20.10.2021 – reading.witch.face

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Sie lebt noch und sie kommt mit einer Rezi um die Ecke! Alle so im Chor: Yeahhhh!
Und zwar nicht mit irgendeiner Rezi, nein, mit einer Rezi zu „Absorption“ von @cushing.ian

Definitiv Nobelpreisverdächtig! [Ich liebe den Insiderwitz! -IC]

Ian reist mit uns durch eine bunte Sammlung an Kurzgeschichten, mal humorvoll, mal philosophisch, aber immer mit einer gewissen Art „Alltagshorror“. Besonders hat es mir seine Figur Hank angetan, der unbedingt mal ein Crossover mit Heinz-Günther braucht, die Beiden würden sich super verstehen.
Die letzte Story hat ausserden extremes Thrillerpotential, ich versuche noch herauszufinden wie ich Ian überreden kann sie auszuweiten. [Lass dir was einfallen … – IC]

Nach jeder Geschichte erfahren wir auch ein wenig zur Entstehungsgeschichte derselben – interessant was so in einem Autorenhirn vor sich geht.

Kurzum: Es war mir eine Freude jeden Tag ein kleines Stückchen in deine Kunst abzutauchen. Gerne mehr davon!

09/2021 – Von Bling-Bling-Bloggern und dem Kleinkrieg „Verlagsbuch vs. Selfpublishing“

Es ist wirklich erschütternd, was man in den letzten Tagen so alles lesen musste, und entgegen meiner natürlichen Art damit umzugehen (Schulterzucken und leise ärgern), hat mich das Thema sehr beschäftigt. Daher kommt nun ein Text, den ich einfach mal schreiben wollte und der nicht die allgemeingültige Wahrheit ist, aber meine Gedanken widerspiegelt. Ich will zur Sicherheit darauf hinweisen, dass der Text mitunter sarkastisch verstanden werden darf.

Nee, das Foto muss nicht zwingend sarkastisch verstanden werden …

Bling-Bling-Blogger

Ja, es gibt sie! Die strahlenden Helden des Bloggertums, die sich gerne bemustern lassen, um hemmungslos Werbung zu machen, und damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen. Die Bling-Bling-Blogger. Manche dieser goldschimmernden Gestalten der virtuellen Literaturwelt sind aber der Meinung, dass Selfpublisher den Dreck unter ihren Fingernägeln nicht wert sind und wer sie nicht bezahlt, damit sie sich um das minderwertige Büchlein scheren, soll froh sein, dass man nach der drölften Rückfrage wenigstens eine schriftliche Abfertigung per Messenger erhalten hat.
So what! Wenn man keine Ahnung hat, wovon man spricht, sollte man einfach die Klappe halten. Die Qualität von selbstverlegten Büchern ist mittlerweile so hoch, dass man als Leser nicht weiß, ob es ein Verlagsprodukt oder handgemacht ist. Aber das wissen alle, die sich ernsthaft mit der Selfpublisherszene beschäftigen und ich sage es nicht, um die Bling-Bling-Blogger bekehren zu wollen. Ich habe keine Lust, Zeit oder Interesse daran, ignoranten, selbstverliebten Klugscheißern die Welt zu erklären (ist ja auch nur meine eigene kleine Welt) und wenn sie in ihrer Bubble glücklich sind, sollen sie es halt sein. Wen schert es schon? Mich nicht. Ich würde mich nur freuen, wenn sie zukünftig keine Unwahrheiten verbreiten und über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben, schweigen würden. Das kommt auch übrigens der eigenen Reputation zugute, wenn man sich nicht selbst lauthals als Idiot outet.

Idiot sein ist das eine, aber wenn diese angeblichen Menschen glauben, dass es ein Kavaliersdelikt ist, eBooks, die als Rezensionsexemplare verschickt wurden, auf illegalen Tauschbörsen anzubieten oder explizit als Rezensionsexemplare gekennzeichnete Taschenbücher zu verkaufen, und gleichzeitig die Dreistigkeit besitzen, die Autoren*innen zu bedrohen, wenn sie sich dagegen wehren, liegen sie falsch. Dann sind es kriminelle Ratten, die sich der Beleidigung, des Rufmords und Diebstahles schuldig machen bzw. machen können!
Ihr Schmarotzer habt nicht mal 3 oder 4 Euro für ein eBook übrig? Leute, besorgt Euch besser einen echten Job. Vielleicht findet ihr ja einen, in dem der Chef Euch nicht bezahlt, dann wisst Ihr mal, wie sich das anfühlt. Ihr habt keinen Respekt vor der harten Arbeit der Autoren*innen? Dann erwartet besser keinen Respekt von uns.

Verlagsbücher vs. Selfpublishing

Dieses Thema taucht auch ständig auf und ich habe keine Lust zu wiederholen, dass der Unterschied oftmals kaum noch vorhanden ist. Realistisch betrachtet: Es gibt tolle Bücher und es gibt beschissene Bücher. Beim Verlag und beim Selfpublishing. Das entscheidet der jeweilige Leser. Ist so.

Warum Menschen behaupten, dass Selfpublishing automatisch Schrott sein soll, weiß ich nicht. Versteht ich auch nicht. Ich finde es aber immer höchst amüsant, wenn Menschen anderen erzählen, was sie alles nicht mögen und diesen Standpunkt vehement verteidigen. Mein Universaltipp: Redet doch lieber über Dinge die Ihr mögt. Das macht gute Laune und ist wenigstens keine Verschwendung von Lebenszeit.
Der Buchmarkt ist wie eine leckere Salatbar! Nehmt Euch, was Euch schmeckt. Es ist so viel Auswahl vorhanden und Ihr entscheidet, ob Ihr ausschließlich grünen Salat mit Radieschen pickt oder Euch an unbekannte Geschmäcker herantraut. Schmeckt nicht immer alles lecker, aber erweitert den Geschmackshorizont.

Wer übrigens glaubt, bei einem Verlagsprodukt ist alles perfekt: Denkt lieber nochmal drüber nach. In einer großen Anzahl von Verlagsbüchern findet man Fehler. Vor einiger Zeit bei einem Lovecraft-Buch vom Suhrkamp Verlag … was ich aufgrund des Alters der Geschichte schon sehr witzig fand (okay, ich habe nicht gecheckt, ob es eine neue Übersetzung war …) und zuletzt bei ES aus dem Heyne-Verlag (Auflage irgendwann in den Neunzigern). In meinen Büchern findet ihr garantiert (leider) auch Tippfehler.
Puh. Nach der Theorie der Selfpublisher-sind-Nichtskönner-Fraktion bin jetzt also der Loser, weil ich alles komplett allein gestemmt habe und King ist der King (was er zweifellos für mich ist), obwohl sein Übersetzer, die Testleser, sein Lektor, sein Korrektor Tippfehler übersehen?
Hm. Ich finde Tippfehler nicht schlimm (außer wenn ich sie fabriziere, dann nervt es mich endlos). Entscheidend sind der Stil, die Sprache und die Geschichte. Und eine Sache, die man schnell aus den Augen verliert: Autoren, Korrektoren und Lektoren sind auch nur Menschen.

Wie denke ich persönlich über Verlage?

Ich spreche hier nicht über die großen Publikumsverlage. Das sind börsennotierte Konzerne, die Gewinn erzielen müssen – oder denkt Ihr, die Aktionäre klatschen in die Hände, wenn ein großer Verlag Verlust einfährt, weil er tolle Nischenbücher veröffentlicht, die nur 100 Menschen lesen wollen, anstatt Dividende auszuzahlen? Publikumsverlage müssen ein großes Publikum bedienen, um die Aktionäre glücklich zu machen. Mainstream. Dagegen ist auch überhaupt nichts zu sagen, denn jeder von uns liest gerne seinen Lieblingsautoren, der von vielen Menschen geliebt wird! Ich jedenfalls. Wo wäre ich ohne King, Camus, Murakami oder Lovecraft?

Ich denke, man sollte dieses Verlagsbuch-vs.-selbstverlegtes-Buch-Denken in die Tonne treten. Wie oben schon erwähnt: Das individuelle Empfinden und Verstehen der Geschichte, des Stils und der Sprache entscheidet, ob ein Buch zu einem Lieblingsbuch oder Zeitverschwendung wird.

Ich stelle mir vor, einige meiner Lieblingsselfpublisher würden zu einem Verlag wechseln! Was sollte ich dann tun? Ihre alten Bücher wegschmeißen, mit hochrotem Kopf „Verrat“ brüllen, mit dem Fuß aufstampfen und die nächsten Bücher ignorieren? Bullshit! Manchen Autoren*innen würde ich einen guten Verlagsvertrag so sehr wünschen, denn ihre Bücher sind so großartig, dass ich mich freuen würde, wenn viel mehr Menschen in diesen Genuss kämen!

Kleinverlage rechnen etwas anders als die großen Verlage. Ich behaupte gern, dass Menschen, die einen Kleinverlag betreiben, mindestens so idealistisch und positiv-behämmert sind, wie die Selfpublisher selbst. Natürlich sollte eine Veröffentlichung sich selber tragen und im Optimalfall etwas Geld abwerfen, damit man sich entwickeln kann, aber man spürt und weiß, dass das Herz deutlich mehr bei der Sache ist, als bei einem Publikumsverlag und der Verlagschef unter Vertrag nimmt, was ihm gefällt, und gleichzeitig eine Chance hat, von genügend Lesern gekauft zu werden, um sich zu rentieren. Logisch, oder?

Ich persönlich liebe es, ein Selfpublisher zu sein. Aber letztens bin ich mit meinem aktuellen „Projekt M:L“ an meine Grenzen gestoßen. Zweifel. Sorgen. Fehlende Vernetzung. Planlosigkeit. Ich wusste nicht mehr weiter und war / bin der Meinung, dass ich Hilfe brauche, um nicht an meinem eigenen Anspruch zu scheitern.
Ja, ich habe mich bei dem einzigen Kleinverlag, der für mich persönlich in Frage käme, umgeschaut. (Ich weiß, ich bin da sehr wählerisch …)
Leider – oder zum Glück? – nimmt man dort momentan keine Manuskripte an und vielleicht war das ein Zeichen für mich. Das Zeichen, den Arsch hochzubekommen und das Beste zu geben, zu dem ich in der Lage bin. Denn genau das macht das Selfpublishing aus: Von der Idee bis zum fertigen Buch ist alles deins! Jeder Fehler, jede geniale Idee gehört dir ganz allein. Du wächst mit jedem Buch ein kleines Stück und das einzig aus eigener Kraft und mit der Unterstützung der Leser. Mach dein Ding und sei stolz darauf.

Manchmal wäre es durchaus reizvoll, etwas Verantwortung abzugeben und Hilfe zu erhalten; besondern in Arbeitsfeldern, die mir nicht gut liegen und gleichzeitig wichtig sind. Andererseits gibt man auch einiges aus der Hand, was ich gewohnt bin, selbst unter Kontrolle zu haben. Sicherlich ist es aber so, dass man mit der Unterstützung von guten Kleinverlagen persönlich wachsen und viel lernen könnte.
Vielleicht wende ich mich in Zukunft erneut an den Verlag. (Nur weil ich mal da anbimmle, heißt es ja nicht automatisch, dass der Verleger nur auf mich gewartet hat.)
Vielleicht auch nicht. (Ich bin ja, bis auf die Krisen und den Zweifel, eigentlich sehr zufrieden.)
Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt.

Außer:
Ich habe ein spannendes Veröffentlichungskonzept für mein kommendes Buch ausgedacht und bin sicher, dass es dem Selfpublishergedanken viel mehr Rechnung tragen wird, und genau das ist für mich momentan sehr reizvoll und ich hoffe, dass meine Ideen und die Umsetzung Euch ebenfalls begeistern wird.

Ich weiß, es gäbe noch viel mehr zu den Themen zu sagen und viele Blogger*innen und Autoren*innen haben es bereits getan und werden es noch tun. Und das ist gut so. Mit jeder Meinung fügt sich ein Puzzlestück dazu.

Ich habe großes Glück gehabt, dass ich so wundervolle Blogger*innen und Autoren*innen gefunden habe. Menschen, die aus Leidenschaft über Bücher sprechen, Beiträge teilen und mit Herzblut bei der Sache sind. Das ist definitiv nicht selbstverständlich und ich bin dankbar für jeden von Euch! Danke, dass Ihr mich bereits so lange unterstützt und nicht vergesst!

Ihr seid die Besten und ich würde ohne Euch gar nicht existieren!

Liebe Grüße und tausend Dank!
Ian.

Nicole Siemer – Akuma

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Durch Rezensionen bin ich auf den Roman „Akuma“ von Nicole Sieber aufmerksam geworden. Geschichten, die den Genregrenzen trotzen, sind mir sehr lieb, und da mir der Klappentext einen Mix aus Fantasy, Horror und Thriller versprochen hatte, habe ich beim Stöbern in der Wortfiliale das Buch eingepackt.

Wo habt ihr schon mal eine Geschichte mit einem Dämon gelesen, der an Minderwertigkeitskomplexen und einer Identitätskrise leidet, und diese mit arschigem Verhalten und einer Neigung zu exzessiver Gewalt zu übertünchen versucht? Selbstreflexion ist jedenfalls zu Beginn ein Fremdwort für den Racker und es ist ein Genuss, die Interaktion zwischen Kjara und ihm mitzuerleben. Als sich in Kjaras Leben einiges zum Besseren zu wenden scheint, stehen große Veränderungen im Leben der beiden an, die sie auf die Probe stellen wird.

Ich werde nicht mehr zur Geschichte schreiben, denn ich denke, dass der Leser diese Welt und die vielen gelungenen Ideen auf eigene Faust erkunden sollte.
Aber was ich sagen kann und will: Was der Klappentext versprochen hat, hat die Autorin definitiv gehalten. Die Geschichte beginnt phantastisch, ist stellenweise mit blutigem Horror gespickt, bevor sich durch einen fiesen Twist eine Thriller-Ebene vor Euch auftut, um Euch zu verschlingen. Aber alles ist miteinander verwoben und liest sich nicht so starr getrennt, wie meine hölzernen Worte es vermuten lassen. Die Mischung der Genres ist hervorragend gelungen und es macht unglaublich Spaß, der Geschichte um die erfolgreiche Schriftstellerin Kjara und ihren Dämon Akuma zu folgen.

Nicole Siemer hat dieses Buch im Eigenverlag herausgebracht, aber es wundert mich bei der Qualität, ihrem großartig lesbaren Stil und der fehlerfreien Umsetzung überhaupt nicht, dass sie von einem Verlag unter die Fittiche genommen wurde.

Dieses Buch war für mich ein Genuss – sowohl, was den Plot angeht, aber auch wegen der in jeder Beziehung absolut gelungenen Umsetzung. Ich pflege meine Hoffnung, dass Akuma eines Tages wieder auftauchen wird. Der Fan-Modus leuchtet grün.

S. Sagenroth – A. S. Tory: Roadmovie um die Suche nach einer alten Single

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Wenn man mich fragt, wo ich im Corona-Sommer 2021 im Urlaub war, kann ich nun sagen: Ich habe von Balkonien aus eine Rundreise gemacht und war in England, Italien, Frankreich, Marokko und den Niederlanden.

S. Sagenroth hat mich mitgenommen auf eine Reise – einen Roadtrip, eine Schnitzeljagd. Ich liebe Schnitzeljagden! Meine Lieblingsfolgen der Drei ??? sind eindeutig die, in denen sie von Hinweis zu Hinweis geführt werden, um am Ende das Rätsel zu lösen. Und S. Sagenroth ist das ebenfalls hervorragend gelungen.

Ich habe den Trip wirklich sehr genossen! Die Autorin hat mit ihrem ersten Buch die Basis für hervorragende Charaktere gelegt.
Da haben wir den Titelhelden: Siegmund Sagenroth, genannt Sid. Sein Leben ist öde … aber welchem 15-Jährigen geht es nicht so? Sid bekommt eine E-Mail eines geheimnisvollen Mannes, der ihn auf eine Reise einlädt. Dieser Mann namens A. S. Tory verspricht ihm ein Abenteuer und kurzentschlossen sagt Sid zu. (Anmerkung: Don’t try this at home. Was in einem Abenteuerroman gut funktioniert, ist im realen Leben meistens der Beginn einer Straftat.)
Sid findet Unterstützung in der 19-jährigen Chiara; der Wildfang steht dem introvertierten Jungen auf seiner Reise bei, die zu einem gemeinsamen Abenteuer wird. Sie ist oftmals die treibende Kraft, und ihr Tatendrang und ihre Cleverness bringen sie immer weiter auf der Suche nach einer alten Single.
Mr. A. S. Tory hingegen würde, wenn er seine Energie nicht dafür einsetzen würde, die jungen Leute auf der Suche zu unterstützen, einen formidablen Superschurken abgegeben. Doch auch wenn er ein geheimnisvoller Mann ist, ist sein Ansinnen ein nobles.

Die Story ist gut ausgedacht, entwickelt einen echten Sog und es macht Spaß, sich mit Sid und Chiara auf die Suche nach einer alten Single zu begeben. Zum Ende hin erlebt die Geschichte eine Wendung und die Suche aus emotionalen Gründen bekommt einen wirklich dramatischen Beigeschmack. Dieses Thema (nein, ich verrate nicht, um was es sich handelt) ist nicht neu, aber seit einigen Jahren aktueller denn je und S. Sagenroth ist sehr gut damit umgegangen. Es überfordert die jugendliche Zielgruppe (und jung gebliebene Leser wie mich) nicht, öffnet aber eine Perspektive auf das Thema, die ich für extrem wichtig halte.

Besonders gut hat mir gefallen, dass es sowohl Gefahr und echtes Abenteuer gibt, aber meines Erachtens die Begegnungen und kleinen Erlebnisse bereits ein Abenteuer an sich darstellen. Wo erlebt man schon die Begegnung mit interessanten Menschen, eine Weinlese, eine Wildschweinjagd, wird von Fremden als Freund aufgenommen und in das Familienleben integriert oder knattert mit einer neuen Freundin durch fremde Länder und haut in einer Disko mal so richtig auf den Putz? Zuhause vor dem PC erlebt man sowas jedenfalls nicht. Es sind oftmals die leisen Momente, die das Leben so besonders machen.

Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich sehr glücklich. Kurz, prägnant und auf den Punkt vermittelt sie Emotionen, treibt die Geschichte schnörkellos voran und lässt die verschiedenen Landschaften vor den Augen des Lesers erblühen.

Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, dass ich dachte: Mannometer … der Sid ist echt gebeutelt, wie er so durch die Welt gescheucht wird. Ich werde wohl langsam alt. Daher konnte ich mich mit Mr. Tory ganz gut identifizieren: Der stille Mann im Hintergrund, der es anderen ermöglicht, eine gute Zeit zu erleben und sich an einer guten Geschichte erfreut. Und sein Geld hätte ich auch gern.

Warum ich mich entschieden habe, der Geschichte vier Sterne zu geben, obwohl sie mir wirklich gut gefallen hat und ich sie definitiv empfehlen kann? Weil es der Beginn einer Serie ist. Weil das Ende etwas abrupt war und vielleicht noch die ein oder andere Ausführung verdient hätte. Und weil Siegmund Sagenroth noch viel Potential hat und noch ein wenig mehr in seinen heroischen Namen hereinwachsen muss.
Aber ich bin guter Dinge, dass die nächsten drei Bände (der neuste Teil erscheint übrigens bereits im August 2021!) eine Entwicklung darstellen werden und freue mich bereits darauf, die anderen Reisen anzutreten.

04.07.2021 – Paola Baldin

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Dieses Buch hat mich eine ganze Weile (ich bin langsame Genussleserin) begleitet und lag mir nachts auf dem Beistelltisch treu zur Seite. Heute will ich euch dieses wundervolle Werk (in den Stories) vorstellen und beginne hier mit der Rezi.

Ich habe mir nach Release sofort dieses schöne Buch von Ian Cushing geholt, weil ich einfach in jedes seiner Werke verliebt bin, und als ich hörte, dass Absorption eine Sammlung aus kurzer Geschichten des Autors ist – ein Fangirl-Traum!
Wer Ian Cushing kennt, weiß, dass sein Schreibstil einzigartig, düster, humorvoll und melancholisch ist. Eine Mischung, die ich in dieser wunderbaren Art noch nie gelesen habe, und auch diesmal wird man nicht enttäuscht! Aber erstmal eins nach dem anderen.

Das Cover

Wie bei seinen anderen Werken ist es schlicht, düster und genau deshalb voller Bildgewalt. Künstlerisch einfach fantastisch und es spiegelt exakt das Innere wider.
Cover-Künstler: @karmazid

Die Innengestaltung

Diesmal gibt es vom Künstler des Covers auch Bilder, die zu der jeweiligen Geschichte angefertigt wurden und man findet sie am Anfang jeder Geschichte. Das macht das Innenleben des Buches besonders.


Der Inhalt

Damals bin ich auf Ian Cushing gestoßen und habe in ihm einen Lieblingsautoren gefunden. Ich bin ein Fan von alter Literatur – Kafka, Hesse, Camus, Goethe. Und genau diesen Stil finde ich bei ihm in modernisierter Art wieder. Es ist, wie allein durch eine jahrhundertalte Bibliothek zu streifen und den geliebten Geruch von alten Büchern zu schmökern.
DAS ist Ian Cushing für mich.

Jede der Kurzgeschichten schlägt eine andere Richtung ein und doch bilden sie gemeinsam ein großes Ganzes. Man findet darin Liebe und Seelenverwandtschaft, grauen Alltag und herrliches Entzücken, Selbsthass und Selbstliebe, Gesellschaftskritik, Sozialität und Isolation, Melancholie und Humor und alle möglichen Facetten des Lebens, die uns tagtäglich absorbieren.

Während mich eine Geschichte zum Schmunzeln brachte, riss mich die nächste vom Boden und ich hatte immer wieder Gänsehaut, wenn es plötzlich eine unvorhergesehene Wendung gab – gefolgt von bitteren oder gerührten Tränchen in den Augen.

Diesmal gibt es auch persönliche Einblicke des Autors, denn zu jeder Geschichte gibt es ein kleines Nachwort von Ian Cushing und man erfährt intime Gründe, die ihn dazu inspiriert haben.

Fazit

Wer Ian Cushing noch nicht kennt, kann all seine wunderbaren Facetten und den einzigartigen Schreibstil durch die Anthologie kennenlernen.
Für Cushing-Kenner ist Absorption die Kirsche auf der Büchertorte und man kann sich von seinen nostalgischen Geschichten wohlig absorbieren lassen.

Eine Anthologie, die mich noch lange beschäftigen wird, denn der Autor zerrt an genau den tiefgründigen Stellen, die wir oftmals vom Alltag verborgen nicht fühlen können und umso gebannter in uns keimen lassen wie eine schwarze, aber prachtvolle Blume.

Meine Kurzgeschichten-Favoriten-Empfehlung:
Königreich, Versteckspiel, Gesichter in der Menge, Zuckerperlen (und am liebsten würde ich eigentlich all die anderen hier direkt mit aufzählen).

MUST-READ, vor allem für Nostalgiker

22.06.2021 – Velvet in Paradise

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Er erlebt ein einschneidendes Erlebnis und entscheidet sich dazu mit seinem VW- Bully seinen besten Freund und dessen Frau zu besuchen. Der gescheiterte Neuanfang und das emotionale Chaos nehmen seinen Lauf. Das Wiedersehen sollte ein fröhliches Ereignis sein, doch entwickelt sich dieses in eine völlig andere Richtung.

Ist es möglich, dass er als einziger Mensch, das Wissen um das letzte große Geheimnis hat oder ist alles nur ein Traum? Können Seelen in Ewigkeit gerettet werden?

„In Ewigkeit“ ist in zwei Teile gegliedert.
Im Ersten, lernen wir die Geschichte des namenlosen Protagonisten kennen und im zweiten, der aus Tagebucheinträgen besteht, seine Gedanken- und Gefühlswelt. Eine geschickte Idee, denn so kann man die Fäden des Gelesenen nahtlos zusammenfügen, denn besagtes Tagebuch spielt bereits im ersten Teil eine wichtige Rolle und ist der Klebstoff zwischen der ersten und der zweiten Hälfte.

Der Protagonist erlebt eine ganze Bandbreite an Emotionen, die Ian Cushing sehr authentisch beschrieben hat. Immer wieder wird deutlich, in welchem Konflikt er sich befindet und welch Unzufriedenheit in ihm schmort. Keine Ahnung, wie oft ich mich beim Lesen dabei erwischt habe: „Das könntest du sein…“ als ob jemand in deinen Kopf geschaut hätte, um deine Gedanken auf Papier zu bringen. Ich konnte mich nicht nur mit dem Protagonisten identifizieren, ich war beim Lesen der Protagonist …

Aber worum geht es eigentlich in „In Ewigkeit“?

Die Geschichte beschäftigt sich mit der grundlegenden Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Es wird über den Sinn des Lebens philosophiert und spekuliert und stellt die Frage in den Raum, ob unser Handeln in der Vergangenheit Konsequenzen für die Ewigkeit nach sich zieht. Eine Thematik, die genau nach meinem Geschmack ist und mich begeistert.

Es bietet definitiv viel Zündstoff für ellenlange Diskussionen, Denkanstöße und Überlegungen und wäre mal das perfekte Buch, um im Schulunterricht auseinander genommen zu werden.

Mit „In Ewigkeit“ hat Ian Cushing ein ruhiges Buch geschaffen, welches man in kleinen Dosen genießen und sacken lassen sollte. Eine tiefsinnige, packende Geschichte, die den Leser berührt und zum Selbstreflektieren anregt, sie wie im Strudel mitzieht. Eine packende, emotionsgeladene Story, die für mich das reinste Fest war. Genuss pur und ein wahrlich tolles Erlebnis!

Paola Baldin – Rotten Hearts

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Kaum eine Autorin spricht eine Sprache wie Paola Baldin; kaum jemand begeistert mich mit dieser Tiefe; kaum jemand lässt in meinem Kopf permanent Bilder entstehen, die direkt in die Seele wandern und sich dort festsetzen. Aus diesen Gründen bezeichne ich Paola Baldin als eine meiner Lieblingsautorinnen. Nicht nur im Selfpublisher-Bereich, sondern allgemein.

Ihr könnt Euch also vorstellen, wie sehr ich mich auf „Rotten Hearts“ gefreut habe! Und dann hatte ich Angst, denn was wäre, wenn mich das neue Buch nicht so begeistert, wie es „Die Blüten meiner Schuld“ oder „Bionic Soul“ getan haben? Tja, das ist das Risiko im Leben eines Fans, aber ich habe mich der Gefahr gestellt.

Die junge Autorin hat eine surreale Welt erschaffen, die mich immer wieder verblüfft und begeistert hat. Leider ist es mir unmöglich, Euch von den vielen Details zu erzählen, die mich begeistert haben, ohne Euch den Spaß (?) am Lesen zu nehmen und daher werde ich es unterlassen, tiefer auf die Geschichte einzugehen. Diese Geschichte zu spoilern wäre ein absolutes Sakrileg. Lest das Buch und lasst Euch begeistern!

Vom ersten Satz an werden wir mitgenommen auf eine Reise. Weder die Protagonistin noch die Leser kennen zu Beginn dieser Reise das Ziel. Durch das Eintauchen in ihre Erinnerungen schreiten wir auf ein Ereignis zu, welches schon längst geschehen ist, aber Collapsar ist eine verzweifelte Kämpferin, die über ihre körperliche und seelischen Grenzen geht. Gehen muss. Gelegenheit zum Kampf gegen die Finsternis und ihre Schergen bekommen wir zu Genüge und jeder Kampf, aber auch jede unerwartete Begegnung und Erinnerung bringt uns dem Verstehen und Ziel näher.

Wieso spreche ich von „wir“ und „uns“?
Weil es eine gemeinsame Reise ist.
Wir wissen lediglich, woran Collapsar sich erinnert.
Wir entdecken gemeinsam, was sie entdeckt.
Wir lauschen gemeinsam ihren inneren Stimmen.
Wir erleben gemeinsam ihre Zerrissenheit und Verzweiflung.
Der Erzähler deutet kryptisch an, was Collapsar bereits tief in ihrem Herzen, begraben unter Verleugnung und Finsternis, weiß.
Und wir haben gemeinsam, dass wir in einem Strudel aus Finsternis und Erinnerungen, aus Liebe und Schmerz, Kampf und Flucht, Reinheit und Schuld hinabgezogen werden, bis die Luft zum Atmen wegbleibt, die Kraft versiegt und wir auf dem weichen Waldboden liegenbleiben möchten, bis die Raben sich an uns satt gefressen haben.
Zu guter Letzt wollen wir, genau wie sie, das Ziel um jeden Preis erreichen, auch wenn uns mit jedem Schritt bewusster wird, dass es schrecklicher ist, als wir es uns jemals vorstellen könnten. Ist es Mut oder ist es Verzweiflung, die uns die Kraft gibt, uns dem Ende zu stellen?

Manchem mag es anfangs nicht schnell genug vorangehen (obwohl es an sich rasant zugeht!), aber keine Angst! Zur richtigen Zeit verändert sich die Situation wieder und wieder und wieder. Langsam, aber stets spannend, entfalten sich die Geschichte und die Wahrheit und lassen sich, wie die Finsternis selbst, Zeit – nur um den Leser bangen, bluten, hoffen, und schlussendlich dem Unausweichlichen gegenüberzutreten zu lassen.

Durch die Wendungen war es mir ein Genuss, zu spekulieren, wie die Geschichte ausgehen wird und doch sollte sich jeder bewusst sein, der ein Buch von ihr in die Hand nimmt, dass er stets das Unerwartete erwarten sollte.

Inhalt der ausverkauften Buchbox zu ROTTEN HEARTS

Mit „Rotten Hearts“ beweist Paola Baldin, wie sehr sie als Autorin gewachsen ist! Sowohl sprachlich, als auch vom Aufbau her – mit all den kleinen Finessen und Details wie dem Erzähler, den Stimmen, weißen Meeren und schwarzen Stränden und natürlich dem baldinesken Schlussakkord – überzeugt mich das Buch absolut.

Sie erzählt mit bildhaften Worten von dem dunklen Schicksal der jungen Collapsar und diese Worte werden sich in euren Seelen einbrennen. War die Sprache von „Die Blüten meiner Schuld“ (zu Anfang) verspielt und herzlich, schlägt sie bei „Rotten Hearts“ ab der ersten Seite den Moll-Akkord der Verzweiflung an.

Dazu kommt, dass „Rotten Hearts“ meines Erachtens fehlerfrei lektoriert und der Buchsatz wundervoll gelungen ist. Der große Bonus der Bücher von Paola Baldin ist darüber hinaus, dass sie liebevoll illustriert sind! Die zahlreichen Fotos oder Zeichnungen – zum Teil über eine Doppelseite, zum Teil in den Text eingebettet – verleihen der Geschichte ein Gesicht und vertiefen die Atmosphäre, so dass es nicht schwerfällt, in ihr zu versinken.

Es ist ein ganz besonderes und mutiges Buch über Liebe, Verlust, Hoffnung und Schmerz und die daraus resultierende reale Finsternis im Leben. Daher lege ich es denjenigen als uneingeschränkte Leseempfehlung ans Herz, die von der Finsternis wissen, die in jedem Einzelnen von uns lebt und einzig existiert, um uns bei lebendigem Leib zu verschlingen, wenn wir es zulassen, aber mutig genug sind, ihr gegenüberzutreten.

PS:
Das Taschenbuch gibt es bei der Autorin selbst zu bestellen (die Links zu ihren Seiten stehen am Anfang des Textes); Ihr solltet allerdings unbedingt zu der Hardcover-Ausgabe greifen, von der nicht mehr viele zu haben sind (Stand 10.06.2021)! Es lohnt sich definitiv, denn es ist mit teillackiertem Schutzumschlag und der gesamten Optik und Haptik ein echtes Schmuckstück geworden. Wer das eBook bevorzugt, wird bei Amazon fündig.
Und wenn ihr schon dabei seid, bestellt auf jeden Fall noch „Die Blüten meiner Schuld“ mit. (Nur ein gutgemeinter Tipp von mir, den Ihr nicht bereuen werdet!)

[Es handelt sich bei “Meinen Gedanken zu anderen Büchern” stets um meine rein subjektive Meinung als Leser und ich schreibe sie auf, weil mir danach ist. Das geschieht rein freiwillig.]

26.05.2021 – S. Sagenroth

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Zauberhaft und abgründig

Kurzmeinung: Ein grandioses Werk. Ausgezeichnet geschrieben, tiefgründig, verstörend und einzigartig

Eigentlich ist Horror nicht so wirklich mein Genre. Doch das bezaubernde Cover hat mich gelockt und so bin ich eingestiegen in das spätmittelalterliche Szenario des Dorfes Pfüeln im Jahre 1611 und lerne die Bäckersfrau Barbara kennen, deren Schönheit, Liebreiz und Gütigkeit im ganzen Ort bekannt ist. Auch sprachlich tauche ich sofort in diese Zeit ein, es ist so fein und poetisch beschrieben, dass mich die Geschichte sogleich in ihren Bann zieht. 

Dann der Sprung  in das Jahr 2011. Gleicher Ort, 400 Jahre später. Drei Freunde, Dirk, Jan und Markus. In ihrem Wesen völlig  unterschiedlich, aber seit Jahren eng miteinander verbunden. Alles ist scheinbar ganz normal. Man trifft sich beim ortsansässigen Griechen, hat Spaß und ist gut gelaunt und unbesorgt. 

Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich kapitelweise im Buch fortan ab. Und nach und nach ahnt und fürchtet man als Leser, dass es eine Verbindung zwischen den drei Männern und dem Geschehen im Jahr 1611 geben muss. 

Ausgerechnet Barbara gerät unter den Verdacht der Hexerei. Und so wie der grausame Bannrichter Arbiter und der gütige, aber hilf- und tatenlose Vogt beschrieben werden – es kann kein gutes Ende nehmen. 

Der Autor spart nicht an grausamen Details, dennoch mag man das Buch kaum weglegen, so sehr zieht es einen in den Bann und mit Schaudern, Entsetzen, aber auch Faszination bin ich der immerhin 469 Seiten starken Geschichte in recht kurzer Zeit gefolgt, wollte unbedingt erfahren, was es mit den Tränen der Zauberschen auf sich hat 

Es findet sich alles am Schluss. Grausam, gruselig, aber auch ein bisschen versöhnlich. 

Allzu zarten Gemütern sei es vielleicht nicht empfohlen, aber ansonsten ist „Die Träne der Zauberschen“ ein grandioses Werk. Ausgezeichnet geschrieben, tiefgründig und einzigartig. Ein besonderes  Buch, zu dem ich so bald gar keinen Vergleich finde. 
Ein bisschen Kafka oder Camus vielleicht, Edgar Allan Poe oder Stephen King? 

Es liest sich jedenfalls wie das Werk eines ganz Großen. Absolut lesenswert für alle Freunde des Horrors oder abgründigen Thrillers!

Steffi Frei – Schicksal der Fearane: Kristallseele (Band 3)

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Wenn die Lesegeschwindigkeit beim letzten Band einer Trilogie sinkt, kann das zwei Gründe haben: Der Autor hat den Leser verloren oder der Leser weigert sich aktiv, die Reise enden zu lassen.
Ich habe mich erwischt wie ich statt zwei, drei oder vier Kapiteln pro Abend nur noch eines oder maximal zwei gelesen habe und der Grund dafür ist definitiv nicht, dass die Autorin mich verloren hatte.

Nach dem gemeinen Cliffhanger des zweiten Bandes („Schicksal der Fearane: Feder und Metall“) war ich glücklich, sofort „Kristallseele“ lesen zu können … aber Steffi Frei hat nichts besseres zu tun, als den Leser, dem noch das Adrenalin der Schlacht in den Ohren rauscht, zappeln zu lassen. Ich habe es gehasst und geliebt zugleich, dass das Buch mit einem Rückblick startet und wir eine Weile brauchen, bis wir wieder unter der Erde sind. Aber die Rückblicke sind wundervoll und verleihen der Geschichte Tiefe und vermitteln das Wissen, was man braucht, um vollends einzutauchen. Ein Epos in einem Epos. Toll gemacht!

Man merkt, dass die Bücher in einem Guss entstanden ist, denn wir erleben im dritten Band alles, was die anderen beiden ausgemacht hat: Wundervolle Charaktere, Tränen der Trauer und der Liebe; Unermessliches Glück und tiefste Verzweiflung; ernste Gespräche, witzige Momente; Liebe, Freundschaft, Verrat und Mord und Tod. Alles hat Steffi Frei zu einer spannenden Geschichte verwoben, die ich unheimlich genossen habe, denn das Tempo, mit der sie die Geschichte erzählt ist perfekt und niemals läuft man Gefahr, an einer Stelle zu lange zu verweilen und gleichzeitig auch nicht zu kurz.

Jeder Leser weiß, dass das Ende eines Buches (ja, ich betrachte die „Schicksal der Fearane“-Trilogie gesamt als ein Werk) das Wichtigste ist. Ohne etwas über die Geschichte zu verraten, darf ich sagen, dass es wirklich gelungen ist!
Besonders beliebt bei Autoren*innen ist immer der Satz: „Das hätte ich so und so gemacht …“ oder „Das hättest du so und so machen müssen …“. Und dennoch gebe ich zu, dass ich mir eine bestimmte Stelle zum Schluss ausführlicher gewünscht hätte (und ganz leicht enttäuscht war, als das nicht passierte), denn ich weiß, dass Steffi Frei mit ihrem Können und Talent das Ereignis zu einem unvergesslichen für uns alle gemacht hätte. Da spricht also defintiv der Fanboy und nicht der Klugscheißer aus mir!
Und wo wir schon bei rein subjektiv empfundener Kritik sind: Ein oder zwei Wendungen oder Änderungen kamen für mich etwas abrupt. Welche das sind, verrate ich Euch nicht, denn das würde mächtig spoilern und vielleicht habe nur ich es so empfunden und da kam mal der Monk in mir raus. Diese wenigen Stellen haben den Lesegenuss allerdings keineswegs geschmälert.

Steffi Freis Stil ist einfach wundervoll und die Art, wie sie ihre Geschichten zum Leben erweckt, mag ich wirklich sehr gern. Ich freue mich sehr darüber, dass sie bereits an einem neuen Buch schreibt, und ich wüsste keinen Grund, warum ich da nicht sofort wieder am Start bin.

Was bleibt zu sagen?
Wer gute Geschichten im Allgemeinen und Fantasy im Besonderen mag, wird die Trilogie lieben.
Und: Wer noch niemals ein Buch aus dem Selfpublisheruniversum gelesen hat, tut gut daran, mit der „Schicksal der Fearane“-Trilogie einzusteigen und gleichzeitig erweist Steffi Frei damit der Szene einen großen Dienst, denn sie und ihre Bücher sind ein großartiges Beispiel dafür, wozu Autoren aus eigener Kraft fähig sind.

[Es handelt sich bei “Meinen Gedanken zu anderen Büchern” stets um meine rein subjektive Meinung als Leser und ich schreibe sie auf, weil mir danach ist. Das geschieht rein freiwillig.]

28.04.2021 – Olivia Grove

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Intelligente Zuckerperlen des Lebens

Auf eine herrlich offene Art erzählt der Autor Ian Cushing dreizehn Kurzgeschichten über Liebe, Schmerz, Glück und Tod, die mich bemerkenswert unterhalten haben. In jeder einzelnen dieser Geschichten steckt so viel Tiefgründigkeit, die man selten so findet.

Während ich das eBook gelesen habe, habe ich viele Emotionen durchlebt.
Ian hat einen sehr lebhaften Schreibstil und er spricht mitunter Themen an, die man gern unter den Tisch kehrt.
Beeindruckt hat mich dieser Facettenreichtum, der es dem Leser ermöglicht, tief in die Seele eines Menschen und auch in die des talentierten Autors zu blicken.
Vielseitig sind die Geschichten auch in Hinsicht auf die Umsetzung, denn es gibt so viel mehr zu entdecken, als man auf den ersten Blick anzunehmen vermag: Märchen, Systemkritik, Philosophie, Poesie, Lyrik, Satire, Phantastik, Drama und auch Thriller-Aspekte sind zu finden. „Absorption“ hat mich ebenso mit seinen humorvollen Elementen begeistert.
Das Werk ist spannend und kurzweilig zu lesen und gleichzusetzen mit einer literarischen Pralinenschachtel: man weiß vorher nie, was man bekommt und was für eine Message dahintersteckt.

Von mir gibt es für diese geistreiche Anthologie eine absolute Leseempfehlung für all jene unerschrockenen Leser, die gern über den Tellerrand blicken.

Bemerkenswerte Impressionen mit einer Message dahinter:

„Meine Unfähigkeit, das Glück über diese banale und doch kostbare Erkenntnis so zu vermitteln, wie sie mich in diesem Moment getroffen und seitdem beschäftigt hat, lässt mich an Hermann Hesse denken, der einst sinngemäß gesagt hat, dass der geheime Sinn unserer Gedanken sofort verwässert wird, wenn man ihn anderen mitteilt. Als Gedanken sind manche Ideen wertvoll, doch sobald man sie ausspricht, verlieren sie ihren Wert und klingen oftmals dumm und Worte können nie die Kraft entfalten, die sie als Gedanken besitzen.“

[Auszug aus „Gesichter in der Menge“]

„Früher war die Religion das Opium für die Massen, dann wurde es durch den Konsum ersetzt. Beides nicht sonderlich erstrebenswert oder hilfreich.“

[Auszug aus Zuckerperlen]