen \n\u201esein soll\u201c. Ich finde es toll, dass ich \u00fcber jeden Schritt die \nKontrolle habe und durch jede Ver\u00f6ffentlichung etwas dazulerne. \nGleichzeitig hasse ich es auch manchmal, denn der kreative Prozess tritt\n dadurch stark in den Hintergrund und es w\u00e4re toll, zum Beispiel einen \nLektor zu haben, denn die \u00dcberarbeitung meiner Texte kostet mich \nmeistens mehr Zeit als das Schreiben selbst. Aber im Gro\u00dfen und Ganzen \nbin ich mit meiner Situation sehr gl\u00fccklich. Mit allen Hochs und Tiefs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist f\u00fcr Sie der schwierigere Moment \u2013 den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?<\/strong><br>\nEindeutig der letzte Satz. Komischerweise steht der erste Satz immer \nrecht schnell fest und nur ganz selten wird er danach ge\u00e4ndert. Ich \nwei\u00df, dass es viele Leser von dem ersten Satz abh\u00e4ngig machen, ob das \nBuch sie gefangen nimmt oder nicht, aber das Ende ist mir pers\u00f6nlich \nsehr viel wichtiger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben andere Autoren Sie beeinflusst \u2013 und wenn ja: Wie?<\/strong><br>\nIch denke, dass kreative Menschen auf irgendeine Art immer von allem \nbeeinflusst werden, was sie jemals gelesen, gesehen oder geh\u00f6rt haben. \nIm besten Fall geschieht diese Beeinflussung unbewusst, denn dann findet\n man irgendwann einen eigenen Stil.<br>\nIn der kommenden Kurzgeschichtensammlung wird es auch zwei Geschichten \ngeben, die ich als \u201eFan Fiction\u201c im weitesten Sinne bezeichnen w\u00fcrde und\n bei denen ich mich bewusst (und f\u00fcr jeden mehr oder weniger \nnachvollziehbar) habe inspirieren lassen. Das macht auch sehr viel Spa\u00df!\n Aber der eigene Stil, die eigene Idee sollte eigentlich immer im \nVordergrund stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?<\/strong><br>\nBei meinem Buch \u201eDie Tr\u00e4ne der Zauberschen\u201c waren es ziemlich genau 13 Monate von der Planungsphase bis zur Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?<\/strong><br>\nIch mache mir sehr viele Notizen in meinem Notibuch, arbeite auch \nmanchmal aus Spa\u00df Szenen handschriftlich aus, vor allem, wenn ich \nunterwegs bin. Aber grunds\u00e4tzlich schreibe ich an meinem Computer.<br>\nMein Arbeitsplatz ist irgendwas zwischen aufger\u00e4umt und chaotisch. Ich \nwei\u00df in dem Chaos allerdings immer, wo ich die kleinen Zettelchen, auf \ndenen ich mir unterwegs oder auf der Arbeit Notizen mache, finde. \nOrganisiertes Chaos, also.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EBooks oder Papierdruck?<\/strong><br>\nEindeutig Papierdruck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was halten Sie von Eselsohren in B\u00fcchern?<\/strong><br>\nMit Eselsohren habe ich kein Problem! Ich finde, man muss B\u00fccher mit \nRespekt behandeln, aber sie d\u00fcrfen auch gerne \u201egelesen\u201c aussehen. Und da\n ich meistens abends im Bett lese, habe ich keinen Post-it zu Hand und \nso markiere ich mir gerne mal ganz besondere Stellen in den B\u00fcchern mit \neinem kleinen Knick. Barbarisch, ich wei\u00df \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren B\u00fcchern zu Herzen?<\/strong><br>\nJa, denn sie k\u00f6nnen Anregungen sein! Man lernt durch die Meinungen und \nKritiken der Leser und daher ist es mir auch so wichtig, eine \nungefilterte, ehrliche Meinung zu erhalten, denn manchmal decken sie \nFehler oder Unzul\u00e4nglichkeiten auf, die ich selbst nicht erkannt habe.<br>\nEs ist allerdings nicht so, dass ich dann beim n\u00e4chsten Mal jede Kritik \nund Anmerkung umsetze oder beherzige. Das ist ja das sch\u00f6ne als \nSelfpublisher: Man macht alles so, wie man es f\u00fcr richtig h\u00e4lt und \nschreibt in erster Linie f\u00fcr sich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist das Ger\u00e4usch\/der Geruch Ihrer Kindheit?<\/strong><br>\nIch erinner mich manchmal tats\u00e4chlich an einen ganz bestimmten Tag. Ich \nwar noch in der Grundschule, es waren Sommerferien und ich bin morgens \nin den Garten gegangen. Die Sonne schien bereits warm auf meine Arme und\n kann mich heute noch an das besondere Licht, dieses Gef\u00fchl und vor \nallem den Duft erinnern. Ich kann nicht sagen, wonach es im einzelnen \ngeduftet hat, aber es war eine Mischung aus Blumen und Bl\u00fcten, der Erde \nund der Kieselsteine, die langsam von der Sonne erw\u00e4rmt wurden, w\u00e4hrend \nder Tau auf dem Rasen verdunstete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erf\u00fcllt?<\/strong><br>\nPuh, da habe ich jetzt lange dr\u00fcber nachgedacht und bin zu dem Schluss \ngekommen, dass ich keine Kindheitstr\u00e4ume hatte oder habe; weder erf\u00fcllt \nnoch unerf\u00fcllt.<br>\nW\u00fcnsche und Hoffnungen, die meinen aktuellen Projekten entspringen, gibt es aber wirklich mehr als genug!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben \u00e4ndern k\u00f6nnten \u2013 was w\u00e4re es, und warum?<\/strong><br>\nIch w\u00e4re gern mit ein ganz klein wenig mehr Selbstbewusstsein \nausgestattet; die st\u00e4ndigen Zweifel und Gedanken, ob \u201ees nicht noch \nbesser geht\u201c und so weiter, sind auf Dauer eher hinderlich (wenngleich \nes auf eine gewisse Weise auch daf\u00fcr sorgt, dass ich meine \u201eAufgaben\u201c so\n gut wie irgend m\u00f6glich ist erledige).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Figur aus einem Roman oder einem Film w\u00fcrden Sie gerne treffen \u2013 und was w\u00fcrden Sie ihm \/ ihr sagen?<\/strong><br>\nIch glaube, ich w\u00fcrde mich lieber mit realen Menschen treffen. Da gibt \nes einige, die ich sehr bewundere und mit denen ich gerne mal in einem \nRaum zusammen w\u00e4re, ohne, dass sie Notiz von mir nehmen m\u00fcssten, denn \nvermutlich w\u00fcrde ich kein Wort herausbekommen. Bob Dylan, John Cleese \noder Stephen King, zum Beispiel. Ich w\u00fcrde sie einfach nur ein paar \nMinuten beobachten wollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet Familie f\u00fcr Sie?<\/strong><br>\nGl\u00fccksspiel. Familie kann man sich nicht aussuchen, aber bis zu einem \ngewissen Grad der Verwandtschaft habe ich wirklich Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben Sie ein Lieblingsbuch?<\/strong><br>\nDas ist \u201eDer Steppenwolf\u201c von Hermann Hesse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lieblingszitat?<\/strong><br>\nSo ziemlich jeder Satz aus dem \u201eSteppenwolf\u201c und<br>\n\u201eSame shit, different day\u201c \u2013 Stephen King<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie sich in drei W\u00f6rtern beschreiben?<\/strong><br>\nZweifelnd. Unsicher. Mutig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?<\/strong><br>\nDen wichtigsten Menschen in meinem Leben durch Worte, Taten oder kleine \nGesten zu verstehen gegeben zu haben, wie viel sie mir bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?<\/strong><br>\nB\u00fccher zu ver\u00f6ffentlichen und Karmazid zu fragen, ob er die Cover f\u00fcr mich zeichnet.<br>\nUnd meine Frau zu heiraten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann k\u00f6nnen Ihre Leser mit dem n\u00e4chsten Buch rechnen?<\/strong><br>\nIch bin sehr stolz, dass eine Kurzgeschichte in der Anthologie \u201eZombie \nZone Germany: Der Beginn\u201c beim Amr\u00fbn Verlag zur Leipziger Buchmesse \nMitte M\u00e4rz erscheinen wird! Es ist sehr spannend f\u00fcr mich, ein Teil \ndieses gro\u00dfen Projektes zu sein, zumal es mir einen winzigen Einblick in\n die Welt der Verlagsarbeit erm\u00f6glicht. Die Geschichte wird eine \nvollkommen andere Facette meiner Pers\u00f6nlichkeit zum Ausdruck bringen und\n ich bin sehr nerv\u00f6s, wie die Leser von \u201eIn Ewigkeit\u201c und \u201eDie Tr\u00e4ne der\n Zauberschen\u201c, aber auch alle anderen, die noch nie etwas von Ian \nCushing gelesen haben, reagieren werden.<br>\nDar\u00fcber hinaus arbeite ich gerade an dem Feinschliff meiner eigenen \nAnthologie, die ich vermutlich bereits im Sommer oder Herbst 2020 als \nSelfpublisher ver\u00f6ffentlichen werde. Es dauert also nicht mehr lange, \nbis man neue Geschichten von mir zu lesen bekommt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jessica alias De Bichergeck hat mich nach Luxemburg zu einem Interview eingeladen. Virtuell, wenigstens. Aber ich freu mich sehr \u00fcber ihr Interesse, egal wo auf der Welt! Wusstet ihr, dass sie selbst Autorin ist? Viel Spa\u00df! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit f\u00fcr diese Fragen nehmen! 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