12/2021 – Ein kurzer Rück- und ausführlicher Ausblick [Ein Selbstgespräch]

Liebe Zuckerperlen!
Dieses Jahr fällt der Jahresrückblick deutlich reduzierter aus, aber stattdessen werde ich einen Einblick geben, was sich in meinem Autorenleben in der nächsten Zukunft verändern wird.
Diese Gedanken beschäftigen mich bereits seit langer Zeit und die Tage zwischen den Jahren möchte ich nutzen, sie auszusprechen. Jeder einzelne Punkt wäre eines eigenen Beitrags würdig und hat immer verschiedene Perspektiven, aber aktuell sind diese Gedanken dabei heraugekommen, die Ihr im folgenden lesen könnt. Ich habe lange überlegt, wie ich alles aufschreiben soll, aber wie könnte es besser geschehen als genau auf die Weise, wie sie mir durch den Kopf gehen? Also: Willkommen in meinem Kopf, in dem ich einen Schwatz mit Hank halte.


Hank: Moin, Cushing! Was läuft bei dir? Was macht das Geschäft?
Ian: Ich will nicht klagen, Hank. 2021 war zwar das ruhigste Jahr seit 2018, was Verkäufe angeht, aber ich war aus verschiedenen Gründen auch eher zurückgezogen, was schamlose Buchwerbung betrifft. Der Zusammenhang zwischen Onlinepräsenz, beharrlicher Werbung und Verkäufen wird dadurch sehr deutlich.

(Hank: Eine Grafik! Ich werde verrückt! Angaben vermutlich in „Millionen verkauften Einheiten“ 🙂)

Soll ich für dich in der Fußgängerzone singen?
Danke für das Angebot, aber mit deiner Stimme wirst du nur wieder wegen Ruhestörung verhaftet. Es hat sich zwar über die Jahre ein ordentlicher Batzen angesammelt, und darüber hinaus sind schon die ersten Ausgaben für das nächste Buch getätigt worden … Aber du weißt doch: Hobbys kosten Geld. Du musst deine Herrengedecke im Landhotel ja auch bezahlen. Ich denke, wir beide haben deswegen keine schlaflosen Nächte, oder?

Da ist was dran. Dass du ein Pleitegeier bist, wissen wir ja schon länger … aber sonst? Bist du wenigstens zufrieden?
Fiese Frage, Hank. Zum einen bin ich sehr zufrieden. Ich bin schließlich noch da! Spaß hatte ich – neben den vielen Gesprächen mit wundervollen Menschen und Freunden – vor allem mit dem Rezi-Recycling und den zwei Give-away-Aktionen, die daraus resultierten. Es hat mir Freude bereitet, mal nicht über mich zu quatschen, sondern geballt zu zeigen, was mich persönlich begeistert und unterhalten hat.

Und zum anderen? Mir kannst du nichts vormachen … Es herrscht ordentlich Unruhe in deinem Oberstübchen und das nervt mich. Du weißt, ich brauche meinen Schönheitsschlaf.
Sorry, Hank. Ich wollte dich nicht stören. Aber ja … mir gehen schon sehr lange viele Gedanken durch den Kopf.

Schwafel nicht rum, ich will gleich los! Was hast du vor?
Okay. Mein nächstes Buch soll 2022 erscheinen, und ich habe mich gefragt, ob der Weg, den ich zuletzt gegangen bin, der richtige Weg für mich ist. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass sich einiges ändern sollte, damit ich wieder entspannter bin und mit mehr Freude an die Sache gehen kann.


Manchmal träume ich schwer, und dann denk ich es wär
Zeit zu bleiben und nun was ganz andres zu tun
So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar
Dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Was verstehst du an »schwafel nicht rum« nicht, verdammt?
Geduld, mein imaginärer Freund! Weil du es bist, versuche ich tausend Gedanken einzudampfen und nur die Essenz herauszufiltern.

Ich hatte dieses Jahr stark mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Zu einem Großteil betrafen sie mein »Projekt M:L« und ich weiß nicht mehr, wie oft ich es einfach alles hinschmeißen wollte. Die Geschichte, die Umsetzung, der Sinn … ständig stellte ich alles infrage, anstatt einfach mein Ding durchzuziehen und zu sehen, wohin es mich führt. Es gab auch derbe Rückschläge in der Planung und Umsetzung, die ich erst einmal verdauen musste, aber über die Hintergründe zu »Projekt M:L« werde ich zu späterer Zeit ausführlich berichten. (Spoiler: Die Zweifel und ich haben momentan halbwegs unseren Frieden geschlossen und die Geschichte wird im kommenden Jahr auf Euch losgelassen!)
Doch wenn man eh schon in einer zweifelnden Stimmung ist, treten automatisch auch andere Umstände zutage, die das Talent haben, einen wahnsinnig zu machen:

Ich kümmere mich zu viel um Dinge, die mir ursprünglich nicht wichtig waren, es dann aber wurden, weil ich schlichtweg vergessen habe, was für mich wirklich zählt und warum ich hier bin. Ich habe das Gefühl, dass der kleine Ian irgendwann angefangen hat, nicht nur Autor, sondern auch Geschäftsmann zu spielen. Ich bin unweigerlich in einen Sog geraten und ehe ich mich versah, dachte ich wie ein Businesstyp, für den das Marketing im Vordergrund stehen müsste. Bis zu einem gewissen Grad ist das selbstverständlich logisch und berechtigter Teil des Jobs, denn Käufer bedeuten Leser (und auf Leser kommt es mir an), aber sobald das den Großteil der Zeit frisst und vor allem unglücklich macht, stimmt etwas nicht. Und dass ich ein mieser Geschäftsmann bin, ist wohl auch bekannt. Und gerade weil diese Gedanken mich selbst überraschten, habe ich mich einfach noch weiter zurückgezogen. Klingt paradox, oder? Aber ich habe von Anfang an gespürt, dass das nicht mein Weg ist, und bin wohl ein bisschen bockig geworden, hahaha.

Der nächste Punkt, der mit dem ersten einhergeht, ist, dass ich das Gefühl habe, als Autor ständig in den sozialen Medien präsent sein zu müssen. Tauche ich für einige Zeit ab, wird mein Konto uninteressant für Tante Meta und ich riskiere, dass die anderen mich vergessen und ich untergehe. Allerdings gehöre ich nicht zu den Usern, die täglich Beiträge rausschleudern; generell bin ich nicht der gesprächigste Mensch unter der Sonne (von diesem Interview, wichtigen Beiträgen und den Unterhaltungen mal abgesehen), aber das verleidet mir das Ganze schon etwas.

Doch wenn ich sehe, was andere zu leisten imstande sind, fangen die Selbstzweifel an, Rumba zu tanzen. Plötzlich drehen sich die Gedanken nur noch nebenbei um eine neue Geschichte. Stattdessen beschäftigt sich mein Kopf ungewollt damit, wie ich mehr Leser erreichen kann; damit, ob ich weitere Blogs ansprechen soll; damit, wie Kollegen*innen oder Blogger*innen es schaffen, so unglaublich präsent zu sein und riesige Followerzahlen mit täglichen Beiträgen zu unterhalten. Manchmal ist das virtuelle Universum schrecklich frustrierend, wenn man den Fokus verliert. Und nein, es hat nichts mit Neid zu tun, falls das jemand denken sollte, denn ich gönne jeder*m einzelnen Selfpublisher den größtmöglichen Erfolg (wer mich kennt, weiß das sicherlich).

Instagram und Facebook kosten einfach viel Energie und Zeit und beides bringe ich momentan nicht auf. Ich möchte meine Freizeit, und die Zeit, die ich davon im Netz verbringe – und besonders wie ich sie verbringe –, selbst bestimmen und nicht vom heiligen Algorithmus oder meinen kruden Gedanken bestimmen lassen. Die sozialen Medien sind eine waschechte Hassliebe mit Suchtfaktor. Aber wer kennt das nicht?

Im Privaten ist auch einiges los. Mein bezahlter Job hat sich in den letzten Monaten stark verändert und lässt mir kaum noch Luft zum Atmen. Wie ich jemals ein neues Projekt schreiben soll, ist mir momentan bei der Belastung wirklich nicht klar! Das wird eine echte Herausforderung.
Die generelle gesellschaftliche Situation und die Unruhe, die lauten Meinungsbekundungen, die Unvernunft aller Menschen (ob geimpft oder ungeimpft) belasten mich ebenfalls, und alles zusammen sorgt für jeweils verschiedene Arten von Frustration, Zweifeln.

Manchmal muss ich einfach den Stecker ziehen, bevor mir durch zu viel Input die Leitung durchschmort. Kurzum: Die ganze Welt und die Stimmen in meinem Kopf waren in diesem Jahr einfach zu laut und unruhig. Ich war dieses Jahr häufig extrem gestresst und teilweise überfordert, und das wiederum wirkt sich auf mein Hobby aus, für das mir dann einfach die Energie fehlt; das betrifft die Online-Zeit, die Lust, für meine Bücher zu werben, aber besonders die Arbeit an dem Projekt. Ich habe noch nie so lange an einem Projekt gearbeitet, wie an »Projekt M:L« (wobei das auch andere Gründe hat), aber es liegt zum Großteil daran, dass ich nach Feierabend vielleicht eine, maximal zwei Stunden Energie habe.

Aber beenden wir das Mimimi und beschränken uns auf das Kernproblem meines Autorendaseins: Das Schreiben trat in den Hintergrund und das Business und Drumherum drängten sich leider auf manchmal irrationale Weise in den Vordergrund.

Vielleicht bin ich der einzige Mensch den das stört oder wir sind Legion … ich weiß es nicht. Manche Autoren*innen gehen darin auf und fühlen sich wie ein Fisch im Wasser, aber mir persönlich gefällt diese Entwicklung nicht, denn das bin nicht ich.


Denn was neu ist, wird alt, und was gestern noch galt
Stimmt schon heut oder morgen nicht mehr

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Wie denkst du, kannst du dich dieser Spirale entziehen?
Ich habe mir mein Autorenleben in aller Ruhe angeschaut und erkannt, dass ich die Gelassenheit verloren habe, die mir in den ersten Jahren zu eigen war. Aber ich habe mich an sie erinnert wie an einen alten Freund, den ich gern wiedersehen möchte und weiß wieder, was ich will: Geschichten erzählen und Bücher veröffentlichen. Und das mache ich so gut ich kann.
Statistiken und vage Möglichkeiten, mysteriöse Algorithmen, Wahrnehmung und Sichtbarkeit, Erwartungen haben mir allerdings mein Hirn ein wenig verdreht, aber ich bin zu dem revolutionären Schluss gekommen, dass ich das Spiel gar nicht mitspielen muss!
Also werde ich zukünftig das tun, was ich am besten kann: 100% Ian Cushing sein. Ich werde manche Dinge verändern, meinen eigenen Weg gehen und verspreche mir dadurch wieder mehr Spaß und Fokus darauf, was mir gefällt. Einge wenige meiner Freunde und Kollegen*innen kennen diesen Gedanken seit längerer Zeit (noch vor »Absorption«) bereits als »Untergrund-Gedanken« und ich sehe keinen Grund, diesem Gedanken jetzt nicht mit allen Konsequenzen zu folgen. Hach, ich fühle mich wie ein Partisan im Kampf für die Selbstverwirklichung!

Ich wusste, dass so ein Spruch kommt, nachdem du erst mit Begeisterung »Haus des Geldes« geguckt hast und seitdem immer »Bella ciao« unter der Dusche trällerst. »Ein Partisan ist ein bewaffneter Kämpfer, der nicht zu den regulären Streitkräften eines Staates gehört.« Wirst du Spinner auf deine alten Tage militant?
Quatsch. Ich kämpfe nicht gegen jemanden oder etwas, sondern ich setze mich friedlich für eine Sache ein, von dem ich mir mehr peace of mind erhoffe!
Genau wie jeder andere kämpfe ich darum, gelesen zu werden; aber vielleicht in Zukunft mit anderen Mitteln, aus anderen Gründen und vor allem in anderem Umfang. Doch weiß ich, dass beständiges Wachstum nicht mein Ziel ist.

Für mich bedeutet der neue Pfad Eigenverantwortung, Inspiration und Freiheit! Er verspricht mir ganz leise das Glück, meinen Kopf aus bestimmten Mechanismen zu lösen und wieder frei zu sein. Back to the roots.
Es ist schwer zu erklären, aber es fühlt sich an, wie eine Zwangsjacke: Buch schreiben, veröffentlichen und anschließend so viel wie möglich davon verkaufen … sie sind ja on demand endlos erhältlich! Und am besten natürlich mehr Exemplare als von dem vorherigen Buch! Solch ein Denken macht mir keinen Spaß. Natürlich will ich gelesen werden, aber mir reicht es, wenn ich eine bestimmte Anzahl von Lesern*innen für meine Geschichten begeistern kann. Für viele Kollegen*innen wäre der Schritt, mein »Business« meiner realistischen Marktgröße anzupassen, vermutlich ein Schritt zurück, aber für mich ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe jedenfalls keine Angst davor, ein kleiner Fisch in einem großen Teich zu sein. Vielleicht gibt weitere Menschen, denen es ähnlich geht, und wir wachsen zu einer Armee der Individualisten und führen gemeinsam die Feder des Partisanen. La penna del partigiano.

(Zeichnungen: Karmazid; Schriftzug und Gestaltung: Ian Cushing)

Was heißt »dein Business deiner Marktgröße anpassen?«
Wenn ich mir anschaue, was ich erreicht habe, denke ich, dass ich dort angekommen bin, wohin ich mit meinen Möglichkeiten und meinem Einsatz kommen kann! Ich habe bereits jetzt viel mehr Menschen erreicht, als ich mir jemals hätte träumen lassen! Nicht die (Verkaufs-)Zahlen entscheiden, sondern ob man mit dem, was man erreicht, zufrieden ist.
Über die Jahre hat sich eine Sache bestätigt, die von vornherein feststand: Ich schreibe für einen überschaubaren Kreis von Lesern. In meinem »früheren Leben« habe ich das ein oder andere kreative Projekt durchgezogen, und die waren immer auf eine überschaubare Zahl von Menschen ausgelegt. Diese Art, meine Projekte zu realisieren, habe ich vermisst und übertrage es auf mein Autorendasein.

Mann, Cushing! Komm endlich auf den Punkt! Ich will heute noch ins Landhotel!
Ich versuche es anhand meines kommenden Projekts zu erklären und gleichzeitig noch nicht zu viel zu verraten. Das nächste Projekt wird ein besonderes sein:
Das Buch soll aussehen, wie ich ganz persönlich Bücher gern sehe und anfasse. Darüber hinaus werde ich vermutlich selbst Hand an ein oder zwei Details legen und es dadurch noch individueller gestalten.
Leider kann mir kein Print-on-demand-Anbieter diese Ausstattung zu einem akzeptablen Preis bieten und daher wird es ein Privatdruck werden!

Mal davon abgesehen, dass das Buch so erscheint, wie ich es mir bereits seit »Fünf Minuten« als Sonderauflage neben dem Taschenbuch / eBook immer gewünscht, es aber aus finanziellen und rationalen Gründen nicht umgesetzt habe, habe ich zukünftig eine eindeutige Mission: »meine« Buchexemplare an die Leser*innen zu bringen. Das ist ein klares Ziel im Vergleich zu der abstrakten Möglichkeit, unendlich viele Bücher on demand zu verkaufen. Ich orientiere mich durchaus an anderen Künstlern, Labels und Verlagen, die ihre Veröffentlichungen in begrenzter Stückzahl anbieten. Diese Idee ist nicht neu, aber fühlt sich für mich wirklich anders an. Persönlicher, wärmer, besser. Und in meinen kühnsten Tagträumen wird es großartig sein, wenn ich verkünden kann: Das Buch ist ausverkauft und jedes Exemplar hat seine Leser erreicht!
Das ist mein Ausstieg aus dem Hamsterrad und ich kann früher oder später ein Projekt als (mehr oder weniger) abgeschlossen betrachten.

Ob ich für das gedruckte Buch eine möglichst realistische Auflagenhöhe selber schätze oder vielleicht eine großangelegte Vorbestellaktion durchführen werde und die Leser*innen dadurch die Auflage bestimmen, weiß ich noch nicht. Vermutlich wird es ein Mix aus beiden Varianten, denn verbindliche Vorbestellungen werden mir sehr bei der Planung der Auflagenhöhe helfen.

Ich weiß, dass es viele Leser gibt, die eBooks bevorzugen und keine gedruckten Bücher lesen; daher habe ich mich entschieden, das Buch gleichzeitig als eBook anzubieten. Auch wenn ich die Möglichkeiten des eBooks selbst nicht nutze, darf und werde mich dem natürlich nicht verschließen, denn es sind zwei völlig unterschiedliche Kanäle für völlig unterschiedliche Lesegewohnheiten.
Fakt ist aber: Einen Nachdruck der »Liebhaber-Edition« wird es niemals geben und zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich eine spätere Taschenbuchausgabe ebenfalls aus. Wer also bei der limitierten Edition nicht zuschlägt, darf scrollen, aber nicht blättern. Eine Sache besorgt mich allerdings etwas …

Na los, schütte dein Herz aus!
Würdest du bitte aufhören, mit den Augen zu rollen?
Es wird sicherlich nicht einfach, die potentiellen Leser*innen dazu zu bringen, das Buch direkt beim Autor zu bestellen! Es ist ja schon schwierig, die »alten« Bücher direkt aus meinem Regal heraus zu verkaufen, und bei denen weiß der/die Leser*in anhand von Rezensionen etc. schon ungefähr, worauf er/sie sich einlässt.
Ich weiß nicht, warum das so ist. In letzter Zeit verkaufe ich hier und da mal ein Buch, aber selten direkt, sondern meist über Amazon oder andere Anbieter … Ist ja auch schrecklich bequem und natürlich freu ich mich über jede*n Leser*in! Und doch hoffe ich, dass die Leser*innen zukünftig den kleinen Umweg über das Kontaktformular oder private Nachricht bei Instagram oder Facebook gehen werden.

Verkaufst du jetzt Katzen im Sack?
Quatsch! Natürlich werde ich im Vorfeld ordentlich Werbung machen. Das wird ein kleines Bombardement an Infos, sehr ausführlichen Leseproben, kürzeren Auszügen und Hintergrundinfos.
Diese Zeit in den sozialen Medien ist dann wahrlich gut angelegt, und ich werde sie definitiv genießen, denn sie hat einen Grund und ein Ziel! Dafür werde ich jede Unterstützung brauchen, die ich bekommen kann!
Die Aufgabe, alle interessierten Leser zu erreichen, wird für mich also noch intensiver als bisher, denn die »Vermarktung« (ich hasse dieses Wort) und Verantwortung liegen allein in meiner Hand!
Für die Zeit nach der Veröffentlichung verspreche ich mir mehr Gelassenheit. Bin ich aktiv, hoffe ich bestenfalls auf neue und interessierte Leser*innen und Reaktionen; bin ich aber faul, nehme mir eine Pause oder sogar die Zeit, an einer neuen Geschichte zu schreiben (verrückter Gedanke, oder?), muss ich mich keinen falschen Hoffnungen hingegeben und kann sowohl meine Erwartungen als auch die sozialen Medien komplett ausschalten. Was in der Konsequenz hoffentlich dafür sorgt, dass ich den herrlichen Zirkus einfach wieder mehr genießen kann. Bevor alles zu einer Art Job wurde (denn kleine Autoren kämpfen jeden Tag dagegen, vergessen zu werden), haben die sozialen Medien Spaß gemacht, und genau da will ich ja auch wieder hin. Less job – more fun.

Freundchen, du fängst jetzt aber nicht das Schludern an, oder? Selfpublisher haben ja in der Öffentlichkeit oftmals einen fragwürdigen Ruf – glotz nicht so, ist selbstverständlich nicht meine Meinung – und ist es nicht verlockend, einfach mal ein Auge zuzudrücken, was Sorgfalt und Umsetzung angeht, wenn man eh nur für eine Handvoll Leute schreibt?
Ich kann versprechen, dass ich noch besessener an der Geschichte, der Umsetzung und der Gestaltung des Buches gearbeitet habe als bisher! Ich werde für diese kleine Auflage alles geben, um sie so gut zu erschaffen, wie ich es mir möglich ist und wie ich es mir selbst erträume.
Aufgrund der geplanten Ausstattung und begrenzten Anzahl werden die Bücher ihren Preis haben müssen und allein aus diesem Grund schulde ich jedem einzelnen Käufer, dass ich mein Bestes gebe und das Buch zu etwas Besonderem mache!

Ich habe allerdings gelernt, dass ich irgendwann an meine Grenzen stoße, denn ich werde nie so perfekt sein, wie ich es gern wäre. Quatsch! Dass ich nicht perfekt bin, weiß jeder, der mich kennt, und ich weiß es eh am besten. Ich meine damit, dass meine Bücher nicht perfekt sind, da sich nach etlichen Monaten Arbeit an dem Text einfach eine Betriebsblindheit einschleicht, und ich die einfachsten Tippfehler nicht mehr sehe, weil mein Hirn ja schon weiß, was da stehen sollte.
Für jemanden wie mich ist es wahrlich schwer, sich das selbst einzugestehen, da mein Anspruch an mich sehr hoch ist, und ich erkennen musste, dass es manchmal einfach nicht genügt. Das nagt an mir und beschäftigt mich …
Auf eine gewisse Weise bin ich dabei, an den Auswirkungen auf mein Selbst zu arbeiten. Was definitiv nicht bedeutet, dass ich nicht 100% gebe oder Tippfehler oder ähnliches abfeiern werde, ganz im Gegenteil. Das ist immer noch äußerst nahrhaftes Futter für den inneren Dämonen.
Auf der Haben-Seite steht allerdings, dass man mit jedem Buch und jeder Geschichte etwas dazulernt, und wie in jedem Handwerk macht Übung den Meister.
Übrigens ist es ein Mythos, dass Bücher großer Autoren bei namenhaften Verlagen, die durch mehrere Lektorats- und Korrekturvorgänge gelaufen sind, fehlerfrei sind. Das soll auf keinen Fall nach einer Entschuldigung klingen … ist es nämlich nicht. Für keine Seite. Wir sind alles nur Menschen.
Ich zähle weiterhin auf die großartige Hilfe von Freunden, auch wenn ich weiß, dass das kein professionelles Korrektorat oder Lektorat ersetzt. Wobei … diesmal habe ich noch größeres Glück als bisher, denn was Virginia Anemona als Testleserin, Korrektorin und Lektorin in Personalunion aus dem Text herausholt, übertrifft meine Erwartungen, die ich an ein professionelles Lektorat/Korrektorat stellen würde, bei weitem.

Dann sei doch mal nicht so knausrig!
Das sagt der, der mietfrei in meinem Hirn wohnt …

Hey! Dafür hast du mich auch schon wiederholt für deine Geschichten benutzt! Wo bleibt mein Scheck?
Das Thema Geld hatten wir doch schon! Ich hatte in einer verzweifelten Phase, als ich den Glauben an alles verloren hatte, sogar daran gedacht, das Buch an einen professionellen Dienstleister zu geben. Aber schau mal:
Ein Korrektorat kostet, werfen wir eine realistische Zahl in den Raum, 3 Euro pro Normseite. Mein Projekt hat ungefähr 330 Normseiten. Das macht 990 Euro für ein Korrektorat.
Und jetzt nehmen wir »Absorption« als Beispiel. Pro verkauftem Buch (über eine Buchhandlung) bleiben vom Verkaufspreis stolze 1,59 Euro bei mir hängen.
Das bedeutet, dass ich 623 Bücher verkaufen müsste, um allein die Kosten für das Korrektorat wieder einzunehmen – und du weißt, dass noch viel mehr Kosten anfallen. Ich werde mein Lebtag nicht diese Anzahl von Büchern verkaufen, gleichgültig, wie viele Bücher ich noch veröffentlichen werde (auch nicht mit Lektorat)! Ich werde auch mit »Projekt M:L« kein Geld verdienen, aber vielleicht gelingt es mir, die Kosten reinzubekommen.

Da kann jetzt jemand von mir aus von Amateurhaftigkeit schwafeln oder mit dem Finger auf den dilettantischen Selfpublisher Ian Cushing zeigen, aber für jemanden meiner Größenordnung ist eine solche Investition schlichtweg unlogisch.
Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Pfennigpfuchser bin und gern Geld für mein Hobby ausgebe, aber es muss in einer vernünftigen Relation stehen.
Und wenn ich es mit etwas Abstand betrachte: So grauenvoll waren meine bisherigen Veröffentlichungen auch nicht, oder? Immerhin wurden sie von der einen oder dem anderen sogar zu All-time-favourites gekürt! Und solche Reaktionen geben mir die Kraft und vor allem Mut, das Ding auf meine Weise weiterhin durchzuziehen, solange meine Buchveröffentlichungen eine One-Man-Show (with great help from my friends) sind.

Die Erkenntnis (auch wenn sie für mich alles andere als neu oder überraschend ist), dass ich niemals hunderte oder gar tausende Bücher verkaufen werde, fühlt sich befreiend an! Zu erkennen, wer man ist und wo man steht, macht den Blick frei und man gewinnt neue Inspirationen, wie man sich in seiner eigenen kleinen Welt bewegen sollte. Und mir hat es neue Kraft gegeben, um mich weiterhin und noch weiter abseits des Mainstreams zu bewegen.
Eines verspreche ich meinen Lesern: Ich werde stets mit Leidenschaft und Hingabe meine Geschichten schreiben, mit Wonne den Genregrenzen trotzen, euch auf düstere Reisen mitnehmen und immer zu 100% Ian Cushing sein.

Und was machst du, wenn du aus Versehen einen Bestseller schreibst und keine Sau jemals davon erfährt, weil niemand seine Meinung kundtut oder eine Buchbesprechung kommt?
Bestseller … echt jetzt, Hank? Ich glaube, du verwechselst mich.
Klar, ich wäre sicher traurig oder enttäuscht, wenn ich kein Feedback in Form von Rezensionen und Meinungen und vielleicht sogar einem Interview oder einer tollen Aktion bekäme, aber du hast recht … ich blockiere meine ursprünglich angestrebte literarische Weltherrschaft durch diesen Weg womöglich selbst. Ich befürchte nämlich, dass es lediglich eBooks als Rezensionsexemplare geben wird. Die Produktionskosten für ein Print-Exemplar schätze ich momentan auf 20 bis 30 Euro; je nachdem, für welche Variante und Auflage ich mich letztendlich entscheiden werde!


Dass man mich kaum vermisst, schon nach Tagen vergisst
Wenn ich längst wieder anderswo bin
Stört und kümmert mich nicht, vielleicht bleibt mein Gesicht
Doch dem Ein‘ oder Andern im Sinn

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Meine Hoffnung ist, dass sich einige Leser*innen finden, die eine Rezension schreiben oder mir persönlich durch eine E-Mail oder Nachricht ein Feedback geben, obwohl sie ihr Taschengeld in den neuen Cushing investieren mussten. Das ist weiterhin wichtig für mich, weil ich ja noch nicht am Ende bin und die ein oder andere Idee noch umsetzen möchte … und ja … will man etwas an den Mann/die Frau bringen, braucht man Aufmerksamkeit!

Falls ich Rezensionen erhalte, werde ich mir (neben der eBooks) sicherlich etwas zum Dank ausdenken, denn kein*e Autor*in der Welt (und schon gar nicht so ein kleiner Fisch wie ich) sollte die Mühe und Hingabe, die die Blogger*innen und Leser*innen in ihre Rezensionen fließen lassen, als gegeben hinnehmen.

Was passiert mit den Büchern, die bereits erschienen sind? Oder die, die vielleicht noch kommen?
Bei »In Ewigkeit«, »Die Träne der Zauberschen« und »Absorption« wird sich nichts ändern. Sie bleiben verfügbar, wie sie sind. Das war damals eine Entscheidung, an der ich festhalte. Es macht jedenfalls keinen Sinn, sie vom Markt zu nehmen, auf eigene Kosten eine Deluxe-Ausgabe zu drucken und zu hoffen, dass jemand zuschlägt, weil diese Bücher die meisten Leser bereits gefunden haben. Ich würde mich allerdings freuen, über die Zeit den Bestand an Eigenexemplaren auf Null zu reduzieren.
Okay, den Traum einer Liebhaber-Gesamtausgabe werde ich weiterhin träumen, aber die sollte dann auch das Gesamtwerk enthalten und so weit bin ich noch lange nicht.

Was mit den kommenden Büchern sein wird? Das ist spannend, denn ich habe absolut keine Ahnung! Das Dasein als Hobbyautor ist ein verschlungener Pfad und ich habe wirklich keine Idee, wohin er mich führen wird. Vielleicht erscheinen sie der Einfachheit halber wieder über Print-on-demand oder als Privatdruck oder bei einem Verlag oder ganz anders! Sollte mein Privatdruck-Experiment scheitern, habe ich bereits einen weiteren Plan in der Tasche, der den Partisanengedanken auf die Spitze treiben wird …

Okay, Cushing. Ich habe mir jetzt gefühlt eine Ewigkeit alles geduldig angehört und muss dir sagen: So schrecklich neu ist dein Gedanke nun auch nicht. Vermutlich enttäusche ich dich, aber du hast das Rad nicht neu erfunden, Fräulein. Vielleicht bist du einfach ein Hasenfuß und lässt dich von deinen Selbstzweifeln verrückter machen als du eh schon bist.
Du bist ein weiser Kerl, Hank, und sprichst natürlich eine Version der Wahrheit aus. Aber es sind große Veränderungen für mich, und ich musste die Gedanken vermutlich vornehmlich für mich selbst formulieren. Ich bereue in keiner Weise, wie ich bisher gehandelt habe, aber ich freue mich darauf, neue Wege zu entdecken. Ich hoffe wirklich, dass meine Ideen, Hoffnungen und Planungen am Ende aufgehen werden, aber letztendlich ist auch das nur ein Schritt auf meinem Weg. Die Zukunft wird zeigen, was ich daraus lernen kann.
Und außerdem wohnst du kostenlos in meinem Kopf, da kannst du dich doch wohl auch mal mit mir unterhalten …


Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort
Hab mich niemals deswegen beklagt
Hab es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt
Nie nach Gestern und Morgen gefragt

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Entspann dich, Cush! Wird schon werden … Lass uns wieder quatschen, wenn du ein paar konkrete Fakten zu deinem neuen Projekt hast, okay?
Das werden wir definitiv! Es wird aber sicherlich noch einige Zeit dauern. Sobald alles spruchreif ist, und ich endlich über die Veröffentlichung im Detail sprechen kann, werde ich mich bei dir melden! Ich weiß ja, wo du wohnst.


Meine lieben Zuckerperlen! Ihr habt es geschafft und ich danke Euch, dass Ihr meinen Plänen und meiner Psychohygiene gelauscht habt! Einiges wird anders, anderes bleibt gleich … zum Beispiel das Wissen, dass ich ohne Euch nichts wäre.
Auch wenn 2021 für uns alle garantiert nicht so gelaufen ist, wie wir es uns gewünscht hätten, blicke ich voller Dankbarkeit darauf zurück.
Voller Dankbarkeit, dass Ihr da draußen seid; dass Ihr mich nicht vergessen habt; dass Ihr Euch mit mir und den anderen wunderbaren Selfpublishern beschäftigt und uns durch Eure Worte und Reaktionen Flügel verleiht. Nach all den Jahren betrachte ich das immer noch nicht als selbstverständlich, sondern als Geschenk. Und dafür sage ich Euch von Herzen: Danke!

Ich wünsche ich Euch einen guten Start ins neue Jahr und vor allem Gesundheit. Körperlich und seelisch. Passt auf Euch auf!
Ian.

09/2021 – Von Bling-Bling-Bloggern und dem Kleinkrieg „Verlagsbuch vs. Selfpublishing“

Es ist wirklich erschütternd, was man in den letzten Tagen so alles lesen musste, und entgegen meiner natürlichen Art damit umzugehen (Schulterzucken und leise ärgern), hat mich das Thema sehr beschäftigt. Daher kommt nun ein Text, den ich einfach mal schreiben wollte und der nicht die allgemeingültige Wahrheit ist, aber meine Gedanken widerspiegelt. Ich will zur Sicherheit darauf hinweisen, dass der Text mitunter sarkastisch verstanden werden darf.

Nee, das Foto muss nicht zwingend sarkastisch verstanden werden …

Bling-Bling-Blogger

Ja, es gibt sie! Die strahlenden Helden des Bloggertums, die sich gerne bemustern lassen, um hemmungslos Werbung zu machen, und damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen. Die Bling-Bling-Blogger. Manche dieser goldschimmernden Gestalten der virtuellen Literaturwelt sind aber der Meinung, dass Selfpublisher den Dreck unter ihren Fingernägeln nicht wert sind und wer sie nicht bezahlt, damit sie sich um das minderwertige Büchlein scheren, soll froh sein, dass man nach der drölften Rückfrage wenigstens eine schriftliche Abfertigung per Messenger erhalten hat.
So what! Wenn man keine Ahnung hat, wovon man spricht, sollte man einfach die Klappe halten. Die Qualität von selbstverlegten Büchern ist mittlerweile so hoch, dass man als Leser nicht weiß, ob es ein Verlagsprodukt oder handgemacht ist. Aber das wissen alle, die sich ernsthaft mit der Selfpublisherszene beschäftigen und ich sage es nicht, um die Bling-Bling-Blogger bekehren zu wollen. Ich habe keine Lust, Zeit oder Interesse daran, ignoranten, selbstverliebten Klugscheißern die Welt zu erklären (ist ja auch nur meine eigene kleine Welt) und wenn sie in ihrer Bubble glücklich sind, sollen sie es halt sein. Wen schert es schon? Mich nicht. Ich würde mich nur freuen, wenn sie zukünftig keine Unwahrheiten verbreiten und über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben, schweigen würden. Das kommt auch übrigens der eigenen Reputation zugute, wenn man sich nicht selbst lauthals als Idiot outet.

Idiot sein ist das eine, aber wenn diese angeblichen Menschen glauben, dass es ein Kavaliersdelikt ist, eBooks, die als Rezensionsexemplare verschickt wurden, auf illegalen Tauschbörsen anzubieten oder explizit als Rezensionsexemplare gekennzeichnete Taschenbücher zu verkaufen, und gleichzeitig die Dreistigkeit besitzen, die Autoren*innen zu bedrohen, wenn sie sich dagegen wehren, liegen sie falsch. Dann sind es kriminelle Ratten, die sich der Beleidigung, des Rufmords und Diebstahles schuldig machen bzw. machen können!
Ihr Schmarotzer habt nicht mal 3 oder 4 Euro für ein eBook übrig? Leute, besorgt Euch besser einen echten Job. Vielleicht findet ihr ja einen, in dem der Chef Euch nicht bezahlt, dann wisst Ihr mal, wie sich das anfühlt. Ihr habt keinen Respekt vor der harten Arbeit der Autoren*innen? Dann erwartet besser keinen Respekt von uns.

Verlagsbücher vs. Selfpublishing

Dieses Thema taucht auch ständig auf und ich habe keine Lust zu wiederholen, dass der Unterschied oftmals kaum noch vorhanden ist. Realistisch betrachtet: Es gibt tolle Bücher und es gibt beschissene Bücher. Beim Verlag und beim Selfpublishing. Das entscheidet der jeweilige Leser. Ist so.

Warum Menschen behaupten, dass Selfpublishing automatisch Schrott sein soll, weiß ich nicht. Versteht ich auch nicht. Ich finde es aber immer höchst amüsant, wenn Menschen anderen erzählen, was sie alles nicht mögen und diesen Standpunkt vehement verteidigen. Mein Universaltipp: Redet doch lieber über Dinge die Ihr mögt. Das macht gute Laune und ist wenigstens keine Verschwendung von Lebenszeit.
Der Buchmarkt ist wie eine leckere Salatbar! Nehmt Euch, was Euch schmeckt. Es ist so viel Auswahl vorhanden und Ihr entscheidet, ob Ihr ausschließlich grünen Salat mit Radieschen pickt oder Euch an unbekannte Geschmäcker herantraut. Schmeckt nicht immer alles lecker, aber erweitert den Geschmackshorizont.

Wer übrigens glaubt, bei einem Verlagsprodukt ist alles perfekt: Denkt lieber nochmal drüber nach. In einer großen Anzahl von Verlagsbüchern findet man Fehler. Vor einiger Zeit bei einem Lovecraft-Buch vom Suhrkamp Verlag … was ich aufgrund des Alters der Geschichte schon sehr witzig fand (okay, ich habe nicht gecheckt, ob es eine neue Übersetzung war …) und zuletzt bei ES aus dem Heyne-Verlag (Auflage irgendwann in den Neunzigern). In meinen Büchern findet ihr garantiert (leider) auch Tippfehler.
Puh. Nach der Theorie der Selfpublisher-sind-Nichtskönner-Fraktion bin jetzt also der Loser, weil ich alles komplett allein gestemmt habe und King ist der King (was er zweifellos für mich ist), obwohl sein Übersetzer, die Testleser, sein Lektor, sein Korrektor Tippfehler übersehen?
Hm. Ich finde Tippfehler nicht schlimm (außer wenn ich sie fabriziere, dann nervt es mich endlos). Entscheidend sind der Stil, die Sprache und die Geschichte. Und eine Sache, die man schnell aus den Augen verliert: Autoren, Korrektoren und Lektoren sind auch nur Menschen.

Wie denke ich persönlich über Verlage?

Ich spreche hier nicht über die großen Publikumsverlage. Das sind börsennotierte Konzerne, die Gewinn erzielen müssen – oder denkt Ihr, die Aktionäre klatschen in die Hände, wenn ein großer Verlag Verlust einfährt, weil er tolle Nischenbücher veröffentlicht, die nur 100 Menschen lesen wollen, anstatt Dividende auszuzahlen? Publikumsverlage müssen ein großes Publikum bedienen, um die Aktionäre glücklich zu machen. Mainstream. Dagegen ist auch überhaupt nichts zu sagen, denn jeder von uns liest gerne seinen Lieblingsautoren, der von vielen Menschen geliebt wird! Ich jedenfalls. Wo wäre ich ohne King, Camus, Murakami oder Lovecraft?

Ich denke, man sollte dieses Verlagsbuch-vs.-selbstverlegtes-Buch-Denken in die Tonne treten. Wie oben schon erwähnt: Das individuelle Empfinden und Verstehen der Geschichte, des Stils und der Sprache entscheidet, ob ein Buch zu einem Lieblingsbuch oder Zeitverschwendung wird.

Ich stelle mir vor, einige meiner Lieblingsselfpublisher würden zu einem Verlag wechseln! Was sollte ich dann tun? Ihre alten Bücher wegschmeißen, mit hochrotem Kopf „Verrat“ brüllen, mit dem Fuß aufstampfen und die nächsten Bücher ignorieren? Bullshit! Manchen Autoren*innen würde ich einen guten Verlagsvertrag so sehr wünschen, denn ihre Bücher sind so großartig, dass ich mich freuen würde, wenn viel mehr Menschen in diesen Genuss kämen!

Kleinverlage rechnen etwas anders als die großen Verlage. Ich behaupte gern, dass Menschen, die einen Kleinverlag betreiben, mindestens so idealistisch und positiv-behämmert sind, wie die Selfpublisher selbst. Natürlich sollte eine Veröffentlichung sich selber tragen und im Optimalfall etwas Geld abwerfen, damit man sich entwickeln kann, aber man spürt und weiß, dass das Herz deutlich mehr bei der Sache ist, als bei einem Publikumsverlag und der Verlagschef unter Vertrag nimmt, was ihm gefällt, und gleichzeitig eine Chance hat, von genügend Lesern gekauft zu werden, um sich zu rentieren. Logisch, oder?

Ich persönlich liebe es, ein Selfpublisher zu sein. Aber letztens bin ich mit meinem aktuellen „Projekt M:L“ an meine Grenzen gestoßen. Zweifel. Sorgen. Fehlende Vernetzung. Planlosigkeit. Ich wusste nicht mehr weiter und war / bin der Meinung, dass ich Hilfe brauche, um nicht an meinem eigenen Anspruch zu scheitern.
Ja, ich habe mich bei dem einzigen Kleinverlag, der für mich persönlich in Frage käme, umgeschaut. (Ich weiß, ich bin da sehr wählerisch …)
Leider – oder zum Glück? – nimmt man dort momentan keine Manuskripte an und vielleicht war das ein Zeichen für mich. Das Zeichen, den Arsch hochzubekommen und das Beste zu geben, zu dem ich in der Lage bin. Denn genau das macht das Selfpublishing aus: Von der Idee bis zum fertigen Buch ist alles deins! Jeder Fehler, jede geniale Idee gehört dir ganz allein. Du wächst mit jedem Buch ein kleines Stück und das einzig aus eigener Kraft und mit der Unterstützung der Leser. Mach dein Ding und sei stolz darauf.

Manchmal wäre es durchaus reizvoll, etwas Verantwortung abzugeben und Hilfe zu erhalten; besondern in Arbeitsfeldern, die mir nicht gut liegen und gleichzeitig wichtig sind. Andererseits gibt man auch einiges aus der Hand, was ich gewohnt bin, selbst unter Kontrolle zu haben. Sicherlich ist es aber so, dass man mit der Unterstützung von guten Kleinverlagen persönlich wachsen und viel lernen könnte.
Vielleicht wende ich mich in Zukunft erneut an den Verlag. (Nur weil ich mal da anbimmle, heißt es ja nicht automatisch, dass der Verleger nur auf mich gewartet hat.)
Vielleicht auch nicht. (Ich bin ja, bis auf die Krisen und den Zweifel, eigentlich sehr zufrieden.)
Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt.

Außer:
Ich habe ein spannendes Veröffentlichungskonzept für mein kommendes Buch ausgedacht und bin sicher, dass es dem Selfpublishergedanken viel mehr Rechnung tragen wird, und genau das ist für mich momentan sehr reizvoll und ich hoffe, dass meine Ideen und die Umsetzung Euch ebenfalls begeistern wird.

Ich weiß, es gäbe noch viel mehr zu den Themen zu sagen und viele Blogger*innen und Autoren*innen haben es bereits getan und werden es noch tun. Und das ist gut so. Mit jeder Meinung fügt sich ein Puzzlestück dazu.

Ich habe großes Glück gehabt, dass ich so wundervolle Blogger*innen und Autoren*innen gefunden habe. Menschen, die aus Leidenschaft über Bücher sprechen, Beiträge teilen und mit Herzblut bei der Sache sind. Das ist definitiv nicht selbstverständlich und ich bin dankbar für jeden von Euch! Danke, dass Ihr mich bereits so lange unterstützt und nicht vergesst!

Ihr seid die Besten und ich würde ohne Euch gar nicht existieren!

Liebe Grüße und tausend Dank!
Ian.

12/2020 – Strange days in many ways – Jahresrückblick 2020 [in eigener Sache]

(Wie gewohnt kann der Text Spuren von Selbstironie, seelischen Offenbarungen, schockierenden Einblicken und Nüssen enthalten)

Liebste Zuckerperlen!
Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende und was für ein Jahr was das denn bitte?

Traditionell zum Jahreswechsel möchte ich für mich selbst und Euch mein ganz persönliches Jahr noch einmal zusammenfassen, Gedanken teilen und Einblicke geben. Wer mir schon länger folgt, wird die meisten Ereignisse miterlebt haben, aber vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Neuling, der neugierig ist, was bei dem ollen Cushing in dem Jahr so geschehen ist. Und weil es das ereignisreichste und seltsamste Jahr in meinem Autorenleben war, wird das wohl auch ein etwas längerer Text. Holt Euch Kakao und Kekse, macht es Euch gemütlich, falls Euch mein kleines Autorenleben interessiert.

Illustration zu „Home Invasion“ von Karmazid

CORONA

Der ein oder andere hat doch bestimmt davon gehört oder?
Zugegeben: Ein kleiner und schlechter Einstiegsscherz meinerseits.
Das Virus wird wohl in jedem Jahresrückblick ein zentrales Thema sein, aber das haken wir mal schnell und gleich zu Beginn ab.

Für mich als Mensch (ja, Autoren sind auch Menschen!) hat es kaum Auswirkungen gehabt, denn ich beherrschte das social distancing bereits, bevor es en vogue wurde. Doch ist es auch nur die halbe Wahrheit, denn ich vermisse das unbeschwerte Essengehen oder die gelegentlichen Konzertbesuche schon sehr und auch meine Freunde und Familie habe ich seltener gesehen als mir lieb ist … Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Vermutlich.

Doch hat C-19 durchaus dafür gesorgt, dass ich das Bücherhamstern noch etwas intensiviert habe. Ist ja nicht so, dass mein SuB bereits vor Corona ziemlich hoch war … aber jetzt ist er höher.
Aber: Die Verlage und Autoren, die sonst auf den Buchmessen einen Großteil ihres Umsatzes und sich selbst einen Namen machen, brauchen Eure und meine Hilfe nach wie vor! Unterstützt sie weiterhin, denn ein Ende des Elends scheint nicht in Sicht zu sein!

Mein Tipp: Interessiert Euch ein Buch, kauft direkt beim Autor und/oder dem Verlag, denn der Direktverkauf lohnt sich für alle am meisten. Die Gewinnspanne für die Autoren/Verlage ist am höchsten und es werden garantiert immer liebevoll gestaltete Goodies und persönliche Worte den Weg in das Päckchen finden.

„Kaum Auswirkungen“ heißt ja nicht „keine Auswirkungen“ und mein Autoren-Ich (ich habe mittlerweile verstanden, warum Vincent Damon Furnier von Alice Cooper immer in der dritten Person spricht!) merkt schon, dass mein neues Buch „Absorption“ etwas schwer in meinem Regal liegt.

Die Gründe können natürlich vielfältiger Art sein. Vielleicht liegt es an C-19 und der daraus resultierenden Kurzarbeit, die viele Bücherwürmer getroffen hat. In diesen unsicheren Zeiten greift man (logischerweise) lieber nach dem Buch eines bekannten, anstatt zu einer genreübergreifenden Anthologie eines doch recht unbekannten Autoren. Oder man verkneift sich den Bücherkauf zähneknirschend, weil der Vermieter ungern mit gelesenen Exemplaren bezahlt wird. Ich weiß aber auch von anderen Autorinnen und Autoren, dass es ihnen nicht anders geht und daher nehme ich es diesmal ausnahmsweise nicht persönlich.

Vielleicht liegt es auch daran, dass Kurzgeschichten nicht jedermanns Sache sind, denn in diesem Jahr und mit diesem Buch war es auch deutlich schwieriger, Bloggerinnen und Blogger zu animieren, aber über die bisher erschienenen Rezensionen bin ich mehr als glücklich und einige warten sogar noch in der Pipeline!

Im Endeffekt darf ich sagen, dass ich es jederzeit wieder so machen würde, denn die Veröffentlichung spiegelt mich und meine Gedanken zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben wieder und nichts anderes sollte zählen. Und tut es auch nicht.

(Echt jetzt? Habe ich tatsächlich eine ganze Din A4-Seite über Corona und seine Randerscheinungen vollgeschrieben, obwohl ich es „schnell abhaken“ wollte? Ihr seht, man darf mir einfach nicht alles glauben.)

MEINE ERSTE VERLAGSVERÖFFENTLICHUNG

Die Veröffentlichungssause eines Buches voller Geschichten über Zombies, die aufgrund einer unerklärlichen Seuche zu ebendiesen wurden, wird Opfer einer Seuche. Wenn Ihr mich fragt, ist das auf der Ironie-Skala von eins bis zehn ’ne ganz klare elf. Vor allem, wenn man manche der Geschichten kennt, die auf erschreckende Weise als prophetisch zu bezeichnen sind! Gruselig. Aber auf eine ganz besonders realistisch-gruselige Art.

Der Weg der ZOMBIE ZONE GERMANY-Anthologie DER BEGINN zog sich lange hin, aber im März 2020 war es endlich soweit! Alice Cooper-technisch / gewohnt schizophren betrachte ich die Veröffentlichung immer aus zwei streng getrennten Perspektiven.

Als Leser und Fan bin ich von der Anthologie begeistert, denn die Autorinnen und Autoren haben Geschichten geschrieben, die das typische Zombie-Setting, Blut-und-Gedärm-Szenario und geschmacklose Ausweideorgien überwiegend gekonnt ignorieren, und die Menschen in den Vordergrund stellen, die sich in der Lage zurechtfinden müssen. Das besitzt in manchen Fällen eine Tiefe, die mich zutiefst beeindruckt und mir eine wohlige Gänsehaut bereitet hat.

Als Hobbyautor ist es (u.a. aus soeben genanntem Grund) eine unglaubliche Ehre, dass meine Kurze „Der Erlöser“ sich dann inmitten dieser hervorragenden Geschichten wiederfindet. Bin ich stolz darauf? Darauf könnt Ihr wetten!

Zombie Zone Germany: Der Beginn / Âmrun Verlag / Herausgeberin: Claudia Rapp

Daher nutze ich die Chance und danke nochmals ganz herzlich der Herausgeberin Claudia Rapp, dem Verlagschef vom Amrûn Verlag, Jürgen Eglseer, und allen Autorinnen und Autoren. You rule!

Hier findet Ihr mein „Behind the Scenes – Der Erlöser“!
Hier findet Ihr „Hanks 100 Worte (plus Bonus-Fazit)“ zu den Geschichten!

SKOUTZ-AWARD

Der April brachte dann gleich die nächste Überraschung, denn irgendwie ist „Die Träne der Zauberschen“ auf der Longlist des Skoutz-Awards gelandet … und dann auf der Midlist … und dann auf der Shortlist, die gleichbedeutend mit dem Finale war!

Denke ich an die Monate zurück, denke ich nicht: „Mann, was hast du für ein geiles Buch geschrieben.“ Solche Gedanken habe ich trotz allem einfach nicht drauf …
Aber ich denke: „IHR seid vollkommen verrückt!“

Ihr seid einfach wunderbar, denn Ihr habt mir Eure Stimmen geschenkt und mich dadurch sehr glücklich gemacht, vor allem, wenn ich bedenke, was für tolle Autorinnen und Autoren allein auf der Midlist standen! Ich bin einfach voller Dankbarkeit für Eure Unterstützung und die wundervollen Menschen beim Skoutz und die tollen Kollegen. Das war eine denkwürdige Zeit, die ich dank Euch nie vergessen werde!

Angeber-Foto mit dem Silberskoutz

Aber ich hatte das Thema bereits thematisiert und wer tiefer in meine Gefühle eintauchen möchte, findet hier „Meine GeDANKEn zur Skoutz-Shortlist 2020“!

DAS FINANZAMT (bitte gruselige Orgelmusik einfügen!)

Und dann kam meine Begegnung mit dem Finanzamt. Also, genauer gesagt suchte ich todesmutig diese Begegnung, denn mich plagten Schuldgefühle. Finanzielle Erfolglosigkeit entbindet nämlich niemanden von der Pflicht, die Tätigkeit als Hobbyautor beim Finanzamt anzuzeigen (Stichwort: Umsatzsteuer) und das wollte ich unbedingt nachholen, bevor ich in den Knast musste. Ich bin zwar kein Experte auf dem Gebiet, aber wer mehr wissen will, kann mich gerne ansprechen.

Der Schriftverkehr ging hin und her und dann kam die Sachbearbeiterin zu dem Schluss, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin, der mit seinem Hobby keine Chance auf einen Gewinn hat und diesen noch nicht mal anstrebt!
Dafür gibt es dann den schönen Begriff der „Liebhaberei“!
Und da sage noch jemand, die deutsche Bürokratie hätte keine wunderschönen Wörter zu bieten!

17.500 Euro … Klar, ich melde mich, wenn es soweit ist.

Für mich sagt dieser Begriff auch noch sehr viel mehr aus, denn genau so begreife ich meine Tätigkeit als Autor: als Liebhaberei. Lieber verwirkliche ich meine Träume und Wünsche, investiere Geld in schöne Taschenbücher, für die mein Lieblingskünstler Karmazid das unglaubliche Artwork zeichnet, und Goodies, als dass ich auf Teufel komm raus versuche, die Kosten wieder einzunehmen. Was passieren soll, wird passieren.

Zugegeben, es wäre schon nett, eine Veröffentlichung wenigstens schuldenfrei durchzuziehen, aber was soll ich sagen? Mein Job ist es, Geschichten zu schreiben und einigen wenigen Lesern interessante Lesestunden zu schenken. Ich bin nicht gut im Drängeln und Drängen von Bloggerinnen und Bloggern und der Hang zum Verschenken meiner Bücher ist weit ausgeprägter als meine unternehmerische Ader. So what?!
Vielleicht wird die schwarze null irgendwann kommen. Vermutlich posthum. Und falls alles so bleibt, wie es ist, habe ich jeden Cent liebend gern in meine Projekte gesteckt, denn sowohl die Bücher als auch die Goodies sind so geworden, wie ich sie mir gewünscht habe und wie sie sein sollten. Nothing else matters.

ABSORPTION

Was mich dann gleich zur nächsten wichtigen Station des Jahres und meines Lebens führt. Im Juli, durch C-19 haben wir auf unseren jährlichen Campingurlaub verzichtet, habe ich endlich meine eigene Anthologie veröffentlicht! „Absorption“! Das Schreiben hat mich absorbiert und ich hoffe, dass sich nun die Leser von den kurzen Geschichten absorbieren lassen.

Hier findet Ihr mein „Behind the Scenes – Absorption“, wo ich mich bereits ausführlich über die einzelnen Aspekte ausgelassen habe.

Großartige Musik gab es auch … von der Band Might!

ABSORPTION – DIE ABRECHNUNG

Um Euch einen Einblick zu geben, habe ich (alle Jahre wieder) eine kleine Bilanz erstellt, die zeigt, was so alles auf einen zukommen kann, wenn man sich entscheidet, ein Buch zu veröffentlichen. Schauen wir uns mal meine Liebhaberei am Beispiel von „Absorption“ an.

Aber nicht, dass jemand denkt, ich würde heulen … ich mag solche Einblicke einfach selbst sehr gern und denke, dass es für manch anderen interessant ist. Nicht jeder hat den Einblick, was das alles kostet, geschweige denn, was (in meinem Fall) wieder so in die Kasse fließt. Und dass jeder Cent es wert war ausgegeben zu werden, habt Ihr im Kapitel „Das Finanzamt“ bereits gelesen. Hier geht es einfach nur um Zahlen, Daten und Fakten.

Was man so ausgibt:
Kosten für Cover, Dankeschön für meinen Korrektor, einen Probedruck, Aufkleber, Flyer, Lesezeichen, Buttons, fabulöse Selfpublisher-Werbeflyer, Porto und 75 Eigenexemplare (ja, ziemlich ambitioniert): 1.198,46 Euro.

Was man bekommt:
Reaktionen, ehrliche Meinungen, liebe Worte. Ohne Witz, das ist das Schönste und schlichtweg unbezahlbar!

Bis heute (11.12.2020) habe ich durch Direktverkäufe, Verkäufe über epubli, Amazon etc. 21 Mal „Absorption“ verkauft. Die Einnahmen schwanken dabei stark, denn je nachdem, ob die Bücher über Amazon, epubli oder direkt bei mir gekauft werden, ist der Gewinn ein anderer und reicht von 1,59 Euro (Verkauf über epubli) bis ca. 5 Euro (Kauf beim Autoren).

Dazu kommen natürlich noch die Abrechnungen über das Kindle Unlimited-Abo, dem Spotify für Autoren. Von „Absorption“ wurden im Rahmen des Kindle Unlimited-Abos 720 KENPC-Seiten gelesen (sogenannte „Kindle Edition Normalized Page Count“), wobei das Buch als Ganzes mit 337 KENPC-Seiten bewertet wird. Also wurde „Absorption“ 2,14 Mal gelesen. Pro gelesener Seite im Kindle Unlimited-Abo erhält man immerhin (durchschnittlich) 0,0028 Euro (aka 0,28 Cent), was tatsächlich vergleichbar ist mit dem, was ein Musiker in Deutschland pro gestreamten Song verdient.

Summa summarum belaufen sich also die kompletten Einnahmen meines Buches „Absorption“ auf … Trommelwirbel … 155,99 Euro.

Dennoch bitte ich, von Mitleidskäufen Abstand zu nehmen, denn:
Ich definiere mich selbst und den Begriff „Erfolg“ nicht über Zahlen und Statistiken, obwohl ich Statistiken ziemlich super finde! Aber im Endeffekt sind es nur Zahlen für mich. Was mich wirklich bereichert, ist das, was hinter den Zahlen steht! 21 verkaufte Taschenbücher, 0 verkaufte eBooks und 720 gelesene Kindle-Seiten von „Absorption“ bedeuten, dass ich mich dank Eurer Reaktionen, Rezensionen, Meinungen und persönlichen Nachrichten wie der reichste Mann der Welt vorkomme! Andere Menschen zu erreichen, berühren, inspirieren, unterhalten … das ist, was zählt.
Und anhand meiner Zauberschen und der Ewigkeit sehe ich, dass es irgendwie immer schrittweise weitergeht und neue Leser den Mut finden, sich auf meine Bücher einzulassen.

Das bringt mich zu einem wichtigen Tipp, den ich in diesem Zusammenhang loswerden will:
Bücher veröffentlichen und anzubieten ist kein Sprint. Es ist ein Marathon.
Vermutlich der längste Marathon der Welt … aber wer durchhält, wird irgendwann ins Ziel kommen – wie immer das Ziel bei jedem einzelnen aussehen mag.

MERCHANDISE

Während der Veröffentlichungsphase hatte ich immer wieder Leerlauf und dieses Jahr habe ich ihn genutzt und einen eigenen Shop mit Merchandise eröffnet. Getreu des Liebhabergedankens (und weil die Preise nicht ganz ohne sind) verzichte ich auf sämtliche Einkünfte aus dem Shop (die sogenannte „Non-Profit-Variante“), aber ich finde die sensationellen Zeichnungen von Karmazid einfach zu großartig, als dass ich sie nicht mit Euch teilen wollen würde.

Wer immer also Lust hat, mit einem Cushing-Shirt flanieren zu gehen, seine Einkäufe in einer Cushing-Tasche zu verstauen oder seinen Morgenkaffee aus einer Cushing-Tasse zu schlürfen, darf gern im Shop vorbeischauen.
Solltet Ihr spezielle Wünsche haben (z. B. eine Kochschürze mit „In Ewigkeit“-Logo oder was immer Ihr so für Ideen habt und was der Shop so hergibt), lasst es mich einfach wissen. Ich bin fast zu jeder Schandtat bereit.

Beispiele für die verschiedenen Produkte im Shop

Hier findet Ihr den Link zum Shop: https://shop.spreadshirt.de/ian-cushing-official/

Meine Bücher erhaltet Ihr wie gehabt am besten direkt bei mir. Eine E-Mail oder Nachricht über Facebook oder Instagram genügt und ich werde mich umgehend darum kümmern.
Doch auch über die Wortfiliale kann man meine Bücher bestellen! Warum mir das so wichtig ist? Weil Florian es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Selfpublisher dieser Welt unter einem Dach zu vereinen und ihre Bücher in einem Shop anzubieten! Und seit Mitte Dezember habe ich endlich meinen Ersten Wortfiliale-Verkauf zu vermelden! Yeah! Endlich ein vollwertiges Mitglied der Familie!

DANKESCHÖN-AKTION

Im Oktober wurde der Sieger des Skoutz-Awards gekürt und der war nicht ich, sondern André Wegmann mit seinem Buch „Dschinn“!
Weil ich aber so dermaßen glücklich über Eure Unterstützung war und das Finale zu erreichen für einen Autoren meiner Größenordnung ein unglaublicher Erfolg ist, habe ich zwei Dankeschön-Aktionen durchgeführt.

Die erste Aktion richtete sich bewusst an alle, die „Die Träne der Zauberschen“ noch nicht kannten und ich habe ein Wochenende lang das eBook gratis angeboten. Da es das erste Mal war, wusste ich nicht, was mich erwartet … ich hatte mit 20 bis 30 heruntergeladenen Büchern gerechnet, aber als ich am folgenden Montag in die Statistik geschaut habe, bin ich fast vom Glauben abgefallen!

„Die Träne der Zauberschen“ wurde an dem Wochenende sage und schreibe 465 Mal heruntergeladen und das Buch war in einigen Kategorien (u. a. „Okkulte Thriller“ … ja, die Kategorie gibt es tatsächlich!) auf Platz eins. Darüber hatte ich bisher noch nichts erzählt, weil der Nährwert dem einer Scheibe Knäckebrots gleicht: Knuspert kurz, aber sättigt nicht.

Ich hatte bei der Aktion eigentlich nur meine Facebook- und Instagramcommunity im Blick, aber was ich nicht ansatzweise berücksichtigt hatte: Es gibt viele Amazon-Kunden, die sich ein Buch herunterladen, wenn und weil es gratis angeboten wird. Wie viele Menschen das Buch aus der digitalen Rumpelkammer ihres Kindle jetzt tatsächlich befreien und lesen werden, geschweige denn auch zu meinen anderen Werken greifen, weiß ich nicht, aber ich hoffe sehr, dass wenigstens 5% das Buch wirklich lesen und eine gute Zeit haben werden.

Die zweite Aktion war eine wirkliche Herzensangelegenheit.
Am liebsten hätte ich Euch alle zu einer riesigen Dankeschön-Grillparty eingeladen, aber … genau … Corona. Dann wollte ich es doch lieber an ein Gewinnspiel knüpfen, welches schön von zuhause aus gemacht werden konnte. Das Spielchen war ausschließlich für diejenigen gedacht, die mich bereits unterstützen und nicht auf „Follower-Fang“ ausgerichtet. Gewinnspiele, mit denen man seine Followerzahlen aufbläst, erreichen in den seltensten Fällen die richtigen Adressaten, nämlich wirklich interessierte Leser und Blogger. Daher wird eine solche Aktion bei mir auch in Zukunft nicht stattfinden.

Bei „meinem“ Gewinnspiel konnte ich mir im Vorfeld bereits ziemlich sicher sein, dass es die Richtigen trifft. Und das hat es. Die Gewinnerinnen (jap, alles super-süße Mädels!) haben sich schöne Goodies aus dem Shop ausgesucht, und es hat mir einen Heidenspaß bereitet, das Gewinnspiel durchzuführen und die Gewinne (zum Teil exklusiv als Einzelstück) zu designen und zu verschicken. Danke, dass Ihr mitgemacht habt!

Fun Fact: Wer sich über das höchstprofessionelle Auslosungsvideo und die grandiose Kameraperspektive wundert: Da ich nur zwei Hände habe, habe ich mir ein Handystativ aus einer Kiste Mineralwasser und einem einem Charles Bukowski-Buch gebastelt … selbst ist der Mann!

LESEJOURNAL

In diesem Jahr habe ich wieder einige Bücher von Selfpublishern gelesen und jedes einzelne hat mich auf seine Weise beeindruckt. Wirklich, da war kein Buch dabei, welches ich nicht reinen Herzens empfehlen könnte und das habe ich in der Kategorie „Meine Gedanken zu anderen Büchern“ und bei Lovelybooks und Amazon auch getan. Darüber hinaus habe ich natürlich auch noch andere Bücher gelesen (und sehr viele gehört) und zum ersten Mal in meinem Leben ein Lesejournal geführt!

Interessiert es irgendwen, welche Bücher ich gelesen habe? Falls nein: Scrollt zum „Ausblick“. Falls ja: Hier ist die bunte Mischung, streng chronologisch sortiert:
Ilona Arfaoui – Der König der Schatten / Haruki Murakami – Afterdark / Ilona Arfaoui – Der Hexenmeister, die Macht und die Finsternis / Paola Baldin – Fremde Heimat / Albert Camus – Der Fall / Zombie Zone Germany: Der Beginn – Anthologie / Dino Buzzati – Das Haus mit den sieben Stockwerken / Graham Masterson – Der Höllenpanzer / Horror Legionen 3 – Anthologie / Dominik A. Meier – Doppelwelt / Hermann Hesse – Narziß und Goldmund / Susanne Pavlovic – Krieg und Kröten / Virginia Anemona – Ajena und der Wasserperlenbaum / Dino Buzzati – Panik in der Scala / Hagen Thiele – Die Pflicht / Jean-Paul Sartre – Zwei Dramen (Die Fliegen / Die schmutzigen Hände) / Steffi Frei – Schicksal der Fearane: Die letzte Tiare / Mary Shelley – Frankenstein (noch nicht beendet)

AUSBLICK

Tja, das war im Großen und Ganzen der Rückblick auf ein in vielen Belangen verrücktes Jahr. Aber was bringt die Zukunft? Woher soll ich das wissen? Aber was ich weiß, ist, dass ich zwei Projekte (mehr oder weniger) in der Mache habe.

„Projekt J“ ist durchaus amüsant, wenn Ihr mich fragt. Ein wenig verrückt und mal wieder keinem Genre zuzuordnen, aber daran werden wir uns wohl alle gewöhnen müssen … Ich beim Bewerben, wobei ich immer gefühlt zwischen allen Stühlen sitze, und Ihr beim Draufeinlassen, weil Ihr nie wirklich wissen könnt, was Euch erwartet.
Aber alles scheint auf eine Religious-Comedy-Horror-Parody-Romance-Science Fiction hinzudeuten.
Oder man könnte nach dem derzeitigen Stand auch sagen: Monty Python meets Rosamunde Pilcher meets Stephen King meets Die Bibel meets Ray Bradbury. Wenn Ihr jetzt nicht neugierig geworden seid, kann ich Euch auch nicht helfen … Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie das Ganze ausgehen wird.

Die Geschichte zu beginnen hat mir einfach großen Spaß gemacht, und ich habe anfangs einfach wild und ohne Plan drauflos geschrieben, wie damals beim Erlöser. Aber dann merkte ich irgendwann, dass die Geschichte nicht nur eine 120 Seiten Novelle werden wollte, sondern immer komplexer wurde, weiter wuchs, und ich mich irgendwann einfach brutal verzettelt hatte. Das ging so weit, dass ich schon mit dem Gedanken spielte, das ganze Manuskript zu löschen und neu zu schreiben! Aber ich bin mittlerweile auf einem guten Weg, denke ich. Ich lass mir einach Zeit mit der Geschichte und die Hoffnung, bis Jahresende mit der ersten Rohfassung fertig zu sein, habe ich bereits begraben.

Das zweite Projekt, welches alles andere als annähernd komplett ist, ist dann doch etwas ganz anderes; in meinen Augen anspruchsvoller und das ganze Gegenteil von „Projekt J“. An diesem Text kann ich nur schreiben, wenn ich in einer ganz besonderen Stimmung bin und es eher als Langzeitprojekt betrachte. Und doch gehört beiden Projekten mein Herz. Aber welches Projekt wann und in welcher Art und Weise das Licht der Welt erblickt, wird die Zeit zeigen.

Zwei, drei, vier weitere Ideen schlummern ja auch noch in mir und wer weiß, ob ich nicht demnächst einfach anfange, einen detaillierten Plot zu entwickeln (ich lerne ja von dem „Projekt J“-Debakel) … die Lust dazu ist auf jeden Fall vorhanden.

UND SONST SO?

Einen Großteil des Jahres scheine ich in den sozialen Medien verbracht zu haben. Doch leider habe ich keine Bedienungsanleitung dafür gefunden.
„Muss“ man jeden Tag den Wochentag mit seinen Followern teilen? Oder gar „Guten Morgen“, „Mahlzeit“ und „Gute Nacht“ posten? Sollte ich nicht viel präsenter und penetranter sein, um das Ziel, neue Leser zu finden, zu erreichen? Ich habe doch keine Ahnung!
Ohne die sozialen Medien würde mich niemand wahrnehmen … aber Euch täglich mit Nachrichten zu versorgen, die keinerlei Nährwert besitzen, sorgt nur für Umweltverschmutzung in der virtuellen Welt. Darum erinnere ich mich immer an die Worte einer hochgeschätzten Kollegin, die sinngemäß sagte: „Mach es so, wie du dich damit wohlfühlst. Es gibt kein richtig oder falsch.“ Jap. Also mache ich es so, wie ich es für richtig halte und ich kann einzig hoffen, dass Ihr meine Beiträge auch wahrnehmt, lest und mir in Zukunft folgen werdet.
Das Thema „soziale Medien“ ist sicherlich in Zukunft noch einen ausführlichen Beitrag wert, denke ich.

Falls Ihr Euch bestimmte Inhalte von mir wünschen würdet, lasst es mich einfach wissen! Sonst werde ich auch in Zukunft einfach das machen, was mir so durch den Kopf geht … wie zum Beispiel die Werbeaktion mit niedlichen Tieren und Romantik im November/Dezember. Klar, da war viel Ironie und eine zarte Prise Sarkasmus drin, aber das ist nun mal mein Humor und ich hatte definitiv meinen Spaß! Und Ihr hoffentlich auch!
Nur mein geheimes Hauptziel, die letzten Exemplare meiner Zauberschen zu verkaufen, um mir mit vermindertem Mehrwertsteuersatz ein paar neue Exemplare ins Regal zu stellen, habe ich dezent verfehlt, aber dafür haben Mausi, Manni und Harald auch den Preis bezahlen müssen … RIP.
(Ach ja … das Ende der schnuffeligen kleinen Fellknäuel stand keineswegs von Anfang an fest … das hat sich so ergeben.)

DANKE!

Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich bei Euch bedanken! Nicht nur, weil Ihr den Text bis hierhin durchgelesen habt (was schon echt eine beachtliche Leistung ist!), sondern dafür, dass Ihr für mich da seid und mich und mein Hobby mit so viel Leidenschaft unterstützt. So ein „Danke“ kommt aus tiefstem Herzen, auch wenn ich manchmal befürchte, dass es gar nicht die Tiefe der Emotionen widerspiegelt, die ich durch Euch erleben durfte und darf!

Ohne Euch wäre ich nichts.

Das ist unumstößlicher Fakt und ich drücke jeden einzelnen von Euch (natürlich coronakonform nur virtuell und falls gewünscht)! Ihr seid einfach großartig!

Oder um es frei nach Mary Shelley zu sagen:

„So sei mein heißester Dank Euch gewiss! In diesen Augenblicken empfinde ich ja die tiefste Dankbarkeit für jene, welche meiner in Freundlichkeit gedenken. Wie süß ist’s für ein von aller Welt verlassenes Wesen wie mich, die Zuneigung der Mitmenschen zu verspüren!“

Mary Shelley – „Frankenstein“

Nicht die weiter oben angeführten Zahlen oder Verkäufe haben 2020 zu einem unglaublich erfolgreichen, unterhaltsamen und spannenden Jahr werden lassen, sondern einzig und allein IHR.

Hätte ich mir jemals träumen lassen, echte (!) Freunde durch das Schreiben und das dazugehörende herumstreunern in den virtuellen Welten zu finden? Oder dass jemand Kunstwerke erschafft, um mir eine Freude zu machen? Oder dass jemand „Die Träne der Zauberschen“ allen ernstes als eines der drei All-time-favourite-books nennt (ALL-TIME-FAVOURITE!)? Oder dass ich von gestandenen Autoren ein Lob bekomme?
Nein … davon hätte ich nie im Leben geträumt. Aber ich habe diese Geschenke durch Euch erhalten.

Ich bedanke mich für Eure Freundschaft und Unterstützung, die weit über das „Normale“ hinausgeht. Für einen Menschen wie mich ist es nicht leicht zu verstehen, dass ich andere mit dem, was ich tu, irgendwie beeindrucke oder beeinflusse, aber Ihr habt mir durch Worte und Taten gezeigt, dass es so ist. Und auch, wenn es sich immer seltsam (auf eine schöne Art) anfühlen wird, danke ich Euch von Herzen für dieses Gefühl!

Strange days in many ways.

Nun wünsche ich Euch, Euren Freunden und Familien eine wundervolle und ruhige Weihnachtszeit, die wir dank Corona wirklich mal zur Entschleunigung nutzen sollten. Und natürlich ein gesundes und weniger turbulentes Jahr 2021! Und bitte benehmt Euch vernünftig, haltet Abstand und bleibt gesund! Ich brauche Euch noch …

Euer Ian.

09/2020 – GeDANKEn zur Skoutz-Shortlist 2020 [in eigener Sache]

[GeDANKEn]

Liebe SuPs!
Natürlich beschäftigt mich das Thema Skoutz-Award momentan sehr und ich muss einfach nochmal einige Gedanken dazu loswerden! In meinem Kopf summen die Gedanken wie ein Bienenstock und daher hoffe ich, alles Wichtige irgendwie nachvollziehbar auf Reihe zu bekommen.

Wisst Ihr … die Begriffe „Finale“ oder „Shortlist“ sind vieles. Sie sind eine Auszeichnung und eine echte Ehre für einen Hobbyschreiber wie mich! Es ist auch etwas, was man wohl irgendwie als „Erfolg“ bezeichnen kann oder sogar muss. Ich habe relativ wenig zu dem Award gesagt und auch nicht übertrieben die Werbetrommel gerührt, weil ich Wettbewerbe an sich nicht mag (doch dazu später mehr). Ich hätte niemals geglaubt, mit den namenhaften Autoren der Midlist ansatzweise mithalten zu können und das wäre vollkommen okay gewesen, weil allein die Midlist ein Erfolg war, mit dem ich nie gerechnet hätte.

Aber wisst Ihr, was dabei noch viel wichtiger für mich ist?
Ihr, die Menschen dahinter.
Ich habe lediglich eine Geschichte geschrieben, aber Ihr habt gesagt:
Das Ding muss in den Award!
Das Ding muss auf die Midlist!
Das Ding muss auf die Shortlist!
Und Ihr habt Euch, nachdem Ihr mich eine Runde weitergetragen habt, mit mir und für mich gefreut und mir so viele liebe Worte und Unterstützung geschenkt, dass ich echt einen Kloß im Hals hatte und jetzt beim Schreiben des Beitrags wieder habe. (Ich habe mir bei Insta sogar ein Highlight-Album angelegt, damit sich diese Momente nicht auf ewig in den Weiten des Internets verlieren.)

Ich habe mich extrem über jede Reaktion gefreut, einerlei ob sie öffentlich oder in einer privaten Nachricht übermittelt wurde. Und natürlich freut man sich ganz besonders über positive Rückmeldungen von anderen Autoren und „Profis“, die einem dadurch zeigen, dass es kein Wettbewerb ist, bei dem man die Ellenbogen ausfährt und darum rangelt, der Beste zu sein.

In Zeiten, in denen man #miteinanderstattgegeneinander scheinbar zum Sonntagsthema machen muss, waren die letzten Tage das beste Beispiel für ein wundervolles Miteinander. Manchmal lag Respekt und Höflichkeit in der Luft und manchmal nicht weniger als Liebe und meistens etwas seelenflauschiges dazwischen. Und das ist der Grund, warum dieser Wettbewerb dank Euch allen zu einer großartigen Erfahrung für mich geworden ist.

Was ich eigentlich sagen will ist … Ich danke Euch aus tiefstem Herzen! Eure Stimmen kamen aus Eurem Herzen und aus Überzeugung, davon bin ich überzeugt und ich weiß gar nicht, wie ich das jemals wiedergutmachen kann. Doch ich weiß auch, dass Ihr es gern und freiwillig getan habt und Ihr dürft Euch sicher sein, dass ich Euch das nie vergessen werde und Ihr mich sehr berührt habt.
Egal, wohin die Reise jetzt geht: Hinter den bekannten Autoren Dominik A. Meier oder André Wegmann (in alphabetischer Reihenfolge, gern auch umgekehrt) zu landen, ist auf meinem noch recht jungen Weg als Autor ein absoluter Meilenstein und ein Erfolg, den ich mir nie erträumt hätte. Und Ihr habt das möglich gemacht.

Damit ich dieses Ereignis etwas feiern kann, werde ich in den nächsten Tagen eine kleine Aktion starten, die sich vornehmlich an diejenigen richten wird, die meine Babsi noch nicht kennengelernt haben, und ich würde mich unendlich freuen, wenn Ihr mich bei der Verbreitung der Aktion unterstützt.

Habt unendlich vielen Dank für alles, was Ihr für mich getan, und dass Ihr diesen Text bis zum Ende durchgehalten habt! Ich musste das alles mal loswerden, weil ich sonst geplatzt wär. Das hätte einen fetten Regenbogen über Pfuhlenbeck gegeben …

In diesem Sinne … Ihr seid die Besten! Ian.

08/2020 – Behind the Scenes – »Absorption« [in eigener Sache]

Einstiegsplauderei

Bereits an dem Tag, an dem ich „In Ewigkeit“ veröffentlicht hatte (11.03.2018), schrieb ich die erste „Kurze“ (wie ich meine Kurzgeschichten nenne) mit dem Wunsch, sie irgendwann in einem eigenen Kurzgeschichtenband zu veröffentlichen. Das war also nach „Fünf Minuten“ und „In Ewigkeit“, aber noch vor „Die Träne der Zauberschen“. Und seit dem Moment habe ich, auch neben der Zauberschen, immer wieder Kurze geschrieben. „Der Erlöser“ ist ebenfalls mitten in der Überarbeitungsendphase der Zauberschen entstanden und viele andere Geschichten auch.
Und doch ist es wieder alles ein wenig anders.
Wenn ein Autor, eine Band, ein Filmemacher oder Schauspieler nicht berechenbar ist, schätze ich das als Leser, Hörer und Zuschauer sehr.
Natürlich birgt das als Autor ein gewisses Risiko, denn der Leser weiß nie 100%ig, was er bekommen wird. Sucht jemand Beständigkeit, hört er AC/DC oder liest Fitzek … aber ich will gar nicht AC/DC (ich liebe AC/DC!) oder Fitzek sein (den Kontostand mal ausgenommen). Das Schreiben steuert sich bei mir immer aus dem Inneren heraus und das ist mal nachdenklich, mal wütend und mal albern und so werden halt die Geschichten.

Die in der „Absorption“ enthaltenen Geschichten waren nicht geplant, sie sind geschehen. Das eigene Buch mit Abstand zu betrachten, ist für mich unmöglich. Zu tief steckt man in den Geschichten und die Geschichten in einem selbst und ich hoffe sehr, dass Ihr mir bei dem einen oder anderen Gedanken folgen werdet. Ich glaube schon, dass die Kurzgeschichten sowohl den Leser von „In Ewigkeit“ als auch „Die Träne der Zauberschen“ interessieren können und gleichzeitig auch ganz andere Richtungen einschlagen.

Der Titel, der Inhalt

Das Cover stammt erneut von Karmazid und genau wie der Buchtitel „Absorption“ bezieht es sich nicht auf eine einzelne Geschichte, sondern auf das Mysterium des Schreibens und der Kreativität an sich.

Ideen, Inspirationen und Gedanken, die sich aus dem unendlichen Kosmos herauslösen, um auf den Schreiber hinabzusinken, in sein Zentrum vorzudringen, absorbiert zu werden, ihn zu absorbieren.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie das funktionieren kann und frage mich manchmal, ob da nicht etwas Größeres hinterstecken mag. Und gleichzeitig möchte ich es überhaupt nicht wissen, denn diese Magie, die ich manches Mal beim Schreiben erleben darf, möchte ich viel lieber mit der Naivität eines kleinen Kindes in mich aufsaugen, anstatt sie zu analysieren und zu zerlegen. Ausnahmsweise triumphiert hier das Herz über den Verstand und solange das Schreiben auf diese Weise für mich funktioniert, ist alles gut.

„Absorption“ enthält 13 Geschichten. Die ältesten Geschichten des Buches („Gesichter in der Menge“ und „Prosit Neujahr!“) habe ich bereits vor einigen Jahren geschrieben. Nur für mich und eine Handvoll Menschen (hat sich also eigentlich nichts geändert, hahaha!). Aber ich mag sie noch und habe (zumindest) „Gesichter in der Menge“ ziemlich unverändert übernommen. „Prosit Neujahr!“ hingegen spielte schon mit Hank, dem Protagonisten aus „Der Erlöser“, ohne dass ich wusste, dass er irgendwann zu meinem Alter Ego werden sollte. Nachdem ich nun einige andere Geschichten geschrieben hatte, wurde die Geschichte überarbeitet und dem Status Quo angepasst, ohne die Grundidee oder die Perspektive zu ändern.

Es ist unmöglich – und wäre den Geschichten gegenüber äußerst respektlos -, wenn ich behaupten würde, ich hätte eine Lieblingsgeschichte in der Anthologie. Ich finde mich in allen Geschichten wieder und je nach Stimmung liebe ich in dem einen Moment eine vielleicht mehr als eine andere. Aber ich liebe sie alle.
Ich bin sehr gespannt, wie die unterschiedlichen Geschichten von Euch aufgenommen werden, weil das Buch doch ein recht breites Spektrum bietet. So vielfältig ein Mensch ist, ist auch diese Sammlung ausgefallen, denke ich. Humorvoll, düster, spannend, romantisch, aber hoffentlich immer unterhaltsam und immer entstammen sie derselben Quelle. Mir.

Ich habe mir erlaubt, zu jeder Story spontane Gedanken, die ich nach der Korrektur hatte, aufzuschreiben und ins Buch aufzunehmen. Sicherlich habe ich nicht alles aufgeschrieben, was es zu der Geschichte zu sagen gibt, aber wer noch etwas wissen will, fragt mich einfach!

Ich weiß wohl, dass es als Leser unmöglich ist, jeder Kurzgeschichte eines Autoren etwas abzugewinnen, aber mein größter Wunsch ist, dass Ihr die eine oder andere Geschichte absorbiert oder Euch von ihr absorbieren lasst und darüber hinaus einige Stunden gute Unterhaltung genießen könnt.

Das Cover, die Illustrationen

Es war wieder eine große Freude und Ehre, als Karmazid auf meine Anfrage, ob er Zeit und Lust hätte, das Cover für mein neues Buch zu zeichnen, mit „Ja“ antwortete. Er zählt (bekanntermaßen) zu meinen Lieblingskünstlern und mit einem solch kreativen Geist zusammenarbeiten zu dürfen, ist jedes Mal wieder ein Traum für mich. Und wenn in einer Unterhaltung der Satz fällt: „Ich arbeite gern an deinen Projekten …“, könnt Ihr Euch sicherlich vorstellen, wie ich mich da gefühlt habe.

Diesmal haben wir sicherlich die Messlatte noch höher gelegt als sonst, denn sehr spontan und kurz vor der ursprünglichen Deadline schlug Karmazid vor, dass man eine Zeichnung oder ein Symbol für jede Geschichte anfertigen könnte, die den Kern erfasst. Da mir diese Idee selbst schon sehr früh gekommen war (ich ihm die Idee aber aus verschiedenen Gründen nicht unterbreitet hatte), lag die Liste natürlich sofort griffbereit.

Einige Ideen habe ich ihm etwas genauer beschrieben (und sogar selbst eine unterirdische „Zeichnung“ angefertigt, weil ich die Idee nur schwer erklären konnte, sie mir aber unheimlich wichtig war), aber mit vielen anderen Illustrationen hat er mich sehr überrascht, denn ohne die Geschichten im Detail zu kennen, hat er manches mal so exakt ins Schwarze getroffen, dass ich fester denn je davon überzeugt bin, mit ihm auf einer ähnlichen Wellenlänge zu liegen (was mich eindeutig mehr ehrt als mir zusteht).

Wir haben viel hin und hergeschrieben, Ideen getauscht und besondere Momente waren immer für mich, wenn ich etwas vorschlug und er ohne künstlerische Eitelkeit darauf einging. Ich kann meine Gedanken zwar aufschreiben und ihm mit auf den Weg geben, aber was er letztendlich aus meinen Vorschlägen entstehen lässt, ist für mich persönlich immer wieder eine Überraschung und nicht weniger als atemberaubend schön. Er erschafft aus der Vision des Autoren seine eigene Version und fügt immer etwas hinzu, was mich staunen und strahlen lässt.

Manche Zeichnungen haben für mich persönlich eine ganz besondere Kraft. Bereits sein Unendlichkeitssymbol für „In Ewigkeit“ ist weit mehr als eine Zeichnung für ein Buchcover. Es ist, wie ich das Leben sehe. Ein ewiger Kreislauf zwischen guten und schlechten Zeiten im Großen wie im Kleinen.
Und auch die Zeichnung zu der Geschichte „Zuckerperlen“ könnte ich ohne nachzudenken als Lebensmotto verwenden, denn die Aussage der Geschichte und der Zeichnung sind tief in mir verwurzelt und wurden letztendlich auf wunderschöne Art und Weise visualisiert.
Ich bin mit dem gesamten Artwork unglaublich glücklich und freue mich aufrichtig, dass es auch die ersten Reaktionen von Euch gibt, die mir zeigen, dass ich damit nicht allein bin.

Daher nutze ich hier und jetzt die Gelegenheit und sage nochmals:
Danke, Karmazid! Ohne deine Kunst wäre keines meiner Bücher wirklich vollständig.

#miteinanderstattgegeneinander
#selfpublisherhaltenzusammen

Ihr könnt mittlerweile das eBook lesen oder das Taschenbuch (mit Goodies und auf Wunsch mit Signatur) bei mir ordern oder bei epubli oder Amazon oder allen anderen Buchhändlern shoppen gehen.
Oder aber Ihr spaziert in Die Wortfiliale! Ja! Ich bin seit dem 17.07.2020 stolzes Mitglied der Wortfiliale! Die Wortfiliale ist eine Onlinebuchhandlung, die sich ausschließlich um Selfpublisher und Klein(st)verlage kümmert! Der Ein-Mann-Betrieb ist ein tolles, kleines Unternehmen, welches sich zu unterstützen lohnt! Ich finde die Idee der Wortfiliale einfach großartig und werde sicherlich öfter darauf hinweisen! Als Autor kann ich meinen Kollegen nur zurufen: Florian kümmert sich erstklassig um Euch! Überlegt, ob Ihr nicht auch ein Teil dieser Gemeinschaft werdet und wir der Welt ein möglichst umfassendes Beispiel liefern, wozu wir fähig sind!

Unsere Einstellung zum Thema „Selfpublisher“ ist sich sehr ähnlich, denn ich selbst habe in meinem Buch einige Seiten reserviert, und darüber hinaus einen 14seitigen Flyer designed und drucken lassen, in dem ich mich vor einigen Selfpublishern und Kleinverlagen verneige und sie Euch empfehlen möchte. Es war mir ein Bedürfnis und ein großer Spaß, an dem Flyer zu arbeiten, denn die Bücher der Kolleginnen und Kollegen haben mich allesamt sehr berührt. Leider sind nicht alle Autoren und Bücher vertreten, die ich bisher gelesen habe, aber diesen Makel werde ich versuchen, beim nächsten Mal auszumerzen. Versprochen! Ich finde jedenfalls die Idee des #miteinanderstattgegeneinander sehr schön, auch wenn bekannt ist, dass Solidarität unter den Menschen nicht immer ausreichend vorhanden ist.

Ich möchte ein Zeichen setzen. Daher habe ich einen neuen Hashtag erfunden: #selfpublisherhaltenzusammen. Ich möchte mehr mit anderen Autoren gemeinsam auf die Beine stellen, anstatt die (idiotische) Sorge anderer zu teilen, dass wir uns gegenseitig etwas wegnehmen oder (noch schlimmer) zu denken, jemand sei etwas besseres oder wichtiger als der andere.
Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser Hashtag sich irgendwann etabliert und Ihr ihn nutzt, wenn Ihr aus Sympathie und Überzeugung über andere SP-Autoren und Bücher sprecht! Er soll positiv aufgeladen werden und nicht gedankenlos benutzt werden. Und schon gar nicht soll er benutzt werden, wenn man nicht mit dem Herzen dahintersteht. Ich werde auch nicht jeden Autoren oder jedes SP-Buch der Welt mit diesem Hashtag adeln; ich bin ja nicht Jesus oder Ghandi.
Aber ich spreche gern über die Dinge, die mich begeistern, denn vielleicht können diese Dinge auch anderen Menschen etwas bedeuten!
In diesem Sinne: United we stand – divided we fall!

Wohin geht’s?

Steckt man mitten in einem Veröffentlichungsprozess, ist unglaublich viel zu tun und vorzubereiten und zu planen. Da habe ich total versäumt, anzuhalten und mir über Wünsche und Hoffnungen Gedanken zu machen! Nachdem ich auf den „Jetzt-veröffentlichen-Knopf“ gedrückt hatte, saß ich bei einem Bier auf dem Balkon und meine Frau fragte: „Bist du jetzt aufgeregt?“

Ich war aber einfach nur leer.
Das ist so, wenn man etwas fertiggestellt hat. Zumindest ist es bei mir so. Eine Leere, in die sich aber jetzt so langsam die Aufregung mischt. Ich bin gespannt, wie die Geschichten angenommen und verstanden werden. Ob es mir gelungen ist, sie unterhaltsam zu schreiben. Ob ich dem Anspruch, den jede Geschichte an mich gerichtet hat, gerecht geworden bin.

Ich habe auch den Unterschied zwischen dem Akt der Veröffentlichung von „Absorption“ und „Die Träne der Zauberschen“ erkannt.
Meine Zaubersche war der Versuch, einen „echten“ Roman zu schreiben. Einen Roman, den Horror/Grusel-Fans direkt neben anderen Büchern des Genres lesen können und ich wollte sehen, ob ich es kann. Da gelten ganz andere Hoffnungen und Ansätze, denn die Geschichte muss über die gesamte Distanz von 460 Seiten stimmig, durchdacht und spannend sein. Das ist eine gänzlich andere Herausforderung.

Wer allerdings glaubt, dass die Kurzen weniger arbeitsintensiv sind als eine lange Geschichte …
Nein. Das kam mir nicht so vor. Immer wieder bin ich in die Gedanken und Stimmungen eingetaucht und besonders spannend waren die Momente, in denen ich die Storys zum ersten Mal seit Jahren gelesen habe. Manchmal war es zu meiner Zufriedenheit, und manchmal musste ich ein wenig nachjustieren, weil sich in der Zeitspanne zwischen dem Schreiben und des erneuten Lesens doch wieder ein anderer Blickwinkel in mein Leben geschlichen hatte.

„Absorption“ geht bisweilen den Weg der Zauberschen weiter, blickt aber auch zurück in die Ewigkeit. Ist oftmals mehr Gedanke als Geschichte, auch wenn ich denke, dass mir eine interessante Mischung gelungen sein könnte. (Auch in der Zauberschen ist sehr viel von mir enthalten; viel mehr, als man als Leser ahnen kann.)
Wer mich kennt, weiß, dass ich stets weit entfernt von „zufrieden“ bin, hahaha. Aber wenn ich meine Bücher nebeneinander betrachte, sehe und verstehe ich mich selbst ein wenig mehr. Und somit, und da „Absorption“ nun veröffentlicht ist, kann ich als Autor sagen: „Ja, das bin ich. Das ist mein „Werk“. Für mich ist es stimmig, denn das bin alles Ich.“

Natürlich wünsche ich mir, dass Ihr diesem Ich etwas abgewinnen könnt. Denn auch wenn man seine Kreativität vor allem für sich selbst ausleben sollte, waren Eure Reaktionen, Gespräche und Diskussionen stets bereichernd, beflügelnd und für mich wertvoller, als Ihr Euch vorstellen könnt.

Zu Anfang habe ich beschrieben, dass ich direkt nach „In Ewigkeit“ den Wunsch entwickelte, eine Anthologie zu veröffentlichen. Dann kam die Idee zu „Die Träne der Zauberschen“ und ich hatte plötzlich einen Plan:

„In Ewigkeit“ war ein Buch, welches geschrieben werden musste.
„Die Träne der Zauberschen“ war ein Buch, das ich schreiben wollte.
„Absorption“ erfüllt mir jetzt den Wunsch nach einer Mischung aus beidem.

Für mich fühlt es sich tatsächlich so an, als hätte ich eine Etappe beendet.
Aber habt keine Angst / macht Euch keine Hoffung! Das war die erste Etappe!
Ich habe Ideen für mindestens vier Bücher und weitere Geschichten und solange mich das Schreiben glücklich macht, werde ich weiter machen. Auf welche Art auch immer. Vermutlich wird sich in der nahen Zukunft einiges ändern, aber darüber werde ich mir selbst noch klar werden müssen.

Ich hoffe, die wundervollen Leser, Blogger und Freunde bleiben an meiner Seite und gehen mit mir diesen Weg, wohin er uns auch führen mag.
Ich hoffe, die Leser, Blogger und Freunde, die einen anderen Weg einschlagen, gehen ohne Groll.
Ich hoffe, ich werde neue Leser, Blogger und Freunde mit meinen Büchern finden und ihnen eine gute Zeit und bestenfalls gute Gedanken schenken.

Ich danke Euch allen von Herzen, aber nun lasst Euch endlich von meinen Kurzen absorbieren! Ich freu mich auf Eure aufrichtigen Reaktionen, sei es Lob oder Kritik!

Liebste Grüße!
Ian.

07/2020 – Zu Besuch bei … (Skoutz)

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Die zauberhafte Martina vom Skoutz-Award hat mich letztens in Pfuhlenbeck besucht! Was für ein dufter Tag! Nach einem Käffchen zum Kennenlernen habe ich ihr die Schauplätze meiner Geschichten gezeigt und wir haben ordentlich geschnackt. Dabei ist dieses tolle Interview entstanden.
Danke an den Skoutz-Award und Martina für ihren Support! Es war mir eine unglaubliche Freude!

Zu Besuch bei Ian Cushing, der nach Dinosauriern für den Weltfrieden verlangt …

Um Ian Cushing zu treffen, muss ich mit dem Skoutz-Kauz nicht nach Baltimore reisen, wo der Autor vor einigen Jahren geboren wurde, sondern ins schöne Südniedersachsen. Ich bin schon sehr gespannt, was mich bei ihm alles erwarten wird. Um meine Neugier ein wenig zu stillen und mich auf das Interview vorzubereiten, habe ich natürlich schon mal ein bisschen recherchiert. Dabei habe ich herausgefunden, dass er einen ziemlich erlesenen Lesegeschmack hat. Neben Stephen King zählen auch Edgar Allan Poe, H.P. Lovecraft, Sir Arthur Conan Doyle, Charles Bukowski, aber auch Hermann Hesse, Albert Camus oder Jean-Paul Sartre zu seinen Lieblingsautoren. Mal sehen, welche Details ich ihm mit meinen Fragen noch so entlocken kann …

Wie würdest du dich in einem Wort beschreiben?

Verzeiht, aber das ist unmöglich für mich.

Ach, da gibt es doch nichts zu verzeihen. Im Gegenteil, ich bin neugierig, was du mir stattdessen antwortest. Also, wie würdest du dich beschreiben?
Ohne Wortanzahlbegrenzung

Je nach Tagesform und Stimmung könnte hier jetzt stehen: knuddelig, angefressen, nachdenklich, blödsinnig, feige, mutig, hungrig, satt, überfordert, unterfordert, lustig, traurig.
Sucht euch einfach was aus, was gerade zu euch passt. Verdammt, bereits an der ersten Aufgabe gescheitert … wo soll das noch hinführen?

Ich glaube, es wird ziemlich interessant. Außerdem ist das hier doch kein Test!

Beruf oder Berufung – was macht dir an deinem Job als Autor am meisten Spaß? 

Am meisten Spaß macht mir natürlich das Schreiben an sich und wenn aus einer fixen Idee eine Geschichte entsteht. Das Eintauchen in die selbsterfundene Welt, in die Köpfe und Seelen der Figuren und das Spazieren durch den Welten, die man erfindet, hat durchaus etwas von Magie für mich.

Das klingt, so schön du das auch formuliert hast, nach einem Aber …

Aber leider macht dieser wundervolle kreative Prozess nur einen kleinen Teil des Hobbys aus. 

Wohl wahr …

Wann hast du dein erstes Buch veröffentlicht und wie lange hast du daran geschrieben?

Das erste Buch “Fünf Minuten” habe ich im Juni 2017 veröffentlicht.

Wie lange hast du dafür gebraucht?

Es war das Tagebuch eines namenlosen Protagonisten, und ich kann nicht mehr sagen, wie lange ich daran geschrieben habe. Aber ich weiß, dass es sich quasi von selbst erzählt hat und in einer sehr kurzen Zeit entstanden ist. 

Klingt, als hätte die Story zu Papier gebracht werden wollen …

Ich möchte noch anmerken, dass “Fünf Minuten” später ein wichtiger Bestandteil von “In Ewigkeit” wurde, darin enthalten und somit nicht mehr separat erhältlich ist.

Wie läuft ein typischer Tag als Autor bei dir ab?

Ich bin wohl die Routine  – aka Langeweile – in Person. Unter der Woche gehe ich nach der Arbeit meist noch ein, zwei Stunden schreiben oder was auch immer so anfällt. An den Wochenenden geht es nach dem Frühstück in mein Schreibzimmer und ich versuche, tagsüber zu schreiben wie es die Tagesform zulässt. 

Und dann schreibst du konzentriert drauflos?

Nicht unbedingt. Oft sind es aber auch andere Aufgaben, wie Layouten, Planen, Recherchieren, aber auch die soziale Kontaktpflege oder niedliche Tiervideos, mit denen ich diese Stunden fülle, denn ich gehöre (leider) zu denen, die nicht auf Knopfdruck schreiben können. 

*grins* Ich muss gestehen, ich hätte nicht erwartet, dass du zur Fraktion Niedliche-Katzenvideo-Prokrastinierer gehörst … Sehr charmant …

Das Jahr 2020 stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Wie sehr beeinflusst Corona deinen Schreiballtag?

Das ist recht einfach zu beantworten: Corona beeinflusst meinen Schreiballtag kaum.

Kaum ist relativ. Kannst du mir das ein wenig genauer ausführen?

Lediglich die Kontaktbeschränkungen sorgen dafür, dass ich am Wochenende noch mehr Zeit habe zu schreiben, da die anderen Aktivitäten momentan wegfallen. 

Oder Tiervideos zu schauen … Entschuldige, das war gemein … Bitte erzähl weiter …

Geändert hat sich für mich als Autor schlicht und ergreifend gar nichts. Ich wäre z.B. nicht auf den Buchmessen präsent gewesen, die leider abgesagt werden mussten, und daher auch nur indirekt betroffen. Aber vielleicht hat ja der eine oder die andere in der Zeit mein Buch gehamstert und strenggenommen wäre das ja sogar ein positiver Effekt. 

Kreativ oder doch eher regeltreu? Wie flexibel bist du beim Schreiben? 

Wenn “regeltreu” bedeutet, dass wir den Ratgeber “Wie schreibe ich einen Bestseller, der allen gefällt” lesen und dann ganz “kreativ” loslegen, möchte ich als Autor nichts damit zu tun haben. “Regeltreu” finde ich in den Bestsellerlisten genug und das ist auch gut so. 

Und was trifft auf dich zu?

Als ich angefangen habe zu schreiben, war nicht mein Ziel, als Autor Regeln zu befolgen und “den Markt” zu bedienen. Natürlich gibt es allgemeingültige Regeln, die man auf ganz natürliche Weise befolgt, aber die sollten niemals die Kreativität und die Umsetzung der Geschichten beeinflussen. 

Ich möchte nicht, dass die Antwort missverstanden wird oder überheblich klingt, denn es ist wirklich schwer, ein gutes Buch (was immer das für jeden einzelnen Leser bedeutet) zu schreiben, aber die intensivsten Leseerlebnisse habe ich, wenn die Autoren mit Regeln und Konventionen brechen, sich ausleben, ihre Gedanken, Fantasien und Emotionen tanzen lassen. Oder ganz einfach: anders sind. Oder noch besser: sie selbst sind.

Da stimme ich dir absolut zu und viele große Klassiker sind nur solche geworden, eben weil sie auch mal mit den Regeln gebrochen haben. Wie sieht es mit der Flexibilität aus?

Flexibel muss ein Autor eindeutig sein, denn jede Geschichte fordert ihn heraus. Sie verlangt von ihm, in einem bestimmten Stil und Ton und aus einer bestimmten Perspektive erzählt zu werden und darauf muss man sich einlassen, sonst verschwindet sie wieder. 

Welches war dein erstes selbstgelesenes Buch? Und hast du es heute noch?

Früher habe ich sehr viel gelesen (wir hatten ja sonst nichts!), …

*schmunzel*

… aber an das erste Buch kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Dennoch gibt es ein sehr wichtiges Buch für mich, welches mich in der Kindheit sehr geprägt hat.

Verrätst du mir, welches?

Es war ein Band von Wilhelm Busch, in dem natürlich seine bekannten Bildergeschichten, aber auch Texte zu finden waren. Selbstverständlich ergötzte ich mich als kleiner Steppke ausschließlich an den Bildergeschichten. 

Steht das Buch heute noch in deinem Regal?

Das Buch gehörte meinen Großeltern und ich schmökerte immer darin, wenn ich bei ihnen war. Lange Zeit später habe ich meine Oma nach dem Buch gefragt, aber sie vermutete, dass es vor Jahren bei einem Hochwasser zerstört worden wäre, da sie es seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Umso größer war meine Freude, als sie mir eines Tages freudestrahlend dieses Buch geschenkt hat, weil es eben nicht im Hochwasser abhandengekommen war, sondern sich auf dem Dachboden versteckt hatte. Kluges Buch! 

Stell dir vor, du könntest eine beliebige Figur aus einem Buch zum Essen treffen. Was würde passieren? 

Ich würde Harry Haller zum Essen einladen.

“Der Steppenwolf” von Hermann Hesse also. Was würdest du mit ihm erleben wollen?

Vermutlich kehren wir im Restaurant Zum Schwarzen Adler ein und würden bei gutem Essen, Bier und Wein über das Menschsein sprechen. Mich interessiert, wie es ihm danach ergangen ist; ob die Lektion nachhaltig war; wie er jetzt mit dem Leben zurechtkommt und was er mir für weitere Ratschläge geben würde. 

Klingt spannend …

Mit ein wenig Glück nimmt er mich vielleicht sogar zum Abschluss des Tages in das Magische Theater mit. Der Eintritt ist nicht für jedermann, sondern nur für Verrückte und kostet den Verstand. Voraussetzungen, die ich erfülle und ein Preis, den ich bereit bin zu zahlen. 

Auf welche Frage hattest du in letzter Zeit keine Antwort und hast du sie finden können?

Neue Erkenntnisse haben mich in letzter Zeit eigentlich nicht ereilt, aber ich muss mir manche Dinge immer wieder bewusstmachen. 

Zum Beispiel?

Wenn man so viel Glück mit seinem Hobby hat wie ich, verändert sich der Fokus ganz unweigerlich, und man muss ab und zu anhalten, um den inneren Kompass neu zu justieren. Warum schreibe ich? Wer bin ich? Wo will ich hin? Für wen schreibe ich und wie gesund ist es, wenn ich mir über eventuelle Erwartungen anderer Gedanken mache? 

Und?

Ich muss mir die (durchaus bekannten) Antworten auf diese Fragen alle paar Monate wieder selbst geben, weil sie durch das Drumherum manchmal verschüttet werden. 

Ist das nicht bei vielen klugen Antworten so?
Dass man sie sich immer wieder neu erdenken muss?

Wie oft schaust du täglich auf dein Handy?

Viel zu oft.

Das ist immer relativ. Was heißt das genau?

Dieses Ding ist an meiner Hand scheinbar festgewachsen. Ich versuche es tatsächlich momentan zu reduzieren, aber dieses kleine Gerät hat das Leben so kompakt gemacht, dass ich gar nicht mehr ohne kann. Ich bemühe mich, die Abstände größer werden zu lassen, um die Sucht und den Informationsoverkill in den Griff zu bekommen.

Was darf in deinem Kühlschrank niemals fehlen?

Mein allabendlicher Joghurt oder Schokopudding, der mir die gemütlichen Stunden auf der Couch versüßt.

Oh, das klingt ja fast nach einem festen Ritual. Gibt es noch etwas, das nicht fehlen sollte?

Es kann auch nicht schaden, wenn man stets ein kühles Bier griffbereit hat. 

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Für meine Frau, Familie und Freunde.

Ich bin sehr dankbar, dass Karmazid sich immer wieder bereit erklärt, für die Cover meiner Bücher den Stift zu schwingen. Durch seine Kunst werden meine Visionen erst vervollständigt. 

Und zu guter Letzt natürlich, dass ich den Mut hatte, mit meinen Büchern an die Öffentlichkeit zu gehen und durch die Leser, Blogger und Kollegen so viel positives Feedback erfahren durfte. 

Zeitreisen – ein spannendes Mysterium. Bei welchem historischen Ereignis wärst du gern dabei gewesen und warum?

Ganz spontan würde ich sagen: Beamt mich nach San Francisco und lasst mich dort am 07. März 1967 landen.

Ein präzises Datum. Jetzt bin ich natürlich neugierig, was du dort erleben möchtest …

Dann pilgere ich in den Club The Matrix und schau mir die drei Shows von The Doors an. Sie hatten im Januar des Jahres ihre erste Single (“Break on through”) veröffentlicht und der Durchbruch war noch nicht geschafft. Aber sie waren so unglaublich gut … wild, frei, poetisch und virtuos. Eine geniale Band. 

Absolut …

Sollte eure Zeitmaschine nach der Landung defekt sein, wäre ich nicht allzu traurig, denn die Band spielte einige Tage in Folge in in dem Ort und ich denke, ich könnte es eine Woche lang in San Francisco bei Milchshakes und Burgern und aufregender Musik ziemlich gut aushalten. 

Joa. Nachdem du offenbar Doors-Experte bist, passt die nächste Frage ja perfekt …

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?

Also, ich kann aus dem Stegreif eine 90-minütige Präsentation über The Doors halten, ohne mich vorbereiten zu müssen.

Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit mitgebracht … 

60 Minuten fülle ich ohne Probleme mit Einblicken, Hintergründen und Anekdoten aus dem Selfpublishing und wie es wirklich ist, wenn man auf eigene Faust ein Buch veröffentlicht. Natürlich ist dieser Vortrag rein subjektiv und persönlich und dürfte eine tragikomische Veranstaltung werden.

Und wenn du dich wirklich auf eine halbe Stunde beschränken musst? 

Den gewünschten 30-minütigen Monolog halte ich über Dino Buzzati und warum ich denke, dass er ein vollkommen unterbewerteter Autor zu sein scheint. Das 10-minütige, emotionale Schlussplädoyer wird sich ausschließlich mit dem Aufruf beschäftigen, dass sich endlich mal ein Verlag um das Gesamtwerk des Autors kümmern sollte.

 Wir buchen dich mal für einen Workshop! Das klingt unterhaltsam.

Was würdest du rückwirkend ändern, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?

Persönlich?

Ja.

Nichts! Alles, was in meinem Leben geschehen ist (ob gut oder schlecht), hat mich zu diesem Moment geführt, an dem ich für den Skoutz-Award ein Interview führen darf, Bücher veröffentlicht habe und veröffentlichen werde, Menschen gefunden habe, die mein Leben bereichern.

Oh, danke, wir fühlen uns geehrt *rot werd* Ich freue mich auch, mit dir plaudern zu dürfen.

Historisch gesehen? Ich hätte die Dinosaurier nicht aussterben lassen. Wäre doch spannend zu sehen, wie sich alles entwickelt hätte, wenn die Menschheit sich mit einer kräftigeren Spezies arrangieren müsste. Huch! Habe ich gerade eine Idee für eine Geschichte gehabt?

Vielleicht. Klingt aber echt spannend …

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Weiterhin so aufgeschlossene und ehrliche Leser, die meinen Weg zu einem gemeinsamen Weg verwandeln. Gesundheit. Mehr bunt und weniger grau.

Das wünsche ich dir auch. Vielen Dank, lieber Ian Cushing, dass du dir die Zeit genommen hast, mich zu treffen und all meine Fragen zu beantworten. Es war wirklich toll mit dir und ich würde mich freuen, wenn wir mal wieder so nett plaudern könnten. Deinem Roman wünsche ich für den weiteren Wettbewerb viel Erfolg.

06/2020 – Buchvorstellung beim Skoutz-Award / Midlist Horror 2020 (Skoutz)

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Weiß der Kauz, wie ich auf der Midlist der zehn feinsten Horrorperlen des Jahres 2019 gelandet bin, aber die Worte, die man für mein Buch gefunden hat, sind absolut schmeichelhaft und wundervoll. Ich bin wirklich sehr stolz, dass mein Buch so gut bei seinen Lesern ankommt!

Die Träne der Zauberschen – Okkulter Horror von Ian Cushing

Horror-Spezialistin Mari März, hat sich unerschrocken den gut 2o0 Vorschlägen der Longlist Horror gestellt und aus den dunkelsten Ecken des Buchregals die 10 schrecklichsten, abgründigsten, furchterregendsten, düstersten und grausamsten Geschichten des letzten Jahres für den Horror-Skoutz herausgeholt, um sie in die Midlist Horror 2020 zu packen.
Die Träne der Zauberschen von Ian Cushing spielt mit den leisen Tönen, arbeitet mit Gänsehaut statt Adrenalinschocks und bezaubert damit doch … Wir empfinden das im August 2019 von Autor Ian Cushing selbst über epubli herausgegebenen Buch jedenfalls als Bereicherung der diesjährigen Anwärter auf den Horror-Skoutz.

Wir erklären euch natürlich auch, warum:

Die Träne der Zauberschen – Poetisch okkulter Horror von Ian Cushing

Alte Schuld und neue Rache – dieses Thema eignet sich stets für Horrorromane. Kein Wunder, werden damit auch spannende ethische Fragen aufgeworfen. Diese historische Komponente, die Grausamkeit alter Zeiten, die unserer weichgebetteten Wohlstandskultur natürlich wie Horror erscheinen, bereichert das Genre.

Die Träne der Zauberschen ist ein wundervolles Beispiel dafür, wie kreativ damit umgegangen werden kann. Der Grusel dabei, die kleine Schwester des Horrors, ist ein wirkliches Leseerlebnis.

Um was geht’s in Die Träne der Zauberschen?

Ein unheimliches Ereignis verändert das Leben der drei Freunde Dirk, Jan und Marcus von einer Nacht auf die andere. Eine geisterhafte Gestalt droht ihnen grausame Rache für ein Verbrechen an, das vor vierhundert Jahren geschehen ist.
Sie entdecken ein schreckliches Geheimnis, welches ihre Familien seit Jahrhunderten verbindet und müssen erkennen, dass die Sünden der Vergangenheit bis in die Gegenwart überdauert haben.
Die Zeit der Rache ist gekommen!

Wie hat uns die Träne der Zauberschen gefallen?

Ein Prozess aus dem siebzehnten Jahrhundert wirft die Protagonisten von einem Moment auf den nächsten aus der Bahn. Auf zwei Zeitschienen erzählt Ian Cushing eine Geistergeschichte der besonderen Art und verbindet dabei historischen Grusel mit modernen Ängsten. Die Figuren sind absolut realistisch ausgearbeitet und überzeugen durch ihre Figurenlogik, die Schritt für Schritt in die Katastrophe führt. Der Prozess der untoten Barbara wird so geschildert, dass die Verzweiflung und die Ohnmacht des Opfers gegenüber einer besserwissenden Obrigkeit spürbar, mitfühlbar wird. Geradezu kafkaesk wirkt hier die Geschichte, die den zeitlosen Horror der Selbstgerechtigkeit entlarvt. Damit ist das Buch auch ungeahnt aktuell. Die Sprache ist mitreißend und führt den Leser von Spannungspunkt zu Spannungspunkt, ohne auf leise Töne und nachdenkliche Sequenzen zu verzichten. Am überzeugendsten ist jedoch der Schluss, der so überraschend wie logisch daherkommt und … ach was! Lest selbst!

Jury-Mitglied Mari März meint:
Melancholisch anders.
Sehr gut inszeniert, ästhetisch verstörend, hochwertig.

Wem verdanken wir Die Träne der Zauberschen?

Ian Cushing veröffentlichte nach seinem Debüt “Fünf Minuten” (2017) mit “In Ewigkeit” (2018) einen Nachfolger und diese Geschichten sind eng verwoben.
Im Jahr 2019 veröffentlichte er seinen ersten Roman: “Die Träne der Zauberschen”. 2020 wird seine Kurzgeschichte Der Erlöser in der Anthologie “Zombie Zone Germany: Der Beginn” im Amrûn Verlag veröffentlicht.
Zu seinen Lieblingsautoren zählt er Stephen King, Edgar Allan Poe, H.P. Lovecraft, Sir Arthur Conan Doyle, Charles Bukowski, aber auch Hermann Hesse, Albert Camus oder Jean-Paul Sartre.

Das klingt für uns, als hätten wir da einen neuen, sehr skoutzigen Autor entdeckt. Umso spannender wird unser Besuch bei ihm, von dem wir natürlich berichten werden.

03/2020 – Behind the Scenes – »Der Erlöser« [in eigener Sache]

Amrûn Verlag – Homepage
Amrûn Verlag – Facebook
Zombie Zone Germany – Facebook

Liebe Freunde und SuPs,
ich bin ja wirklich nicht für Spontanität berühmt und ständige Zweifel machen mir oft das Leben schwer. Aber ein Mal war ich entgegen meiner eigentlichen Natur tatsächlich sehr spontan … vielleicht sollte ich das viel öfter sein, wenn ich betrachte, was es mir beschert hat!

Meine kurze Geschichte »Der Erlöser« ist als eine von 19 Geschichten auserwählt worden, in der Anthologie Zombie Zone Germany: Der Beginn beim Amrûn-Verlag zu erscheinen! Wie verrückt ist das denn?!

Ich habe einfach große Lust, euch die Story hinter der Story zu erzählen (ich hätte es auch erzählt, wenn ich nicht auserwählt worden wäre), weil der gesamte Prozess etwas Besonderes für mich war, und ich lass euch ja gern an meinem jungen Autorenleben teilhaben.

Idee und Schreiben

In der Nacht zum 05.04.2019 hatte ich einen echt schrägen Albtraum. Ich weiß es so genau, weil ich mich am nächsten Morgen (oder war es noch in der Nacht?)
a) daran erinnern konnte und
b) ihn sofort in mein Handy getippt habe.

Ab dem 06.04.2019 war ich mit meiner Frau fünf Tage in einem Kloster. Nicht so ein Ora et Labora-Kloster, sondern eher ein nettes Zimmer in einer ehemaligen, wunderschönen Klosteranlage. Dort gab es einen wundervollen Park und das Wetter war schon äußerst frühsommerlich, sodass wir uns Decken und Liegestühle geschnappt und es uns an der frischen Luft bequem gemacht haben.
Bewaffnet mit allem, was man zum literarischen Lotterleben braucht (Getränke [Pils und Jacky-Cola], Kippen, Hagelzuckerkekse, meinem Laptop und einer Boombox), haben wir unser Lager aufgeschlagen. Das dürfte für einige Besucher des öffentlichen Parks sicherlich ein seltsames Bild abgegeben haben, wie ich mit dem Laptop auf dem Schoß vollkommen entspannt unter den Bäumen saß, während meine Boombox mit den Vögeln um die Wette musizierte.

Schreibatmosphäre deluxe!

Da mich die Überarbeitung meines Romans »Die Träne der Zauberschen« zu dem Zeitpunkt ganz dezent in den Wahnsinn getrieben hatte, habe ich einfach beschlossen, aus dem besagten Traum etwas zu basteln.
Ich saß also da im Grünen, hatte weder einen Plot, geschweige denn eine Idee (von der Traumsequenz mal abgesehen) und überhaupt keine Ahnung, was ich vorhatte und dann …

… stand der Protagonist aus »Der Erlöser« mit einem Mal neben meinem Liegestuhl und diktierte mir seine Geschichte. Er ist ein alter Bekannter von mir und hat mich schon mehrfach besucht. Anfangs wollte ich seine hochgradig unflätige Ausdrucksweise noch in schöne Worte kleiden, aber da hat er mir eine Nackenschelle verpasst und keine andere Wahl gelassen, als mich seinem Willen zu beugen. Don’t fuck with the Erlöser.

Nach kurzer Zeit (Zeitgefühl hatte ich nicht mehr, aber die Sonne schien mir immer noch auf den Kopf), hatte ich die ersten vier oder fünf Seiten geschrieben. Es war ein Rausch … ich musste über nichts nachdenken, die Ideen und Gedanken und alle Schlenker von A nach B und C und wieder zurück, flossen einfach so durch meine Finger. So etwas habe ich vorher noch nie erlebt! Der Anfang der Geschichte war einfach da und wollte aufgeschrieben werden.
Wer von euch selbst schreibt, kann hoffentlich nachvollziehen, was das für ein seltener, magischer Zustand ist!
Für alle anderen: Sehr oft überlegt der Herr Möchtegernautor tagelang, wie der Protagonist sein könnte und wie er spricht und was er tut und vor allem warum. Dann quält er sich und grübelt an jedem Satz herum. Unter Anstrengungen schafft man vielleicht eine oder maximal zwei Seiten (wenn es gut läuft) oder er starrt einige Stunden auf den hämisch blinkenden Cursor und tippt nicht einen einzigen Satz.
Aber an diesem Tag und an diesem Ort war aber alles anders! So ein Output war mir bisher nicht untergekommen und das Beste daran ist: Ich war (und bin immer noch) mit dem Text einfach nur glücklich und ich habe ihn seit dem nicht mehr groß verändert. Fast könnte man von einem one take sprechen.

Entgegen meiner sonstigen Arbeitsweise (totale Geheimhaltung und verschwörerisches Getue) habe ich meine Frau genötigt, sich die ersten Seiten anzuhören und las sie ihr vor. Als ich fertig war, hat sie mich gefragt, wann ich das alles geschrieben hätte und ich sagte: »Grad eben.« Ihr durchaus als irritiert und dezent verständnislos zu bezeichnender Blick verriet mir, dass ich auf dem richtigen Weg war und habe danach noch ein, zwei weitere Seiten geschrieben! Rausch, Baby, Rausch!

Insgesamt war ich an drei Kloster-Nachmittagen mit der Story beschäftigt und hatte bei der Abreise fast die vollständige Geschichte fertig. Einfach so.
So viel zur Magie des Schreibens, die einen manchmal überwältigt.
Hach, ich denke so gern daran zurück, denn es lag eine ganz bestimmte Stimmung in der Luft.

Komplettierung, Testlauf und weg damit

Zu Hause habe ich den Schwank vervollständigt und liegen lassen, bis eines Samstags meine besten Freunde zu Besuch kamen und ich, dank entspannungsfördernder Getränke, seltsamerweise erneut der Meinung war, jemand mit einer Lesung der Geschichte beglücken zu müssen (ihr ahnt schon … das ist nichts, was ich normalerweise machen würde …).
Ihre positive Reaktion (was sollen die besten Freunde auch sonst sagen, wenn sie denn Ambitionen haben, beste Freunde bleiben zu wollen?) hat zu lustigem Brainstorming, einem langen Gespräch und noch mehr Getränken geführt. Das war eine tolle Reaktion und kreative Atmosphäre …

Am nächsten Morgen habe ich dezent verkatert und angefeuert von der positiven Reaktion und der gestrigen Herumspinnerei im Netz nach Ausschreibungen für Kurzgeschichten gesucht. Dabei hatte ich gar nicht speziell »Der Erlöser« im Kopf, da ich schon einige Kurze in der Schublade liegen hatte, sondern hab einfach mal gestöbert. Ich hatte noch nie nach sowas gestöbert, es vertrieb mir gut die Zeit und ich wollte einfach mal in Ruhe prokrastinieren. Zum Schreiben ging es mir auch nicht gut genug (wenn ihr versteht, was ich meine).

Und dann fand mich die Ausschreibung des Amrûn-Verlags zur zweiten Zombie Zone Germany-Anthologie. Hat mich einfach angesprungen.
Wie witzig ist es, nach all den seltsamen und (für mich) vollkommen untypischen Umständen, wie die Story entstanden ist, eine Ausschreibung zu finden, auf die meine Geschichte passt wie der Gehstock von Oma Miyagi in einen Zombiebrägen?
Ich hab mir die Vorgaben und Wünsche des Verlags durchgelesen und dachte immer nur: „Jup. Passt. Check.“ Okay, stimmt nicht ganz (ich widerlicher Hochstapler!), denn ich musste das Jahr verändern, in dem die Story spielt (meine ursprüngliche Geschichte sollte erst in fünf Jahren spielen), aber das war es dann auch schon! Auch das war auch so ein Zufall, den es gar nicht gibt, oder?! Sometimes truth is stranger than fiction.

Der Einsendeschluss war der 30.06.2019 und wir schrieben den 21.04.2019.
Jetzt hatte ich zwei Optionen:
Nummero Uno: Ich könnte ich das tun, worin ich absolut unschlagbar bin: Die ganze Idee zu Tode denken, an der Story schleifen bis zum-geht-nicht-mehr und am 29.06. aufgeben, weil ich denke, dass es eh keinen Sinn macht. Oder aufgrund meines angeborenen Talents, wichtige Termine zu verbummeln (Geburtstage stehen da ganz oben auf der Liste!), den Abgabetermin schlichtweg zu verpassen.
Oder ich lese mal kurz drüber und schicke sie weg (was, wie ihr jetzt wohl schon vermutet, genau so untypisch ist, wie die ganze Entstehungsgeschichte an sich!).
Ich habe Tor 2 gewählt. Das schlechte Gewissen, eine so ungeschliffene Geschichte zu verschicken, war zwar da, aber es fühlte sich trotzdem so an, als hätte alles so sein müssen und gar nicht anders sein können. Das enge Zeitfenster bis zum Einsendeschluss schien mir da nur ein weiterer Wink mit dem Zaunpfahl zu sein, da Geduld bei mir eher stark unterentwickelt ist.

Wer wissen will, was Hagelzuckerkekse und Whisky hier zu suchen haben, sollte ein Exemplar von „Zombie Zone Germany: Der Beginn“ ordern!

Auch die Magie braucht mal ’ne Pause

Okay, jetzt machte die Magie mal kurz Urlaub, denn, wie das Leben so spielt, wechselte die Herausgeberin der Anthologie und der Abgabeschluss wurde auf den 30.09.2019 verlängert. Irgendwann „vergisst“ man, dass man noch was am Laufen hat, aber ich würde euch schamlos ins Gesicht lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich zwischendrin“ (heißt übersetzt: ca. jeden zweiten Tag) nicht auch mal ungeduldig war … Geduld ist zwar eine Tugend, aber definitiv nicht meine. Und dann hatte sich die Zahl der Einsendung bis zum neuen Einsendeschluss mit 3,6 multipliziert! Da hab ich nur noch mit den Schultern gezuckt, denn die ganze Sache hatte zwar bombig und zackig angefangen, aber ich bin Realist und eine kleine Nummer … und so sah ich meine Felle davonschwimmen, winkte hinterher und ließ die Geschichte trotzdem ruhen (obwohl sie für eine Überarbeitung meinerseits für meine eigene Anthologie anstand – man weiß ja nie!).
Aber die Enttäuschung über die arg geschrumpften Chancen hielt sich in Grenzen, denn dann würde ich den Erlöser halt in meiner eigenen Anthologie zu seinen verdienten Ehren kommen lassen. Magisch war es trotzdem und das war etwas, was mir niemand mehr nehmen konnte!

Back on track und wie arbeitet es sich mit einem Verlag zusammen?

Im Dezember 2019 (wie war das mit Geduld?) erreichte mich dann aber schließlich eine E-Mail mit der definitiven Zusage und im Januar 2020 hatte ich den ersten Kontakt mit einer Lektorin, die sich um meine Geschichte gekümmert. Ein Profi + Meine Geschichte = Whoop! Whoop!

Ihr wisst, dass ich mit Herz und Seele Selfpublisher bin und immer gesagt habe, dass eine Verlagserfahrung allein deswegen reizvoll wäre, damit ich überhaupt weiß, wie sowas abläuft, was in einem Vertrag alles so drinsteht, ob das was für mich ist und wovon man so spricht etc. pp.
Was soll ich sagen? Herausgeberin und Lektorin Claudia Rapp hat mir mit ihrer unkomplizierten und freundlichen Art meinen Besuch in der Welt der „Verlagsautoren“ mehr als leicht gemacht.
Sie hat, während sie meine ganzen Interpunktionsschlampereien ausbügeln musste, nicht sooo laut geflucht, als dass ich es in meinem Arbeitszimmer hätte hören können, und sie hat an einigen Stellen helfend und unterstützend eingegriffen, wofür ich ihr sehr dankbar bin.
Darüber hinaus musste sie dem Neuling viele Fragen beantworten und hat sich um meine Anliegen, Unsicherheiten und Nachfragen gekümmert. Das war eine wirklich entspannte und sympathische Erfahrung und ich bin mehr als glücklich, dass ich sie machen durfte!
Gleiches gilt auch für den Kontakt mit dem Verlag in Person von Jürgen Eglseer … ich glaube, wenn man das Glück hat, gleich beim ersten Mal mit solchen Menschen „arbeiten“ zu dürfen, liegt die Messlatte für die Zukunft verdammt hoch. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt?

Was war da los? Was bleibt? Was kommt?

Jetzt wird meine eigene Anthologie (die ich voraussichtlich 2020 veröffentlichen möchte) natürlich ohne den Erlöser auskommen, aber ich freu mich so viel mehr darüber, dass ich ein kleiner Teil der Zombie Zone Germany und dieser Anthologie zwischen all den großartigen Autorinnen und Autoren sein darf! Das alles fühlt sich immer noch wie ein Traum an, wenn ich ehrlich bin.

Wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht erzähle, weil ich von mir glaube, ein toller Hengst zu sein. (Eigentlich ist mir immer noch unbegreiflich, wie es überhaupt dazu kommen konnte!) Auf die Brust trommeln und Grunzen überlasse ich gerne anderen …
Aber ich habe dabei sogar was über mich gelernt und das ist wirklich nicht zu unterschätzen!
Das Schreiben war bei dieser Geschichte anders. Mein Verhalten war anders. Meine Entscheidungen waren andere. Ich habe wirklich alles anders gemacht, als ich es normalerweise machen würde, wenn ich mein Kontrollzentrum einschalte und das ist etwas, was diese ganze Geschichte für mich persönlich so speziell macht.
Und dennoch war ich es … nur anders, als bei den anderen Geschichten, die ich veröffentlicht habe und im Leben generell. Halt eine andere Seite meiner Persönlichkeit und auch wenn »Der Erlöser« ganz anders ist als »In Ewigkeit« oder »Die Träne der Zauberschen«, stammt alles aus derselben Quelle. Aus dem Kopfmensch wurde kurzzeitig ein Bauchmensch, könnte man sagen.
Manchmal muss man die gewohnten Pfade verlassen, sich treiben lassen von Intuition, Inspiration und nicht alles bis ins Detail planen. Oder um es mit den unsterblichen Worten Jim Morrisons zu sagen: „Let it roll, Baby, roll!“
Ich bin wirklich froh, eine andere Seite von mir kennengelernt zu haben, denn es hat mir neue Horizonte eröffnet. Und ehrlich gesagt hat mir keine Geschichte bisher beim Schreiben so viel Spaß bereitet, wie »Der Erlöser«! Und nur das zählt.

That’s it. Eine für mich persönlich verdammt schräge Story hinter einer verdammt schrägen Story.

Danke fürs Zuhören! Damit ihr wisst, ob mein ganzes Geschwafel überhaupt der Mühe wert war, würde ich jetzt vorschlagen, dass ihr dem Amrûn-Verlag einen kleinen Besuch abstattet und das Buch endlich vorbestellt!


Passt auf euch auf und bis garantiert bald!
Ian.

Zombie Zone Germany: Der Beginn
Herausgeberin Claudia Rapp
576 Seiten Paperback
Amrûn Verlag
Erscheint zur Leipziger Buchmesse März 2020 Mitte März 2020
Shop: https://amrun-verlag.de/produkt/zombie-zone-germany-der-beginn/

Beschreibung
Zombies haben Deutschland fest im Griff. Das Schicksal des isolierten Landes ist tragisch. Aber wie hat das eigentlich alles angefangen? Wie haben die Menschen den plötzlichen Verlust ihrer Normalität, das Grauen vor der eigenen Haustür, in der eigenen Familie erlebt?

Mai 2020. Der Tag X, an dem die ersten Untoten gesichtet, gemeldet werden. Und wahllos Menschen angreifen, beißen, töten. Sie anstecken und dazu verdammen, dass die Opfer selbst zu Zombies werden. Rasend schnell verbreitet sich die zunächst unerklärliche ›Seuche‹ in Deutschland, denn es gibt mehr als einen Infektionsherd.

In 19 Geschichten erleben wir Betroffene aller Altersgruppen und sozialen Schichten. Menschen in der Großstadt, auf dem Land, Einzelgänger, Familien, beste Freunde, heimliche Feindinnen, Cliquen und Wahlverwandtschaften, Zusammenhalt und Rückzug, Schulterzucken ebenso wie Kämpfe bis zum letzten Atemzug. Allen gemein ist die konstante Bedrohung, das grausige, von Gewalt geprägte Umfeld aus Tod, Ekel, Angst und Ungewissheit, das zum Vorschein bringt, wer diese Menschen wirklich sind.

Das Prequel zur Zombie Zone Germany – denn wir sollten alle vorbereitet sein!

02/2020 – Autorenvorstellung (Dark Owl)

Jenni aka Dark Owl hat mich gefragt, ob ich mich in ihrem Blog vorstellen möchte … na klar! Da mir solche Texte immer schwerfallen, habe ich mir ein Zeitlimit von 15 Minuten gesetzt und alles aufgeschrieben, was mir so durch den Kopf ging … hätte schlimmer kommen können, hahaha …

Moin! Ich bin Ian Cushing und Jenny hat gesagt, dass sie mich euch vorstellt, wenn ich einen kleinen Text über mich schreibe, damit ihr mich kennenlernt. Ich mag keine vorgefertigten Promotexte, daher schreibe ich jetzt einfach in der nächsten Viertelstunde alles auf, was mir so durch den Kopf geht.

Here we go:
Okay, meinen Namen kennt ihr bereits. Nicht, weil ich so schrecklich berühmt bin, sondern, weil ich ihn oben schon genannt habe. Ich bin Mitte vierzig und lebe im schön-beschaulichen Südniedersachsen. Seit 2017 veröffentliche ich meine Geschichten und bin ein leidenschaftlicher Selfpublisher. Bevor ich selbst zu einem wurde, hatte ich ja keine Ahnung, was im Bücher-Untergrund so alles abgeht! Es ist wie in der Musik oder Kunst oder Film: Was du siehst, liest und hörst, ist das, was du sehen sollst. Aber unter der Oberfläche der Charts und Bestsellerlisten tummeln sich fantastische Bands, Filmemacher und Selfpublisher! Ich bin glücklich, das kennengelernt zu haben und nun zwischen den Welten wandeln darf.

Wie auch die vielen hingebungsvollen Bloggerinnen und Blogger, die sich mit Herz und Leidenschaft für Autoren, Verlage und Selfpublisher wie mich einsetzen! Das ist alles andere als selbstverständlich für mich! Lots of hugs, y’all!

Ich selbst habe drei Bücher veröffentlicht, wobei das erste, »Fünf Minuten« (2017), dann zu einem Teil meines zweiten Buches »In Ewigkeit« (2018) wurde und seit dem nicht mehr einzeln zu kaufen ist! Im August 2019 habe ich dann meinen Roman namens »Die Träne der Zauberschen« veröffentlicht. Aktuell (es ist Ende Januar 2020, während ich den Text schreibe) arbeite ich fleißig an meiner eigenen Anthologie, die hoffentlich im Laufe des Jahres 2020 das Nachttischlicht eures SuBs erblicken wird.

Und sonst so? (Meine Viertelstunde läuft gleich ab!)
Ich bin passionierter Passivfußballer;
Ich finde, dass das Marvel Cinematic Universe viel zu unübersichtlich geworden ist;
Und Batman sowieso der coolste Superheld ist;
Ich hoffentlich bald eine tolle Überraschung verkünden darf;
Ich viel zu wenig Zeit zum Lesen und Schreiben habe;
Camus, King, Lovecraft und Hesse meine heilige Vierfaltigkeit ist …

Okay … Viertelstunde ist rum! Das war gar nicht so schlecht, unter Zeitdruck zu arbeiten, denn wie ich mich kenne, hätte ich sonst tagelang an einem Vorstellungstext rumgedacht und so habt ihr mich mal ganz spontan kennengelernt! Wer mehr wissen möchte, schaut einfach mal in den sozialen Medien vorbei: www.iancushing.de (Homepage inklusive Rezensionen, Leseproben etc.) www.facebook.com/Ian.Cushing.Official (Facebook, halt) www.instagram.com/cushing.ian (Hey Schatz, guck mal, ich bin bei Insta!)

In diesem Sinne … alles Gute und bis bald!
Euer Ian.

02/2020 – Interview (De Bichergeck)

Jessica alias De Bichergeck hat mich nach Luxemburg zu einem Interview eingeladen. Virtuell, wenigstens. Aber ich freu mich sehr über ihr Interesse, egal wo auf der Welt! Wusstet ihr, dass sie selbst Autorin ist? Viel Spaß!

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!
Ich danke dir, liebe Jessica, dass du mir deine Zeit schenkst und Interesse an mir hast! Ich hoffe sehr, dass es dich nicht stört, wenn ich dich duze …

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Bereits in der Schule habe ich am liebsten Aufsätze und später Interpretationen und sowas geschrieben. Durch diverse Hobbys wurde mir dann im Laufe der Jahre öfter mal bescheinigt, dass ich das wohl ganz gut kann.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert? Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Es hat sich eindeutig positiv verändert! Anfangs wusste ich überhaupt nicht, ob ich das Zeug dazu hab, eine Geschichte zu schreiben (und eigentlich weiß man das auch nach den ersten Veröffentlichungen nicht wirklich), aber die Reaktionen der Leser waren einfach nur wundervoll! Ich erhielt so viel positiven Zuspruch und Bestätigung von den Freunden, Lesern und Bloggern, dass es mich mehr als überrascht hat. Und das ist es, wie ich meinen Erfolg definiere: einige Menschen mit meinen beiden Büchern „In Ewigkeit“ und „Die Träne der Zauberschen“ berührt zu haben! Das bedeutet mir weit mehr, als 1000 verkaufte Bücher. Ich schreibe nicht, um reich und berühmt zu werden. Das war nie der Ansporn, sondern ich wollte immer meine Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringen. Klar, das lässt sich leicht sagen, wenn man „kommerziell erfolglos“ ist, aber es ist die Wahrheit, hehehe. Der schönste Lohn, wenn man es so nennen möchte, ist der direkte Kontakt zu den Lesern und wenn ich merke (oder sie mir sagen), dass meine Texte sie wirklich berührt haben.

Wieso haben Sie sich für den Selbstverlag entschieden?
Zum einen: Kein Verlag interessiert sich für einen Neuling, der einfach so auftaucht und der Meinung ist, dass er ein ganz tolles Buch geschrieben hat. Das ist wohl auch verständlich, denn ein Verlag muss zusehen, dass er die Kosten, die nicht unerheblich sind, wenn man ein Buch veröffentlicht, durch Verkäufe wieder reinholt. Wenn der Newcomer dann nicht das erwünschte kommerzielle Potential mitbringt, wäre es ein Minusgeschäft, was Unternehmen nur sehr selten eingehen. Daher mache ich halt mein eigenes Minusgeschäft, hahaha.
Zum anderen: Ich liebe es, alles so zu machen, wie es in meinen Augen „sein soll“. Ich finde es toll, dass ich über jeden Schritt die Kontrolle habe und durch jede Veröffentlichung etwas dazulerne. Gleichzeitig hasse ich es auch manchmal, denn der kreative Prozess tritt dadurch stark in den Hintergrund und es wäre toll, zum Beispiel einen Lektor zu haben, denn die Überarbeitung meiner Texte kostet mich meistens mehr Zeit als das Schreiben selbst. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Situation sehr glücklich. Mit allen Hochs und Tiefs.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Eindeutig der letzte Satz. Komischerweise steht der erste Satz immer recht schnell fest und nur ganz selten wird er danach geändert. Ich weiß, dass es viele Leser von dem ersten Satz abhängig machen, ob das Buch sie gefangen nimmt oder nicht, aber das Ende ist mir persönlich sehr viel wichtiger.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Ich denke, dass kreative Menschen auf irgendeine Art immer von allem beeinflusst werden, was sie jemals gelesen, gesehen oder gehört haben. Im besten Fall geschieht diese Beeinflussung unbewusst, denn dann findet man irgendwann einen eigenen Stil.
In der kommenden Kurzgeschichtensammlung wird es auch zwei Geschichten geben, die ich als „Fan Fiction“ im weitesten Sinne bezeichnen würde und bei denen ich mich bewusst (und für jeden mehr oder weniger nachvollziehbar) habe inspirieren lassen. Das macht auch sehr viel Spaß! Aber der eigene Stil, die eigene Idee sollte eigentlich immer im Vordergrund stehen.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Bei meinem Buch „Die Träne der Zauberschen“ waren es ziemlich genau 13 Monate von der Planungsphase bis zur Veröffentlichung.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich mache mir sehr viele Notizen in meinem Notibuch, arbeite auch manchmal aus Spaß Szenen handschriftlich aus, vor allem, wenn ich unterwegs bin. Aber grundsätzlich schreibe ich an meinem Computer.
Mein Arbeitsplatz ist irgendwas zwischen aufgeräumt und chaotisch. Ich weiß in dem Chaos allerdings immer, wo ich die kleinen Zettelchen, auf denen ich mir unterwegs oder auf der Arbeit Notizen mache, finde. Organisiertes Chaos, also.

EBooks oder Papierdruck?
Eindeutig Papierdruck.

Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Mit Eselsohren habe ich kein Problem! Ich finde, man muss Bücher mit Respekt behandeln, aber sie dürfen auch gerne „gelesen“ aussehen. Und da ich meistens abends im Bett lese, habe ich keinen Post-it zu Hand und so markiere ich mir gerne mal ganz besondere Stellen in den Büchern mit einem kleinen Knick. Barbarisch, ich weiß …

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Ja, denn sie können Anregungen sein! Man lernt durch die Meinungen und Kritiken der Leser und daher ist es mir auch so wichtig, eine ungefilterte, ehrliche Meinung zu erhalten, denn manchmal decken sie Fehler oder Unzulänglichkeiten auf, die ich selbst nicht erkannt habe.
Es ist allerdings nicht so, dass ich dann beim nächsten Mal jede Kritik und Anmerkung umsetze oder beherzige. Das ist ja das schöne als Selfpublisher: Man macht alles so, wie man es für richtig hält und schreibt in erster Linie für sich.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Ich erinner mich manchmal tatsächlich an einen ganz bestimmten Tag. Ich war noch in der Grundschule, es waren Sommerferien und ich bin morgens in den Garten gegangen. Die Sonne schien bereits warm auf meine Arme und kann mich heute noch an das besondere Licht, dieses Gefühl und vor allem den Duft erinnern. Ich kann nicht sagen, wonach es im einzelnen geduftet hat, aber es war eine Mischung aus Blumen und Blüten, der Erde und der Kieselsteine, die langsam von der Sonne erwärmt wurden, während der Tau auf dem Rasen verdunstete.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Puh, da habe ich jetzt lange drüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich keine Kindheitsträume hatte oder habe; weder erfüllt noch unerfüllt.
Wünsche und Hoffnungen, die meinen aktuellen Projekten entspringen, gibt es aber wirklich mehr als genug!

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Ich wäre gern mit ein ganz klein wenig mehr Selbstbewusstsein ausgestattet; die ständigen Zweifel und Gedanken, ob „es nicht noch besser geht“ und so weiter, sind auf Dauer eher hinderlich (wenngleich es auf eine gewisse Weise auch dafür sorgt, dass ich meine „Aufgaben“ so gut wie irgend möglich ist erledige).

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Ich glaube, ich würde mich lieber mit realen Menschen treffen. Da gibt es einige, die ich sehr bewundere und mit denen ich gerne mal in einem Raum zusammen wäre, ohne, dass sie Notiz von mir nehmen müssten, denn vermutlich würde ich kein Wort herausbekommen. Bob Dylan, John Cleese oder Stephen King, zum Beispiel. Ich würde sie einfach nur ein paar Minuten beobachten wollen.

Was bedeutet Familie für Sie?
Glücksspiel. Familie kann man sich nicht aussuchen, aber bis zu einem gewissen Grad der Verwandtschaft habe ich wirklich Glück gehabt.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Das ist „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse.

Lieblingszitat?
So ziemlich jeder Satz aus dem „Steppenwolf“ und
„Same shit, different day“ – Stephen King

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Zweifelnd. Unsicher. Mutig.

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Den wichtigsten Menschen in meinem Leben durch Worte, Taten oder kleine Gesten zu verstehen gegeben zu haben, wie viel sie mir bedeuten.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Bücher zu veröffentlichen und Karmazid zu fragen, ob er die Cover für mich zeichnet.
Und meine Frau zu heiraten.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Ich bin sehr stolz, dass eine Kurzgeschichte in der Anthologie „Zombie Zone Germany: Der Beginn“ beim Amrûn Verlag zur Leipziger Buchmesse Mitte März erscheinen wird! Es ist sehr spannend für mich, ein Teil dieses großen Projektes zu sein, zumal es mir einen winzigen Einblick in die Welt der Verlagsarbeit ermöglicht. Die Geschichte wird eine vollkommen andere Facette meiner Persönlichkeit zum Ausdruck bringen und ich bin sehr nervös, wie die Leser von „In Ewigkeit“ und „Die Träne der Zauberschen“, aber auch alle anderen, die noch nie etwas von Ian Cushing gelesen haben, reagieren werden.
Darüber hinaus arbeite ich gerade an dem Feinschliff meiner eigenen Anthologie, die ich vermutlich bereits im Sommer oder Herbst 2020 als Selfpublisher veröffentlichen werde. Es dauert also nicht mehr lange, bis man neue Geschichten von mir zu lesen bekommt!