21.10.2022 – A. W.

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Dass das Schreiben für Ian Cushing ein Hobby ist, mag sein – ich bin überaus froh, dass er uns daran teilhaben lässt! Ein Hobby ist ja etwas, dass man gerne, freiwillig, leidenschaftlich, mit viel Herzblut in seiner Freizeit macht. Und das spürt man bei seinem neuen Werk in jeder Zeile .
Es war mir ein Vergnügen mit dem Lichtbringer Jay auf diese Lesereise zu gehen, einen alten Bekannten -Hank!- wiederzusehen und auch bekannte Orte wiederzufinden (wer weiß – vielleicht wird Pfuhlenbeck ja irgendwann das neue Castle Rock).
Ian Cushing hat mit viel Humor und Ironie eine wirklich außergewöhnliche Geschichte über Glaube & Liebe & Freundschaft & Vertrauen erschaffen.
Die Seiten flogen nur so dahin, im letzten Drittel nimmt die Geschichte nochmal an Fahrt auf und zum Ende flossen bei mir sogar ein paar Tränchen.
Vielen Dank für dieses Lesevergnügen!

17.10.2022 – Sally_talk.s

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Eine außergewöhnliche Geschichte, die zum Nachdenken anregt

Ich möchte euch heute das Buch »Mission: Lichtbringer« von Ian Cushing mit ein paar Zitaten vorstellen, die mich unglaublich berührt haben.

»Jeder Einzelne von euch ist wertvoll und verdient, dass man an ihn, sein Herz und seine Seele glaubt.«

»Das Potential der Menschen, sich gegenseitig zu verletzen, sei es körperlich oder seelisch, war unerschöpflich.«

»Die Menschen werden immer durch ein Band … verbunden sein, aber gleichzeitig seid ihr unterschiedlich. Setz alles daran, dich selbst glücklich zu machen! Nur du kannst das schaffen, niemand sonst. Dazu musst du dir deines Wesens bewusst werden und an dich glauben. Hör auf, dich nach den anderen zu richten.«

Im Klappentext steht, die Geschichte »vermag die eine oder den anderen zu ärgern oder zu verwirren«. Ich habe noch nie so eine außergewöhnliche Geschichte gelesen.

JayCee, der liebenswerte Hauptcharakter der Geschichte, glaubt an das Gute im Menschen und möchte vermitteln, worauf es im Leben wirklich ankommt. Dass wir an uns glauben.
Er möchte helfen und selbst Gutes tun. Allerdings gelingt ihm das nicht immer so, wie es sich das vorgestellt hat. So einige seiner Missgeschicke haben mich zu Lachen gebracht. Seine Freunde Gina, Dino und Clara habe ich sofort in mein Herz geschlossen.

Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Liebe. Eine Geschichte, die wichtige Themen wie z.B. die Bedeutung von Social Media aufgreift. Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken, zum Lachen und zum Weinen gebracht hat. Ich kann diese Geschichte sehr empfehlen.

17.10.2022 – Ilona Arfaoui

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»Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?«
Dies versucht ein gewisser JayCee, der es bevorzugt, dass man ihn schlicht und einfach nur Jay nennt, in regelmäßigen Abständen seinen Gegenübern zu vermitteln. Deren Reaktionen bewegen sich auf einer Skala von Unverständnis, Empörung oder der wohlwollenden Bestätigung, die man einem Verrückten vorsichtshalber entgegenbringt, um ihn nicht unnötig zu reizen.

Ich persönlich habe mich ebenso mit meinem Urteil bezüglich seiner angeblich wahren Persönlichkeit zurückgehalten und nur eine wundervolle Geschichte von Zuneigung, Freundschaft und Liebe sowie Opferbereitschaft auf mich wirken lassen.

Jay, von einer »Firma« beauftragt – wo immer im Universum sie sich befinden mag – nochmals auf der Erde die Menschen aufzusuchen, um die »Mission: Lichtbringer« zu erfüllen. Dass sein erster Aufenthalt in Rom beginnt, ist nicht anders zu erwarten. Allerdings statt auf seinen »Stellvertreter« trifft er auf Dino, dem Mitglied einer »Motorrad-Gang« und kommt somit in den Genuss einer rasanten Fahrt durch das nächtliche Rom.

Wer immer Jay wirklich sein mag, und was immer er von sich behauptet zu sein, für mich ist er ein liebenswerter »Narr«. Er will das Gute in den Menschen verbreiten, wobei hin und wieder sein etwas ungestümes Temperament ausser Kontrolle gerät. Außer Kontrolle geraten seine diversen »Wunder« mit denen er den Status als »der Eine« zu untermauern versucht und er in seinem gut gemeinten Eifer den beschaulichen Gottesacker in einer verschlafenen Kleinstadt (Ians Pfuhlenbeck-Universum) in Stephen Kings Friedhof der Kuscheltiere verwandelt.

Alles in allem hat mich Ians Geschichte von der ersten bis zur letzten Zeile buchstäblich auf meine Couch gefesselt, sprich ich habe sie in einem Zug durchlesen müssen. Jeder Satz ist ein Genuss, vor allem die witzigen, manchmal etwas respektlosen Dialoge, die zwischen den Protagonisten wie ein perfektes Ping-Pong hin- und herspringen.

Ich war erfreut, einen alten Bekannten wieder zu treffen – Hank! Mein Favorit und das nicht nur, weil er lieber Bier statt Wein trinkt – der Kerl spricht mir einfach aus der Seele.

Nun könnte die ganze Geschichte so etwas wie eine besondere eigene amüsante Variante des »einen dicken Buches« angesehen werden, denn zu amüsieren weiß Ian vor allem durch seine spitzfindige Ironie. Aber – wenngleich die letzten Kapitel sich nicht um 180 Grad drehen würden und aus dem scheinbar einfältigen Gottesnarr, derjenige wird, der für seine eigentliche Aufgabe bestimmt war. Großes Kino, und ja, meine Empfehlung hat er mitsamt seiner seine Mission.

16.10.2022 – Virginia Anemona

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Eine Geschichte, die einen über irdische Grenzen hinwegträgt

Endlich gab es ein neues Werk von einem meiner Lieblingsautoren zu lesen.
Diese herrliche Mischung aus Düsternis und Humor schafft nur Ian Cushing. Er trifft dabei immer genau ins Schwarze und bringt mich dazu, in den unmöglichsten Situationen lachen zu müssen. Neben dem von mir hochgeschätzten Humor, findet sich natürlich auch Tiefsinnigkeit und Drama in der Geschichte.
Ich denke, es ist diesmal teilweise Auslegungssache, worum es genau geht. Hier lässt sich bestimmt vieles unterschiedlich interpretieren und ich glaube es ist gut, möglichst neutral in das Geschehen zu schlittern.
Für mich persönlich ging es vordergründig um die Tiefe von Freundschaft, sowie Liebe und die damit verbundenen Emotionen. Ebenso handelte es vom Streben danach, dem eigenen Sein einen Sinn zu verleihen. Und auch gesellschaftskritische Aspekte nahm ich wahr, die ich toll fand.

Jay, der Hauptcharakter, hat seine Stärken und Schwächen, was ihn sympathisch und liebenswert macht. Er versucht stets, das Gute in den Menschen zu sehen und auch selbst Gutes zu tun. Dabei ist er hier und da ein wenig blauäugig und erschafft mitunter mehr Probleme, als er löst. Böse konnte ich ihm deshalb aber trotzdem nie sein.
Alle Protagonisten waren wieder wundervoll ausgearbeitet, wodurch ich jeden bildlich vor Augen hatte. Der Autor besitzt ein bemerkenswertes Talent, wenn es darum geht, seinen Figuren Leben einzuhauchen.
Ich konnte gar nicht anders, als mich von ihnen mitziehen zu lassen. Oft wurde es sogar etwas nebensächlich, was genau sie gerade erlebten, solange ich dabei sein durfte.

Mit höchster Spannung habe ich alles mitverfolgt und wollte andauernd wissen, wie es weitergeht. Die Geschichte hält einige Überraschungen parat, die ich euch aber sicher nicht verrate.

Ian trägt einen dabei über irdische Grenzen hinweg. Es war, als würde ich einen Blick hinter streng geheime Fassaden werfen dürfen. Ich bin einfach nur beeindruckt.
Kennt ihr das, wenn man dem Ende so entgegenfiebert, es kaum abwarten kann und dann fassungslos die letzte Seite anstarrt? Das passiert mir gar nicht so oft, aber hier war das der Fall. Ich will nicht, dass das Buch aus ist, doch gleichzeitig liebe ich es, die Geschichte zu kennen.

Mission: Lichtbringer – Leseprobe

Kapitel II

»Kommst du, mein Sohn?
Das Meeting beginnt in fünf Minuten!« Ein wohltönender Bariton hallte durch den Flur.
Der Sohn, dem dieser Aufruf galt, verdrehte die Augen. Er steckte mitten in einer wichtigen Mission, die darin bestand, eine Welt vor dem unausweichlichen Untergang zu retten. Nur er allein war in der Lage, diese Heldentat zu vollbringen. Daran bestand für ihn kein Zweifel – nicht nur, weil er bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hingewiesen wurde.
»Fünf Minuten!«, ertönte es erneut.
Seufzend drückte er einen Knopf, um den Pausenmodus zu aktivieren, und legte den Controller, mit dem er die ganze Nacht hindurch in fremden Welten für Gerechtigkeit gekämpft hatte, zur Seite. Mühsam und umständlich erhob er sich aus dem Sitzsack; seine Glieder waren steif und die Gelenke knackten laut, als er sich ausgiebig reckte.
Gähnend stopfte er sein weißes Hemd in die graue Anzughose, richtete den schwarzen Schlips und nahm das ebenfalls graue Jackett vom Garderobenhaken. Beim Hinausgehen stoppte er, wie gewöhnlich, vor dem hohen Spiegel neben der Tür des Aufenthaltsraumes.
»Siehst gut aus, Jay!«, sagte er grinsend und feuerte eine Fingerpistole auf sein Spiegelbild ab, wobei er schnalzende Laute von sich gab.
Das Erscheinungsbild des ewig dreiunddreißigjährigen Mannes war durchaus als angenehm, wenn auch unspektakulär zu bezeichnen. Das mittellange Haar war mit sanften Naturwellen gesegnet und das schmale Gesicht besaß feine, weiche Züge. Die blauen Augen erweckten einen warmherzigen und melancholischen Eindruck und sein Mund lächelte meist freundlich. Er war darüber hinaus weder zu groß noch zu klein und von normaler Statur.
Seine Stärke war allerdings nicht sein Aussehen, auch wenn die angenehme Durchschnittlichkeit seine Vorteile hatte, sondern seine Menschenkenntnis. Er verfügte über die Gabe, das Wesen seines Gegenübers durch einen Blick in dessen Augen zu erkennen und sich dadurch auf seinen Gesprächspartner einzustellen, bevor dieser auch nur »Guten Tag« gesagt hatte.
Jay trat in einen weitläufigen Flur, der von natürlichem Licht erhellt wurde, obwohl nirgends Fenster oder andere Lichteinlässe zu entdecken waren. Das Gebäude barg viele Geheimnisse, die es allerdings nur offenbarte, wenn es notwendig war. Er wusste, dass er – trotz der ungeheuer langen Zeit, die er bereits hier angestellt war – noch nicht jedes Stockwerk, geschweige denn jedes Büro, gesehen oder mit jedem Kollegen gesprochen hatte, und vermutlich auch niemals würde. Früher hatte ihn dieser seltsame Umstand sehr beschäftigt, aber letztendlich musste er erkennen, dass es sinnlos war, einem Geheimnis auf die Spur kommen zu wollen, welches nicht daran dachte, sich entdecken zu lassen.
Der Flur erstreckte sich schier endlos vor ihm und die weißen Wände waren mit zahlreichen Gemälden behangen. Alte Meister, moderne Kunst, Expressionismus, Surrealismus, Barock, Romantik; es gab für jeden Geschmack etwas zu bestaunen. Jay, der kein Kunstexperte war, konnte sich an den wunderschönen Werken nicht sattsehen, zumal die herrlich gerahmten Malereien regelmäßig ausgetauscht wurden. Er hatte niemals jemanden dabei beobachtet, also schrieb er diesen Umstand dem mysteriösen Verhalten des Gebäudes zu und akzeptierte es.
Die Firma bot einem alles, was man brauchte, aber eine Sache vermisste Jay dennoch: die Natur. Er träumte davon, in einem echten Wald zu spazieren, seitdem er Dokumentationen darüber gesehen hatte. Die Faszination, welche die Worte und Bilder in ihm ausgelöst hatten, war auch nach langer Zeit ungebrochen. Es musste nicht so spektakulär wie der Regenwald sein; ein Spaziergang in einem herbstlichen mitteleuropäischen Mischwald würde ihm vollends genügen. Vor dem Einschlafen stellte er sich oft vor, in der Ruhe und Geborgenheit eines Waldes zu baden. Doch wusste er, dass sogar das wundersame Gebäude ihm diesen Wunsch nicht erfüllen würde; zumindest hatte er bisher keinen Weg gefunden, es davon zu überzeugen, ihn in einen Wald zu führen.
Jay schlenderte entspannt mit den Händen in den Hosentaschen durch den Flur. Pflanzen unterschiedlicher Art und bequeme Sitzgelegenheiten wechselten sich mit den Kunstwerken ab und sorgten für eine behagliche Atmosphäre. Er erfreute sich an den Reflexionen der Blumen, Grünpflanzen, Gemälde und des Lichts auf dem glänzenden Marmorboden.
Hätte der Vorsitzende der Firma, den alle nur Chef nannten, vor langer Zeit nicht eine äußerst gewagte Rettungsaktion genehmigt, und ihn somit aus einer prekären Situation gerettet, wäre er mit Sicherheit niemals hierher zurückgekehrt. Ebendiese vollkommen verrückte Aktion der Firma, die durch Jays verantwortungsloses Handeln unausweichlich geworden war, hatte ihr enormen Einfluss verliehen.
Daher sah die Firma großmütig darüber hinweg (meistens jedenfalls), dass er sie in diese Situation gebracht hatte. Und Jay sah seinerseits großmütig darüber hinweg (meistens jedenfalls), dass ein Verrat aus den eigenen Reihen ihn überhaupt in diese Situation gebracht hatte.
Diese spezielle Mission war nun schon viele Jahre her und der Vorstandsvorsitzende der Firma und die zwölf Mitglieder des Aufsichtsrates hielten ihn seitdem an der kurzen Leine. Die Aufgaben, die sie ihm von da an anvertrauten, forderten ihn nicht heraus; auch wenn Jay überzeugt war, zu Höherem berufen zu sein, verzog er bei dem Gedanken seinen Mund zu einem schiefen Lächeln. Immerhin stand ihm durch seine wenig anspruchsvolle Tätigkeit in der Personalabteilung mehr Zeit für seine Hobbys zur Verfügung, und warum sollte er sich darüber beklagen?
Die meisten Kollegen begegneten ihm mit Höflichkeit und Respekt und er erfreute sich an einigen guten Freunden. Es blieb selbstverständlich nicht aus, dass es in einem großen Unternehmen Kollegen gab, die einem nicht wohlgesonnen waren, und ein ganz bestimmter Kollege brachte Jays Blutdruck regelmäßig in Wallung. Diesem Mistkerl würde er seinen Verrat weder verzeihen können noch wollen.
Jay war an seinem Ziel angelangt und betrat das Konferenzzimmer, in dessen Mitte ein ovaler Tisch stand, an dem bereits der vollständig versammelte Aufsichtsrat wartete. Der Platz zur Rechten des Chefs war frei und nachdem Jay salopp in die Runde gegrüßt hatte, ließ er sich auf den bequemen Bürostuhl fallen.
Da sie nun vollzählig waren, richteten sich alle Augen erwartungsvoll auf Chef. Er war einen Meter fünfundachtzig groß und schlank. Sein Alter war schwer einzuschätzen, aber wenn man seine zurückgekämmten grauen Haare – durch die noch die eine oder andere schwarze Strähne schimmerte –, seinen gepflegten grauen Vollbart, und die feinen Falten um die Augen betrachtete, war es durchaus denkbar, dass er seinen fünfzigsten Geburtstag bereits gefeiert hatte.
Gekleidet war er, wie alle männlichen Kollegen in der Firma, mit einem hellgrauen Anzug, weißem Hemd, einer passenden Weste und schwarzen Halbschuhen. Lediglich die Krawatten der Mitarbeiter unterschieden sich und Chef trug stets einen schlichten anthrazitfarbenen Schlips.
Jeder in der Firma schätzte ihn und betrachtete ihn als eine Art Vaterfigur, denn er war jederzeit hilfsbereit und freundlich, und niemand erinnerte sich, ihn jemals aufgeregt oder aufgebracht erlebt zu haben.
Chef blätterte in seinen Notizen, brummte und nickte, während er sie ordnete. Er trank einen Schluck Wasser, räusperte sich, tippte auf die Tastatur seines Laptops und ergriff, ohne aufzublicken, das Wort. »Guten Morgen und vielen Dank, dass ihr erschienen seid!«
Als ob wir eine Wahl gehabt hätten, dachte Jay gelangweilt und gähnte ungeniert.
»Ich habe die Versammlung kurzfristig anberaumt, um euch über Entwicklungen von höchster Wichtigkeit zu informieren. Vielleicht handelt es sich sogar um die wichtigste Entscheidung seit mehr als zweitausend Jahren!«
Ein erstauntes Raunen erfüllte den Raum.
»Es gibt keinen Grund zur Besorgnis, meine Lieben. Lasst uns beginnen!« Das war der Auftakt zu einem wortreichen, fünfundvierzigminütigen Bombardement mit Statistiken, Zahlenkolonnen und Grafiken, die er mittels Laptop und Beamer an die Wand projizierte.
Jay verschränkte die Hände vor seinem Bauch und schloss die Augen. Er war müde und während die warme Stimme des Chefs ihn einlullte, wanderten seine Gedanken zu Danny. Wenn es darum ging, komplexe Sachverhalte zusammenzufassen, schlüssige Konzepte zu schreiben und packende Präsentationen anzufertigen, konnte ihm niemand das Wasser reichen. Allerdings war Danny unfähig, vor Menschen zu sprechen und seine brillanten Ausarbeitungen ohne Stammeln und Stottern vorzutragen. Dieser Umstand hatte vor einiger Zeit Jays Aufmerksamkeit geweckt, denn Planen und Strukturieren zählten nicht zu seinen Stärken.
Seitdem arbeiteten sie zusammen und er konnte gut damit leben, dass Danny der Verstand, und er selbst das Sprachrohr war. Mittlerweile waren sie so gut eingespielt, dass Jay nur einen kurzen Blick auf Dannys Präsentation zu werfen brauchte, um den Kern der Aussage sofort zu erfassen. Für ihn war es ein vergnügliches Spiel, die Fakten aus dem Stegreif in Worte zu kleiden und die Anwesenden damit nicht nur zu informieren, sondern bestens zu unterhalten.
Ohne hinzusehen wusste Jay, dass Danny diese Präsentation nicht vorbereitet hatte, denn sie war zwar informativ, doch fehlte ihr das gewisse Etwas. Warum hat Chef uns nicht damit beauftragt? Seltsam! Aber wenn er das Dreamteam nicht gebeten hat zu helfen, kann die wichtigste Entscheidung seit zweitausend Jahren nicht so wichtig sein.
Er zuckte im Halbschlaf gleichgültig mit den Schultern, gähnte ausgiebig und hoffte auf einen frühen Feierabend, um sich wieder der Rettung fremder Welten widmen zu können.
»Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit«, sagte Chef am Ende seines Vortrages.
Die zwölf Anwesenden bekundeten ihren Beifall, indem sie leise mit den Fingerknöcheln auf den Tisch klopften.
»Es ist uns nicht leichtgefallen, diese Entscheidung zu treffen, aber die Entwicklungen lassen sich nicht mehr ignorieren.« Chef griff zu seinem Glas und trank, bevor er fortfuhr. »Es ist unumgänglich, dass ihr informiert seid, denn ihr werdet während der Mission Anomalien in den Daten feststellen. Unruhe ist unter allen Umständen zu vermeiden! Diskretion ist das oberste Gebot!« Er räusperte sich und betrachtete ein Gemälde an der Wand, welches er noch nie zuvor gesehen hatte. Es zeigte einen dramatischen Sonnenuntergang in kräftigen Farben. »Ich kann nicht oft genug betonen: Diese Mission ist von größter Wichtigkeit! Sind wir nicht erfolgreich, werden wir aufhören zu existieren.«
Die Stimme des Chefs verfehlte ihre Wirkung nicht. Selbst beunruhigende Nachrichten wie diese klangen vergleichsweise harmlos, wenn er sie mit seinem wohlig-warmen Bariton vortrug und die Unruhe der Anwesenden hielt sich in Grenzen.
Jemand am Tisch meldete sich.
»Ja, Judd?« Mit einem Nicken forderte Chef den Mann mit dem fliederfarbenen Schlips auf, seine Frage zu stellen.
»Implizierst du mit uns, dich und ihn?«, fragte er mit dem nasalen und snobistischen Tonfall eines britischen Aristokraten und strich den hauchdünnen Clark-Gable-Schnauzer mit Daumen und Zeigefinger glatt.
Chef blieb stumm; seine Mundwinkel zuckten nervös und Judd lehnte sich lächelnd zurück, als wäre das die Antwort, die er erwartet hatte. Erneut ertönte ein Raunen, denn er mischte sich für gewöhnlich nicht in die Angelegenheiten der Firma ein und war mehr ein Mythos als alles andere.
Chef erhob die Hände zu einer beschwichtigenden Geste und wechselte das Thema. »Nun, meine Freunde, versteht ihr, warum es wichtig ist, dass wir wieder präsent sind? Vor Ort sind?«
Vereinzeltes, zögerliches Kopfnicken war die Antwort.
Schließlich meldete sich Judd erneut. »Und wem gedenkt ihr, das Schicksal der Firma anzuvertrauen?«
»Wir setzen auf Erfahrung. Auf Charme. Eine gewisse Eloquenz und Leutseligkeit ist darüber hinaus definitiv hilfreich.«
Jay gähnte gerade herzhaft, als er die bohrenden Blicke von dreizehn Augenpaaren auf sich spürte. Er schaute müde zum Chef hinauf und sah ein breites Lächeln auf dessen Lippen. »Äh … Moment … Ich habe scheinbar nicht alles ganz genau mitbekommen. Wollt ihr etwa mich in den Außendienst schicken?« Nervös rutschte er auf dem Bürostuhl hin und her.
»Wen, wenn nicht dich? Du kennst die Menschen wie kein Zweiter und hast bereits Erfahrungen gesammelt!«
»Bereits Erfahrungen gesammelt? Tolle Erfahrungen waren das! Und es ist eine Ewigkeit her!«
»Übertreib bitte nicht! Eine Ewigkeit ist etwas ganz anderes, mein Sohn!«
»Du weißt, was ich damit sagen will!« Jays Miene verfinsterte sich. »Und jetzt soll ich nach all der Zeit die andere Wange hinhalten? Sobald der da mitmischt«, er deutete auf Judd, »lande ich am Kreuz!«
Judd warf ihm einen verächtlichen Blick zu. »Was unterstellst du mir? Strebt man nach höheren Zielen, ist es eine moralische Verpflichtung, zu Opfern bereit zu sein! Oder etwa nicht? Ohne meine Unterstützung wäre dein lustiger kleiner Ausflug reine Zeitverschwendung gewesen.« Überheblich lächelnd lehnte er sich zurück und verschränkte seine Arme vor der Brust.
»Judd hat leider nicht ganz unrecht, mein Sohn«, stimmte Chef zu. »Aber Kreuzigungen sind heutzutage kaum noch üblich. Meide einfach die Regionen, in denen das noch an der Tagesordnung steht, und alles wird gut. Falls es dich beruhigt: Wir haben entschieden, dass es eine Ein-Mann-Mission ist.«
»Du weißt, ich bin immer deiner Meinung, aber diesmal nicht. Ich halte es in Zeiten wie diesen für Schwachsinn. Mit Verlaub.«
»Hmm«, brummte Chef mit seiner tiefen Stimme. »Gewagt und riskant? Ja! Schwachsinn? Ich glaube nicht!« Er wandte sich dem Aufsichtsrat zu. »Lasst uns abstimmen! Wer dafür ist, dass JayCee die ehrenvolle Aufgabe übernimmt, der hebe die rechte Hand. Die Mehrheit entscheidet.«
Jay schloss die Augen und hörte Chef leise zählen.
»Eins, zwei, drei, vier, fünf.«
Er kniff die Augen noch fester zusammen.
»Sechs.«
Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und er presste die Lippen aufeinander. Nach einer gefühlt endlosen Pause sagte Chef: »Sieben!«
Jay sprang auf und warf die Arme in die Luft. »Oooh, verdammter Mist! Was fällt euch eigentlich ein?« Einige Kollegen grinsten unverhohlen, was ihn noch mehr aufregte. »Warum bist du dafür, Judd? Hast du wieder Lust, mich zu opfern? Willst du Blut sehen?«
»Ach, nicht doch! Jedenfalls nicht notwendigerweise. Sollte es sich allerdings als unausweichlich herausstellen, werde ich tun, was zu tun ist.« Er grinste herablassend und glättete seinen Oberlippenbart.
»Und du, Peter? Ernsthaft? Warum? Ich dachte, du wärst mein Freund!«
Der schüchtern wirkende junge Mann mit der hellblauen Krawatte senkte seine sanften Augen. »Weil du den Menschen guttun wirst, JayCee. Weil sie dich und uns brauchen. Viele wissen es noch nicht und andere haben es vergessen.«
»Na, danke auch!« An den Chef gewandt knurrte er: »Und du bist ebenfalls der Überzeugung, dass sie auf mich warten, während sie Serien im Akkord glotzen oder auf ihr Smartphone starren?«
»Wir denken ja, mein Sohn. Nicht jeder Einzelne wartet auf dich, aber viele.«
»Das sind ja tolle Aussichten!«
Judd meldete sich zu Wort. »Du weigerst dich doch lediglich, dein bequemes Leben als verhätscheltes Papasöhnchen aufzugeben«, sagte er scharf. »Was leistest du schon für die Firma? Du faulenzt den ganzen Tag an der Spielkonsole, flanierst wie ein eitler Pfau durch die Flure und schwingst große Reden!«
Jay ertrug den herablassenden Tonfall nicht. Er holte bereits tief Luft, aber Chef legte ihm die Hand auf die Schulter.
»Jungs, lasst es gut sein! Das Meeting ist hiermit beendet. Ich werde euch auf dem Laufenden halten … Und jetzt: schönen Feierabend!«
In weniger als einer Minute leerte sich das Sitzungszimmer und Jay blieb mit Chef allein zurück.
»Mein Sohn, ich benötige noch etwas Zeit, bis alle Details geregelt sind. Nutze die nächsten Tage gut! Überleg dir deine Schritte sorgfältig, denn die Planung überlassen wir dir. Sobald alles vorbereitet ist, werde ich dich rufen!«
Chef nickte kurz und Jay verstand, dass die Unterhaltung damit beendet war.

‡ ‡ ‡ ‡ ‡

In den folgenden zwei Wochen war Jay schwer beschäftigt. Zugegebenermaßen nicht mit der bevorstehenden Mission, aber immerhin hatte er drei neue Spiele beendet und seinen Ruf als Weltenretter untermauert.
Als Chef ihn in sein Büro bat, folgte er der Anweisung unverzüglich, wenngleich nicht frei von schlechtem Gewissen.
»Mein Sohn, entschuldige, dass ich dich so lange habe warten lassen, aber die Vorbereitungen haben mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich dachte.«
»Kommt nun die große Einsatzbesprechung?«
»Ja. Kaffee?«
»Warum nicht …«
Chef stellte zwei Tassen auf dem Schreibtisch ab und sprach eine halbe Stunde lang wie ein Vater zu seinem Sohn über Ideen, Hoffnungen und Ziele. Er beendete seinen Monolog, in dem er einige Punkte der Präsentation wiederholt und die Wichtigkeit der Mission mehrfach nachdrücklich hervorgehoben hatte, und lehnte sich zurück. Dann legte er die Fingerspitzen zusammen und seine Hände formten ein Dreieck, über welches hinweg er Jay fixierte. Da Jay vermied, ihn anzuschauen, und stattdessen auf die eigenen Hände starrte, entgingen ihm der nervöse Blick und die zitternden Finger seines Chefs.
»Nun, Jay … Bist du bereit?«
»Ja, das bin ich.« Er antwortete erschreckend schnell. Ihm war nicht entgangen, dass man ihm freie Hand in der Ausgestaltung seiner Mission ließ und er allein die Verantwortung für das Gelingen trug. Das gefiel ihm gar nicht.
»Fein. Dann ist es beschlossen! Du kennst das Ziel. Du sollst schalten und walten, wie es dir beliebt. Du hast alle Zeit, die du brauchst! Wenn du bereit bist, all das für uns auf dich zu nehmen, kann die Mission starten. Du weißt, wie wichtig du für dieses Unternehmen bist! Von dir hängt unser Überleben ab!«
»Vielen Dank! Wenn du mich noch mehr unter Druck setzt, furze ich Diamantenstaub«, knurrte Jay.
»Na, na. Wenn einer von uns mit Menschen gut umgehen kann, bist du das! Und es ist eine große Ehre, dass wir dich erneut ausgewählt haben, um die Firma zu retten. Das ist dir doch bewusst, oder?«
»Außer mir ist ja niemand verrückt genug, diesen Job zu übernehmen.«
»Das ist vermutlich auch ein Grund.« Chef lächelte unsicher.
»Die letzte Mission ist … eher bescheiden gelaufen …«, gab Jay kleinlaut zu bedenken.
Chef zögerte kurz und räusperte sich. »Das Ergebnis zählt und manchmal muss man bereit sein, ein Opfer zu erbringen.«
»Du hast leicht reden. Von euch wurde kein Opfer verlangt.«
»Auch das ist richtig, mein Sohn. Aber ich denke, wir haben gut für dich gesorgt, oder?«
»Habt ihr«, stimmte Jay zu. Er war dankbar für das angenehme Leben in der Firma.
»Nun? Bist du bereit?«, fragte Chef erneut mit einem leichten Zittern in seiner Stimme, das Jay diesmal nicht entging.
Er klingt nervös, dachte er. Kein Wunder! Mit ihm zusammenzuarbeiten, ist ein großes Ding. Um sich nicht die Blöße zu geben, antwortete er: »Was denkst du denn? Dass ich nur Videospiele gezockt habe?« In der Tat wünschte er sich in diesem Moment, dass er weniger Zeit mit seiner Spielkonsole verbracht und stattdessen nur einen einzigen Gedanken an die Mission verschwendet hätte.
»Dann bin ich beruhigt. Es geht nichts über einen ausgeklügelten Plan und bei deinem Improvisationstalent sehe ich es als einen Spaziergang für dich an. Weißt du schon, wie du in Erscheinung treten willst?«
Jetzt grinste Jay und sagte spontan: »Klassisch.«
Chef kniff die Augen zusammen. »Mein Sohn, wir haben das Jahr …« Er stockte. »Zweitausend und irgendwas in den Zwanzigern! Ich bin mir nicht sicher, ob du einen seriösen Eindruck machst, wenn du in diesem Aufzug dort erscheinst. Und außerdem …«
Jay fiel ihm ins Wort: »Das ist meine Entscheidung! Klassisch!«
»Überleg es dir bitte …«
»Nein!« Jay verschränkte die Arme vor der Brust.
»Wie du meinst!« Chef wusste, dass gegen Jays Starrsinn nicht mit guten Worten anzukommen war. »Du bist ja schon erwachsen.« Er starrte lange auf seine Armbanduhr als präge er sich die Uhrzeit genau ein. »Dann geht es jetzt los! Verrätst du mir, wie du die Mission beginnen wirst?«
Jay improvisierte. »Ich besuche zuerst den großen Stellvertreter.«
»Wunderbare Idee, JayCee!«, sagte Chef aufrichtig überrascht. »Du hast deine Hausaufgaben gemacht, wie ich sehe! Ich wusste, du bist der richtige Mann für diese Mission!«
»Ich hoffe, er wird mich anhören«, stieg Jay durch die positive Bestätigung in die eigene Improvisation ein. »Er dürfte nicht gerade begeistert sein!«
»Du hast vollkommen recht, mein Sohn! Er wird von unserem Vorhaben ganz und gar nicht begeistert sein! Aber ich weiß, dass du ihn überzeugen wirst. Dein Besuch bei ihm hat hohe Priorität, und was auch geschieht: Sobald du in seinem Hoheitsgebiet ankommst, musst du bei ihm vorstellig werden. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst, um die Mission zu einem guten Ende zu bringen. Nun geh zu Abigail und lass dich ausstatten.«
Jay erhob sich und sein Vorgesetzter, Freund und Vaterersatz trat hinter seinem Schreibtisch hervor. Chefs kräftige Hände drückten sanft Jays Schultern und seine Augen waren feucht. »Pass auf dich auf, mein Sohn. Ich lege all meine Hoffnung in dich.« Er schloss ihn in die Arme und flüsterte: »Unser aller Segen sei mit dir, JayCee!«
Jay hatte das Gefühl, dass Chef ihm noch etwas anderes sagen wollte, aber da er schwieg, ließ Jay es auf sich beruhen.

2022 – Mission: Lichtbringer

eBook-Cover

INHALT
»Die Geschichte, die Ihr in den Händen haltet, hat mich sehr überrascht, obwohl ich mich rühmen darf, das Leben und alle Geschichten, die jemals erzählt wurden, zu kennen.
Amüsante Erzählungen. Romantische Romane. Respektlose Parodien.
Verrückte Science-Fiction. Unappetitlicher Horror. Religiöse Phantastik.
Ich könnte weitere Beispiele anbringen, doch im Hinblick auf die folgenden Seiten erscheint mir die Auswahl äußerst adäquat, wenn Ihr versteht.
Die Geschichte über einen, den und dessen Taten Ihr zu kennen glaubt, vermag die eine oder den anderen zu ärgern oder zu verwirren. Doch was auch geschehen mag: Es lohnt nicht, sich aufzuregen! Es ist lediglich eine Geschichte über Glaube und Vertrauen, Freundschaft und Liebe, Versagen und das Ende der Welt. Oder wird es letzten Endes doch mehr als nur eine Geschichte sein?«


HARDCOVER
Privatdruck ohne ISBN
Hardcover in schwarzem Leineneinband mit Titelprägung und Leseband
Erstveröffentlichung: 12.10.2022
Verlag: Selbstverlag / Self publishing
368 Seiten; Preis: 33,00 Euro
SOLD OUT!

eBOOK
ASIN: B0BFC69XF1
Erstveröffentlichung: 07.10.2022
Preis: 4,99 Euro; exklusiv bei Amazon; auch im Kindle-Unlimited-Abo enthalten!
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LESEPROBE
Werft einen Blick in mein Buch »Mission: Lichtbringer«.


HÖRPROBE

Hörprobe »Mission: Lichtbringer« (Kapitel 2)

ZITATE
Hier findet Ihr Grafiken mit Zitaten aus den Geschichten aus »Mission: Lichtbringer«.


REZENSIONEN
Tausend Dank an alle Leser*innen und Blogger*innen, die mir ihre Zeit und Unterstützung schenken! Ohne Euch wären wir Selfpublisher nichts!


Ilona Arfaoui – Die Anderen

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Nach »Der König der Schatten« und »Der Hexenmeister, die Macht und die Finsternis« vervollständigt Ilona Arfaoui mit »Die Anderen« ihre Trilogie um das Schwarze Land und die Geschichte von Cahal O’Brian und seinen acht Gefährten.

Der Dunkle Meister offeriert den Erwählten und Cahal O’Brian einen Handel: Finden sie einen ganz besonderen Edelstein, wird Cahal, sofern seine Gefährten sich einstimmig dafür aussprechen, vom traurigen König der Schatten zum Hochkönig des gesamten Schwarzen Landes. Das Verhältnis der Erwählten untereinander war niemals ungetrübt und nicht alle sind freundschaftlich miteinander verbunden – sogar falls der Stein gefunden wird, ist somit nicht sicher, dass Cahal auch tatsächlich die uneingeschränkte Herrschaft über das Schwarze Land übernehmen wird. Dazu kommen natürlich noch die Intrigen und Versuche, diese gravierende Veränderung zu verhindern, von den anderen Anderen, die Cahal seit Jahrhunderten nicht wohlgesonnen sind.

Die drei Bände können einzeln gelesen werden; in »Die Anderen« greift die Autorin die Geschehnisse der beiden vorherigen Bücher auf und räumt ihnen den gebührenden Platz ein. Leser, die mit ihrem neusten Buch einsteigen, werden ohne Probleme mit auf die Reise genommen, aber in den vollständigen Genuss der Saga kommt man meiner Meinung nach nur, wenn man die gesamte Trilogie genießt. Für mich als Kenner der beiden Vorgänger waren die Rückblicke wohldosiert, haben den Lesefluss keineswegs gebremst und die Erinnerungen an die Geschehnisse aufgefrischt – und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ich größte Lust bekommen habe, die beiden anderen Bücher erneut zu lesen.

Ilona Arfaoui schreibt anspruchsvolle Phantastik und seit einem Büchlein namens »Es« eines gewissen Stephen King wurde ich nicht mehr so herrlich durch verschiedene Zeiten, Rückblicke und aktuelle Ereignisse gejagt. Ja, der Leser muss tatsächlich immer voll bei der Sache sein, damit er in den verschiedenen Zeiten und verschiedenen Persönlichkeiten der Protagonisten nicht den Faden verliert.

Ihr Schreibstil ist (wie immer) ein Genuss; in »Die Anderen« schlägt sie einen weicheren, beinahe poetischen Ton an, denn erzählt wird die Geschichte diesmal von der wundervollen Muireall, der Herrin des Waldes, die die Leser der Vorgänger bereits lieben gelernt haben.
Die Autorin versteht es allerdings meisterhaft, die düstere Stimmung durch saloppe Wortwechsel und Gedanken der Protagonisten oder die direkte Ansprache des Lesers immer wieder aufzulockern. Die Grausamkeiten der anderen Bücher – und davon gab es reichlich – sind einer melancholischeren Stimmung gewichen. Und dieser Ton steht der Geschichte um das Schicksal der Erwählten sehr gut zu Gesicht.

Auch wenn diese Geschichte abgeschlossen ist, schossen mir nach Beendigung der Lektüre mindestens sechs Fragen spontan durch den Kopf, die ich gern beantwortet gehabt hätte. Aber um die Autorin zu zitieren:

»Nein, die Geschichte selbst ist natürlich nicht beendet. Geschichten gehen nicht zu Ende, sie gehen mit der nächsten Geschichte weiter […] Wer immer sie erzählen mag.«

Ilona Arfaoui – Die Anderen

Und genau das macht »Die Anderen« zu einem guten Buch und dem perfekten Abschluss ihrer Trilogie: Die Autorin hat uns über insgesamt 1580 Seiten eine großartige Geschichte geschenkt und lässt uns nun damit allein unseren Weg gehen, anstatt alles in Grund und Boden zu erklären. Und wer weiß, vielleicht erfahren wir ja irgendwann doch noch mehr von den Figuren, die uns über die Zeit (auf eine mitunter fragwürdige Art) ans Herz gewachsen sind?

Die Umsetzung des Buches ist rundum gelungen: Von den praktisch nichtexistierenden Tippfehlern, über den hervorragend lesbaren Buchsatz, bis zu den zehn farbigen Illustrationen von der Autorin höchstpersönlich, präsentiert sich das Buch auf einem absolut professionellen Niveau.

Durch ihren individuellen Stil und ihre einzigartige Erzählkunst, mit der Ilona von der ersten Seite der gesamten Trilogie an die Leser an die Hand nimmt, um ihnen die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele durch Zeit und Raum zu offenbaren, zählen ihre Bücher ohne Frage mit zum Besten, was ich jemals im Selfpublisher-Bereich (und darüber hinaus) gelesen habe.

Wer anspruchsvolle Geschichten sucht, bei denen Herz und Verstand gefordert werden, und die meines Erachtens in Komplexität und Umsetzung ihresgleichen suchen, besucht Ilona Arfaoui bitte in den sozialen Medien oder auf ihrer Homepage (die Auszüge aus den Büchern bietet) und lasst Euch in die Anderswelt entführen. Es wird sich definitiv lohnen.

Erhältlich ist »Die Anderen« als Taschenbuch und eBook.

[Es handelt sich bei „Meinen Gedanken zu anderen Büchern“ stets um meine rein subjektive Meinung als Leser und ich schreibe sie auf, weil mir danach ist. Das geschieht rein freiwillig.]

Monika Loerchner – Die Tote in der Tränenburg

Monika Loerchner – Homepage
Monika Loerchner – Facebook
Monika Loerchner – Instagram

„Bei der Göttin!“, denkt sie kopfschüttelnd. „Jetzt glaubt ein Mann auch noch, einen Text über ein Buch schreiben zu können! Hoffentlich tut er sich dabei nicht weh. Hat er denn keinen Abwasch mehr zu erledigen?“ So oder so ähnlich könnten die Frauen dieses Buches denken, wenn sie sehen, dass ich meine Gedanken zu Monika Loerchners Buch „Die Tote in der Tränenburg“ aufschreibe.
Wie sang schon Jenny Brown? „It’s a woman’s world“.

In diesem Buch sind nämlich die Männer das schwache Geschlecht und die Autorin versteht es, spielerisch den gängigen Sprachgebrauch auf den Kopf zu stellen (das stelle ich mir sooo anstrengend vor!) und sorgt damit für manch erheiternde Situation. Aber das Lachen blieb mir auch gern mal im Hals stecken, denn auch wenn die Rollenverteilung eher aus den 1950er Jahren zu stammen scheint (hoffe ich), ist manchmal doch mehr dran, als man eigentlich glauben möchte.

Und das Ende des Buches … nein, ich werde nichts spoilern … zeigt nur, dass es egal ist, ob Männlein oder Weiblein an der Macht sind.

Aber das ist nur ein Rahmen, in dem sich die Geschichte der Spezialgardistin Magret Beatesdother bewegt. Sie hat nämlich einen komplizierten Kriminalfall zu lösen: Den Fall der Toten in der Tränenburg. In einem Waisenhaus für ungewollte Söhne wird eine Angestellte tot aufgefunden und es ist an Frau Beatesdother, diesen Fall zu lösen, bevor sie für eine Woche ihre Magie verliert.

Mehrere Verdächtige, keine vernünftige Spur, geschweige denn ein Motiv, erschweren Magret Beatesdother und ihren Kolleginnen der Goldenen Garde die Ermittlungsarbeit, aber gemeinsam mit den Charakteren durchdringen wir eine Schicht nach der nächsten, um immer weiter zum Kern der Geschichte vordringen.

Monika Loerchners Schreibstil ist herrlich leichtfüßig und ich mag die Welt, die sie erdacht hat, sehr! Sie lebt von den vielen magischen Details, der Umkehrung des gängigen Rollenverständnisses und den sympathischen Charakteren.
Besonders schätze ich an der Umsetzung das kammerspielartige Setting. Die gesamte Handlung findet an lediglich zwei Schauplätzen statt und erinnert mich dadurch, aber auch durch die Interaktion der Charaktere untereinander und den Verlauf, an ein Theaterstück aus Agatha Christies Feder.

Somit kann ich sagen, dass „Die Tote in der Tränenburg“ einerseits klassisch, aber auf wunderbare Weise auch innovativ geworden ist. Und da ich nicht wirklich weiß, was es mit Magrets Armband auf sich hat, bin ich einem weiteren Teil nicht abgeneigt.

Auf der Homepage der Autorin findet Ihr übrigens noch einige Bonusgeschichten! Vorbeischauen lohnt sich!

12/2021 – Ein kurzer Rück- und ausführlicher Ausblick [Ein Selbstgespräch]

Liebe Zuckerperlen!
Dieses Jahr fällt der Jahresrückblick deutlich reduzierter aus, aber stattdessen werde ich einen Einblick geben, was sich in meinem Autorenleben in der nächsten Zukunft verändern wird.
Diese Gedanken beschäftigen mich bereits seit langer Zeit und die Tage zwischen den Jahren möchte ich nutzen, sie auszusprechen. Jeder einzelne Punkt wäre eines eigenen Beitrags würdig und hat immer verschiedene Perspektiven, aber aktuell sind diese Gedanken dabei heraugekommen, die Ihr im folgenden lesen könnt. Ich habe lange überlegt, wie ich alles aufschreiben soll, aber wie könnte es besser geschehen als genau auf die Weise, wie sie mir durch den Kopf gehen? Also: Willkommen in meinem Kopf, in dem ich einen Schwatz mit Hank halte.


Hank: Moin, Cushing! Was läuft bei dir? Was macht das Geschäft?
Ian: Ich will nicht klagen, Hank. 2021 war zwar das ruhigste Jahr seit 2018, was Verkäufe angeht, aber ich war aus verschiedenen Gründen auch eher zurückgezogen, was schamlose Buchwerbung betrifft. Der Zusammenhang zwischen Onlinepräsenz, beharrlicher Werbung und Verkäufen wird dadurch sehr deutlich.

(Hank: Eine Grafik! Ich werde verrückt! Angaben vermutlich in „Millionen verkauften Einheiten“ 🙂)

Soll ich für dich in der Fußgängerzone singen?
Danke für das Angebot, aber mit deiner Stimme wirst du nur wieder wegen Ruhestörung verhaftet. Es hat sich zwar über die Jahre ein ordentlicher Batzen angesammelt, und darüber hinaus sind schon die ersten Ausgaben für das nächste Buch getätigt worden … Aber du weißt doch: Hobbys kosten Geld. Du musst deine Herrengedecke im Landhotel ja auch bezahlen. Ich denke, wir beide haben deswegen keine schlaflosen Nächte, oder?

Da ist was dran. Dass du ein Pleitegeier bist, wissen wir ja schon länger … aber sonst? Bist du wenigstens zufrieden?
Fiese Frage, Hank. Zum einen bin ich sehr zufrieden. Ich bin schließlich noch da! Spaß hatte ich – neben den vielen Gesprächen mit wundervollen Menschen und Freunden – vor allem mit dem Rezi-Recycling und den zwei Give-away-Aktionen, die daraus resultierten. Es hat mir Freude bereitet, mal nicht über mich zu quatschen, sondern geballt zu zeigen, was mich persönlich begeistert und unterhalten hat.

Und zum anderen? Mir kannst du nichts vormachen … Es herrscht ordentlich Unruhe in deinem Oberstübchen und das nervt mich. Du weißt, ich brauche meinen Schönheitsschlaf.
Sorry, Hank. Ich wollte dich nicht stören. Aber ja … mir gehen schon sehr lange viele Gedanken durch den Kopf.

Schwafel nicht rum, ich will gleich los! Was hast du vor?
Okay. Mein nächstes Buch soll 2022 erscheinen, und ich habe mich gefragt, ob der Weg, den ich zuletzt gegangen bin, der richtige Weg für mich ist. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass sich einiges ändern sollte, damit ich wieder entspannter bin und mit mehr Freude an die Sache gehen kann.


Manchmal träume ich schwer, und dann denk ich es wär
Zeit zu bleiben und nun was ganz andres zu tun
So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar
Dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Was verstehst du an »schwafel nicht rum« nicht, verdammt?
Geduld, mein imaginärer Freund! Weil du es bist, versuche ich tausend Gedanken einzudampfen und nur die Essenz herauszufiltern.

Ich hatte dieses Jahr stark mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Zu einem Großteil betrafen sie mein »Projekt M:L« und ich weiß nicht mehr, wie oft ich es einfach alles hinschmeißen wollte. Die Geschichte, die Umsetzung, der Sinn … ständig stellte ich alles infrage, anstatt einfach mein Ding durchzuziehen und zu sehen, wohin es mich führt. Es gab auch derbe Rückschläge in der Planung und Umsetzung, die ich erst einmal verdauen musste, aber über die Hintergründe zu »Projekt M:L« werde ich zu späterer Zeit ausführlich berichten. (Spoiler: Die Zweifel und ich haben momentan halbwegs unseren Frieden geschlossen und die Geschichte wird im kommenden Jahr auf Euch losgelassen!)
Doch wenn man eh schon in einer zweifelnden Stimmung ist, treten automatisch auch andere Umstände zutage, die das Talent haben, einen wahnsinnig zu machen:

Ich kümmere mich zu viel um Dinge, die mir ursprünglich nicht wichtig waren, es dann aber wurden, weil ich schlichtweg vergessen habe, was für mich wirklich zählt und warum ich hier bin. Ich habe das Gefühl, dass der kleine Ian irgendwann angefangen hat, nicht nur Autor, sondern auch Geschäftsmann zu spielen. Ich bin unweigerlich in einen Sog geraten und ehe ich mich versah, dachte ich wie ein Businesstyp, für den das Marketing im Vordergrund stehen müsste. Bis zu einem gewissen Grad ist das selbstverständlich logisch und berechtigter Teil des Jobs, denn Käufer bedeuten Leser (und auf Leser kommt es mir an), aber sobald das den Großteil der Zeit frisst und vor allem unglücklich macht, stimmt etwas nicht. Und dass ich ein mieser Geschäftsmann bin, ist wohl auch bekannt. Und gerade weil diese Gedanken mich selbst überraschten, habe ich mich einfach noch weiter zurückgezogen. Klingt paradox, oder? Aber ich habe von Anfang an gespürt, dass das nicht mein Weg ist, und bin wohl ein bisschen bockig geworden, hahaha.

Der nächste Punkt, der mit dem ersten einhergeht, ist, dass ich das Gefühl habe, als Autor ständig in den sozialen Medien präsent sein zu müssen. Tauche ich für einige Zeit ab, wird mein Konto uninteressant für Tante Meta und ich riskiere, dass die anderen mich vergessen und ich untergehe. Allerdings gehöre ich nicht zu den Usern, die täglich Beiträge rausschleudern; generell bin ich nicht der gesprächigste Mensch unter der Sonne (von diesem Interview, wichtigen Beiträgen und den Unterhaltungen mal abgesehen), aber das verleidet mir das Ganze schon etwas.

Doch wenn ich sehe, was andere zu leisten imstande sind, fangen die Selbstzweifel an, Rumba zu tanzen. Plötzlich drehen sich die Gedanken nur noch nebenbei um eine neue Geschichte. Stattdessen beschäftigt sich mein Kopf ungewollt damit, wie ich mehr Leser erreichen kann; damit, ob ich weitere Blogs ansprechen soll; damit, wie Kollegen*innen oder Blogger*innen es schaffen, so unglaublich präsent zu sein und riesige Followerzahlen mit täglichen Beiträgen zu unterhalten. Manchmal ist das virtuelle Universum schrecklich frustrierend, wenn man den Fokus verliert. Und nein, es hat nichts mit Neid zu tun, falls das jemand denken sollte, denn ich gönne jeder*m einzelnen Selfpublisher den größtmöglichen Erfolg (wer mich kennt, weiß das sicherlich).

Instagram und Facebook kosten einfach viel Energie und Zeit und beides bringe ich momentan nicht auf. Ich möchte meine Freizeit, und die Zeit, die ich davon im Netz verbringe – und besonders wie ich sie verbringe –, selbst bestimmen und nicht vom heiligen Algorithmus oder meinen kruden Gedanken bestimmen lassen. Die sozialen Medien sind eine waschechte Hassliebe mit Suchtfaktor. Aber wer kennt das nicht?

Im Privaten ist auch einiges los. Mein bezahlter Job hat sich in den letzten Monaten stark verändert und lässt mir kaum noch Luft zum Atmen. Wie ich jemals ein neues Projekt schreiben soll, ist mir momentan bei der Belastung wirklich nicht klar! Das wird eine echte Herausforderung.
Die generelle gesellschaftliche Situation und die Unruhe, die lauten Meinungsbekundungen, die Unvernunft aller Menschen (ob geimpft oder ungeimpft) belasten mich ebenfalls, und alles zusammen sorgt für jeweils verschiedene Arten von Frustration, Zweifeln.

Manchmal muss ich einfach den Stecker ziehen, bevor mir durch zu viel Input die Leitung durchschmort. Kurzum: Die ganze Welt und die Stimmen in meinem Kopf waren in diesem Jahr einfach zu laut und unruhig. Ich war dieses Jahr häufig extrem gestresst und teilweise überfordert, und das wiederum wirkt sich auf mein Hobby aus, für das mir dann einfach die Energie fehlt; das betrifft die Online-Zeit, die Lust, für meine Bücher zu werben, aber besonders die Arbeit an dem Projekt. Ich habe noch nie so lange an einem Projekt gearbeitet, wie an »Projekt M:L« (wobei das auch andere Gründe hat), aber es liegt zum Großteil daran, dass ich nach Feierabend vielleicht eine, maximal zwei Stunden Energie habe.

Aber beenden wir das Mimimi und beschränken uns auf das Kernproblem meines Autorendaseins: Das Schreiben trat in den Hintergrund und das Business und Drumherum drängten sich leider auf manchmal irrationale Weise in den Vordergrund.

Vielleicht bin ich der einzige Mensch den das stört oder wir sind Legion … ich weiß es nicht. Manche Autoren*innen gehen darin auf und fühlen sich wie ein Fisch im Wasser, aber mir persönlich gefällt diese Entwicklung nicht, denn das bin nicht ich.


Denn was neu ist, wird alt, und was gestern noch galt
Stimmt schon heut oder morgen nicht mehr

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Wie denkst du, kannst du dich dieser Spirale entziehen?
Ich habe mir mein Autorenleben in aller Ruhe angeschaut und erkannt, dass ich die Gelassenheit verloren habe, die mir in den ersten Jahren zu eigen war. Aber ich habe mich an sie erinnert wie an einen alten Freund, den ich gern wiedersehen möchte und weiß wieder, was ich will: Geschichten erzählen und Bücher veröffentlichen. Und das mache ich so gut ich kann.
Statistiken und vage Möglichkeiten, mysteriöse Algorithmen, Wahrnehmung und Sichtbarkeit, Erwartungen haben mir allerdings mein Hirn ein wenig verdreht, aber ich bin zu dem revolutionären Schluss gekommen, dass ich das Spiel gar nicht mitspielen muss!
Also werde ich zukünftig das tun, was ich am besten kann: 100% Ian Cushing sein. Ich werde manche Dinge verändern, meinen eigenen Weg gehen und verspreche mir dadurch wieder mehr Spaß und Fokus darauf, was mir gefällt. Einge wenige meiner Freunde und Kollegen*innen kennen diesen Gedanken seit längerer Zeit (noch vor »Absorption«) bereits als »Untergrund-Gedanken« und ich sehe keinen Grund, diesem Gedanken jetzt nicht mit allen Konsequenzen zu folgen. Hach, ich fühle mich wie ein Partisan im Kampf für die Selbstverwirklichung!

Ich wusste, dass so ein Spruch kommt, nachdem du erst mit Begeisterung »Haus des Geldes« geguckt hast und seitdem immer »Bella ciao« unter der Dusche trällerst. »Ein Partisan ist ein bewaffneter Kämpfer, der nicht zu den regulären Streitkräften eines Staates gehört.« Wirst du Spinner auf deine alten Tage militant?
Quatsch. Ich kämpfe nicht gegen jemanden oder etwas, sondern ich setze mich friedlich für eine Sache ein, von dem ich mir mehr peace of mind erhoffe!
Genau wie jeder andere kämpfe ich darum, gelesen zu werden; aber vielleicht in Zukunft mit anderen Mitteln, aus anderen Gründen und vor allem in anderem Umfang. Doch weiß ich, dass beständiges Wachstum nicht mein Ziel ist.

Für mich bedeutet der neue Pfad Eigenverantwortung, Inspiration und Freiheit! Er verspricht mir ganz leise das Glück, meinen Kopf aus bestimmten Mechanismen zu lösen und wieder frei zu sein. Back to the roots.
Es ist schwer zu erklären, aber es fühlt sich an, wie eine Zwangsjacke: Buch schreiben, veröffentlichen und anschließend so viel wie möglich davon verkaufen … sie sind ja on demand endlos erhältlich! Und am besten natürlich mehr Exemplare als von dem vorherigen Buch! Solch ein Denken macht mir keinen Spaß. Natürlich will ich gelesen werden, aber mir reicht es, wenn ich eine bestimmte Anzahl von Lesern*innen für meine Geschichten begeistern kann. Für viele Kollegen*innen wäre der Schritt, mein »Business« meiner realistischen Marktgröße anzupassen, vermutlich ein Schritt zurück, aber für mich ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe jedenfalls keine Angst davor, ein kleiner Fisch in einem großen Teich zu sein. Vielleicht gibt weitere Menschen, denen es ähnlich geht, und wir wachsen zu einer Armee der Individualisten und führen gemeinsam die Feder des Partisanen. La penna del partigiano.

(Zeichnungen: Karmazid; Schriftzug und Gestaltung: Ian Cushing)

Was heißt »dein Business deiner Marktgröße anpassen?«
Wenn ich mir anschaue, was ich erreicht habe, denke ich, dass ich dort angekommen bin, wohin ich mit meinen Möglichkeiten und meinem Einsatz kommen kann! Ich habe bereits jetzt viel mehr Menschen erreicht, als ich mir jemals hätte träumen lassen! Nicht die (Verkaufs-)Zahlen entscheiden, sondern ob man mit dem, was man erreicht, zufrieden ist.
Über die Jahre hat sich eine Sache bestätigt, die von vornherein feststand: Ich schreibe für einen überschaubaren Kreis von Lesern. In meinem »früheren Leben« habe ich das ein oder andere kreative Projekt durchgezogen, und die waren immer auf eine überschaubare Zahl von Menschen ausgelegt. Diese Art, meine Projekte zu realisieren, habe ich vermisst und übertrage es auf mein Autorendasein.

Mann, Cushing! Komm endlich auf den Punkt! Ich will heute noch ins Landhotel!
Ich versuche es anhand meines kommenden Projekts zu erklären und gleichzeitig noch nicht zu viel zu verraten. Das nächste Projekt wird ein besonderes sein:
Das Buch soll aussehen, wie ich ganz persönlich Bücher gern sehe und anfasse. Darüber hinaus werde ich vermutlich selbst Hand an ein oder zwei Details legen und es dadurch noch individueller gestalten.
Leider kann mir kein Print-on-demand-Anbieter diese Ausstattung zu einem akzeptablen Preis bieten und daher wird es ein Privatdruck werden!

Mal davon abgesehen, dass das Buch so erscheint, wie ich es mir bereits seit »Fünf Minuten« als Sonderauflage neben dem Taschenbuch / eBook immer gewünscht, es aber aus finanziellen und rationalen Gründen nicht umgesetzt habe, habe ich zukünftig eine eindeutige Mission: »meine« Buchexemplare an die Leser*innen zu bringen. Das ist ein klares Ziel im Vergleich zu der abstrakten Möglichkeit, unendlich viele Bücher on demand zu verkaufen. Ich orientiere mich durchaus an anderen Künstlern, Labels und Verlagen, die ihre Veröffentlichungen in begrenzter Stückzahl anbieten. Diese Idee ist nicht neu, aber fühlt sich für mich wirklich anders an. Persönlicher, wärmer, besser. Und in meinen kühnsten Tagträumen wird es großartig sein, wenn ich verkünden kann: Das Buch ist ausverkauft und jedes Exemplar hat seine Leser erreicht!
Das ist mein Ausstieg aus dem Hamsterrad und ich kann früher oder später ein Projekt als (mehr oder weniger) abgeschlossen betrachten.

Ob ich für das gedruckte Buch eine möglichst realistische Auflagenhöhe selber schätze oder vielleicht eine großangelegte Vorbestellaktion durchführen werde und die Leser*innen dadurch die Auflage bestimmen, weiß ich noch nicht. Vermutlich wird es ein Mix aus beiden Varianten, denn verbindliche Vorbestellungen werden mir sehr bei der Planung der Auflagenhöhe helfen.

Ich weiß, dass es viele Leser gibt, die eBooks bevorzugen und keine gedruckten Bücher lesen; daher habe ich mich entschieden, das Buch gleichzeitig als eBook anzubieten. Auch wenn ich die Möglichkeiten des eBooks selbst nicht nutze, darf und werde mich dem natürlich nicht verschließen, denn es sind zwei völlig unterschiedliche Kanäle für völlig unterschiedliche Lesegewohnheiten.
Fakt ist aber: Einen Nachdruck der »Liebhaber-Edition« wird es niemals geben und zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich eine spätere Taschenbuchausgabe ebenfalls aus. Wer also bei der limitierten Edition nicht zuschlägt, darf scrollen, aber nicht blättern. Eine Sache besorgt mich allerdings etwas …

Na los, schütte dein Herz aus!
Würdest du bitte aufhören, mit den Augen zu rollen?
Es wird sicherlich nicht einfach, die potentiellen Leser*innen dazu zu bringen, das Buch direkt beim Autor zu bestellen! Es ist ja schon schwierig, die »alten« Bücher direkt aus meinem Regal heraus zu verkaufen, und bei denen weiß der/die Leser*in anhand von Rezensionen etc. schon ungefähr, worauf er/sie sich einlässt.
Ich weiß nicht, warum das so ist. In letzter Zeit verkaufe ich hier und da mal ein Buch, aber selten direkt, sondern meist über Amazon oder andere Anbieter … Ist ja auch schrecklich bequem und natürlich freu ich mich über jede*n Leser*in! Und doch hoffe ich, dass die Leser*innen zukünftig den kleinen Umweg über das Kontaktformular oder private Nachricht bei Instagram oder Facebook gehen werden.

Verkaufst du jetzt Katzen im Sack?
Quatsch! Natürlich werde ich im Vorfeld ordentlich Werbung machen. Das wird ein kleines Bombardement an Infos, sehr ausführlichen Leseproben, kürzeren Auszügen und Hintergrundinfos.
Diese Zeit in den sozialen Medien ist dann wahrlich gut angelegt, und ich werde sie definitiv genießen, denn sie hat einen Grund und ein Ziel! Dafür werde ich jede Unterstützung brauchen, die ich bekommen kann!
Die Aufgabe, alle interessierten Leser zu erreichen, wird für mich also noch intensiver als bisher, denn die »Vermarktung« (ich hasse dieses Wort) und Verantwortung liegen allein in meiner Hand!
Für die Zeit nach der Veröffentlichung verspreche ich mir mehr Gelassenheit. Bin ich aktiv, hoffe ich bestenfalls auf neue und interessierte Leser*innen und Reaktionen; bin ich aber faul, nehme mir eine Pause oder sogar die Zeit, an einer neuen Geschichte zu schreiben (verrückter Gedanke, oder?), muss ich mich keinen falschen Hoffnungen hingegeben und kann sowohl meine Erwartungen als auch die sozialen Medien komplett ausschalten. Was in der Konsequenz hoffentlich dafür sorgt, dass ich den herrlichen Zirkus einfach wieder mehr genießen kann. Bevor alles zu einer Art Job wurde (denn kleine Autoren kämpfen jeden Tag dagegen, vergessen zu werden), haben die sozialen Medien Spaß gemacht, und genau da will ich ja auch wieder hin. Less job – more fun.

Freundchen, du fängst jetzt aber nicht das Schludern an, oder? Selfpublisher haben ja in der Öffentlichkeit oftmals einen fragwürdigen Ruf – glotz nicht so, ist selbstverständlich nicht meine Meinung – und ist es nicht verlockend, einfach mal ein Auge zuzudrücken, was Sorgfalt und Umsetzung angeht, wenn man eh nur für eine Handvoll Leute schreibt?
Ich kann versprechen, dass ich noch besessener an der Geschichte, der Umsetzung und der Gestaltung des Buches gearbeitet habe als bisher! Ich werde für diese kleine Auflage alles geben, um sie so gut zu erschaffen, wie ich es mir möglich ist und wie ich es mir selbst erträume.
Aufgrund der geplanten Ausstattung und begrenzten Anzahl werden die Bücher ihren Preis haben müssen und allein aus diesem Grund schulde ich jedem einzelnen Käufer, dass ich mein Bestes gebe und das Buch zu etwas Besonderem mache!

Ich habe allerdings gelernt, dass ich irgendwann an meine Grenzen stoße, denn ich werde nie so perfekt sein, wie ich es gern wäre. Quatsch! Dass ich nicht perfekt bin, weiß jeder, der mich kennt, und ich weiß es eh am besten. Ich meine damit, dass meine Bücher nicht perfekt sind, da sich nach etlichen Monaten Arbeit an dem Text einfach eine Betriebsblindheit einschleicht, und ich die einfachsten Tippfehler nicht mehr sehe, weil mein Hirn ja schon weiß, was da stehen sollte.
Für jemanden wie mich ist es wahrlich schwer, sich das selbst einzugestehen, da mein Anspruch an mich sehr hoch ist, und ich erkennen musste, dass es manchmal einfach nicht genügt. Das nagt an mir und beschäftigt mich …
Auf eine gewisse Weise bin ich dabei, an den Auswirkungen auf mein Selbst zu arbeiten. Was definitiv nicht bedeutet, dass ich nicht 100% gebe oder Tippfehler oder ähnliches abfeiern werde, ganz im Gegenteil. Das ist immer noch äußerst nahrhaftes Futter für den inneren Dämonen.
Auf der Haben-Seite steht allerdings, dass man mit jedem Buch und jeder Geschichte etwas dazulernt, und wie in jedem Handwerk macht Übung den Meister.
Übrigens ist es ein Mythos, dass Bücher großer Autoren bei namenhaften Verlagen, die durch mehrere Lektorats- und Korrekturvorgänge gelaufen sind, fehlerfrei sind. Das soll auf keinen Fall nach einer Entschuldigung klingen … ist es nämlich nicht. Für keine Seite. Wir sind alles nur Menschen.
Ich zähle weiterhin auf die großartige Hilfe von Freunden, auch wenn ich weiß, dass das kein professionelles Korrektorat oder Lektorat ersetzt. Wobei … diesmal habe ich noch größeres Glück als bisher, denn was Virginia Anemona als Testleserin, Korrektorin und Lektorin in Personalunion aus dem Text herausholt, übertrifft meine Erwartungen, die ich an ein professionelles Lektorat/Korrektorat stellen würde, bei weitem.

Dann sei doch mal nicht so knausrig!
Das sagt der, der mietfrei in meinem Hirn wohnt …

Hey! Dafür hast du mich auch schon wiederholt für deine Geschichten benutzt! Wo bleibt mein Scheck?
Das Thema Geld hatten wir doch schon! Ich hatte in einer verzweifelten Phase, als ich den Glauben an alles verloren hatte, sogar daran gedacht, das Buch an einen professionellen Dienstleister zu geben. Aber schau mal:
Ein Korrektorat kostet, werfen wir eine realistische Zahl in den Raum, 3 Euro pro Normseite. Mein Projekt hat ungefähr 330 Normseiten. Das macht 990 Euro für ein Korrektorat.
Und jetzt nehmen wir »Absorption« als Beispiel. Pro verkauftem Buch (über eine Buchhandlung) bleiben vom Verkaufspreis stolze 1,59 Euro bei mir hängen.
Das bedeutet, dass ich 623 Bücher verkaufen müsste, um allein die Kosten für das Korrektorat wieder einzunehmen – und du weißt, dass noch viel mehr Kosten anfallen. Ich werde mein Lebtag nicht diese Anzahl von Büchern verkaufen, gleichgültig, wie viele Bücher ich noch veröffentlichen werde (auch nicht mit Lektorat)! Ich werde auch mit »Projekt M:L« kein Geld verdienen, aber vielleicht gelingt es mir, die Kosten reinzubekommen.

Da kann jetzt jemand von mir aus von Amateurhaftigkeit schwafeln oder mit dem Finger auf den dilettantischen Selfpublisher Ian Cushing zeigen, aber für jemanden meiner Größenordnung ist eine solche Investition schlichtweg unlogisch.
Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Pfennigpfuchser bin und gern Geld für mein Hobby ausgebe, aber es muss in einer vernünftigen Relation stehen.
Und wenn ich es mit etwas Abstand betrachte: So grauenvoll waren meine bisherigen Veröffentlichungen auch nicht, oder? Immerhin wurden sie von der einen oder dem anderen sogar zu All-time-favourites gekürt! Und solche Reaktionen geben mir die Kraft und vor allem Mut, das Ding auf meine Weise weiterhin durchzuziehen, solange meine Buchveröffentlichungen eine One-Man-Show (with great help from my friends) sind.

Die Erkenntnis (auch wenn sie für mich alles andere als neu oder überraschend ist), dass ich niemals hunderte oder gar tausende Bücher verkaufen werde, fühlt sich befreiend an! Zu erkennen, wer man ist und wo man steht, macht den Blick frei und man gewinnt neue Inspirationen, wie man sich in seiner eigenen kleinen Welt bewegen sollte. Und mir hat es neue Kraft gegeben, um mich weiterhin und noch weiter abseits des Mainstreams zu bewegen.
Eines verspreche ich meinen Lesern: Ich werde stets mit Leidenschaft und Hingabe meine Geschichten schreiben, mit Wonne den Genregrenzen trotzen, euch auf düstere Reisen mitnehmen und immer zu 100% Ian Cushing sein.

Und was machst du, wenn du aus Versehen einen Bestseller schreibst und keine Sau jemals davon erfährt, weil niemand seine Meinung kundtut oder eine Buchbesprechung kommt?
Bestseller … echt jetzt, Hank? Ich glaube, du verwechselst mich.
Klar, ich wäre sicher traurig oder enttäuscht, wenn ich kein Feedback in Form von Rezensionen und Meinungen und vielleicht sogar einem Interview oder einer tollen Aktion bekäme, aber du hast recht … ich blockiere meine ursprünglich angestrebte literarische Weltherrschaft durch diesen Weg womöglich selbst. Ich befürchte nämlich, dass es lediglich eBooks als Rezensionsexemplare geben wird. Die Produktionskosten für ein Print-Exemplar schätze ich momentan auf 20 bis 30 Euro; je nachdem, für welche Variante und Auflage ich mich letztendlich entscheiden werde!


Dass man mich kaum vermisst, schon nach Tagen vergisst
Wenn ich längst wieder anderswo bin
Stört und kümmert mich nicht, vielleicht bleibt mein Gesicht
Doch dem Ein‘ oder Andern im Sinn

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Meine Hoffnung ist, dass sich einige Leser*innen finden, die eine Rezension schreiben oder mir persönlich durch eine E-Mail oder Nachricht ein Feedback geben, obwohl sie ihr Taschengeld in den neuen Cushing investieren mussten. Das ist weiterhin wichtig für mich, weil ich ja noch nicht am Ende bin und die ein oder andere Idee noch umsetzen möchte … und ja … will man etwas an den Mann/die Frau bringen, braucht man Aufmerksamkeit!

Falls ich Rezensionen erhalte, werde ich mir (neben der eBooks) sicherlich etwas zum Dank ausdenken, denn kein*e Autor*in der Welt (und schon gar nicht so ein kleiner Fisch wie ich) sollte die Mühe und Hingabe, die die Blogger*innen und Leser*innen in ihre Rezensionen fließen lassen, als gegeben hinnehmen.

Was passiert mit den Büchern, die bereits erschienen sind? Oder die, die vielleicht noch kommen?
Bei »In Ewigkeit«, »Die Träne der Zauberschen« und »Absorption« wird sich nichts ändern. Sie bleiben verfügbar, wie sie sind. Das war damals eine Entscheidung, an der ich festhalte. Es macht jedenfalls keinen Sinn, sie vom Markt zu nehmen, auf eigene Kosten eine Deluxe-Ausgabe zu drucken und zu hoffen, dass jemand zuschlägt, weil diese Bücher die meisten Leser bereits gefunden haben. Ich würde mich allerdings freuen, über die Zeit den Bestand an Eigenexemplaren auf Null zu reduzieren.
Okay, den Traum einer Liebhaber-Gesamtausgabe werde ich weiterhin träumen, aber die sollte dann auch das Gesamtwerk enthalten und so weit bin ich noch lange nicht.

Was mit den kommenden Büchern sein wird? Das ist spannend, denn ich habe absolut keine Ahnung! Das Dasein als Hobbyautor ist ein verschlungener Pfad und ich habe wirklich keine Idee, wohin er mich führen wird. Vielleicht erscheinen sie der Einfachheit halber wieder über Print-on-demand oder als Privatdruck oder bei einem Verlag oder ganz anders! Sollte mein Privatdruck-Experiment scheitern, habe ich bereits einen weiteren Plan in der Tasche, der den Partisanengedanken auf die Spitze treiben wird …

Okay, Cushing. Ich habe mir jetzt gefühlt eine Ewigkeit alles geduldig angehört und muss dir sagen: So schrecklich neu ist dein Gedanke nun auch nicht. Vermutlich enttäusche ich dich, aber du hast das Rad nicht neu erfunden, Fräulein. Vielleicht bist du einfach ein Hasenfuß und lässt dich von deinen Selbstzweifeln verrückter machen als du eh schon bist.
Du bist ein weiser Kerl, Hank, und sprichst natürlich eine Version der Wahrheit aus. Aber es sind große Veränderungen für mich, und ich musste die Gedanken vermutlich vornehmlich für mich selbst formulieren. Ich bereue in keiner Weise, wie ich bisher gehandelt habe, aber ich freue mich darauf, neue Wege zu entdecken. Ich hoffe wirklich, dass meine Ideen, Hoffnungen und Planungen am Ende aufgehen werden, aber letztendlich ist auch das nur ein Schritt auf meinem Weg. Die Zukunft wird zeigen, was ich daraus lernen kann.
Und außerdem wohnst du kostenlos in meinem Kopf, da kannst du dich doch wohl auch mal mit mir unterhalten …


Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort
Hab mich niemals deswegen beklagt
Hab es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt
Nie nach Gestern und Morgen gefragt

Hannes Wader – Heute hier, morgen dort

Entspann dich, Cush! Wird schon werden … Lass uns wieder quatschen, wenn du ein paar konkrete Fakten zu deinem neuen Projekt hast, okay?
Das werden wir definitiv! Es wird aber sicherlich noch einige Zeit dauern. Sobald alles spruchreif ist, und ich endlich über die Veröffentlichung im Detail sprechen kann, werde ich mich bei dir melden! Ich weiß ja, wo du wohnst.


Meine lieben Zuckerperlen! Ihr habt es geschafft und ich danke Euch, dass Ihr meinen Plänen und meiner Psychohygiene gelauscht habt! Einiges wird anders, anderes bleibt gleich … zum Beispiel das Wissen, dass ich ohne Euch nichts wäre.
Auch wenn 2021 für uns alle garantiert nicht so gelaufen ist, wie wir es uns gewünscht hätten, blicke ich voller Dankbarkeit darauf zurück.
Voller Dankbarkeit, dass Ihr da draußen seid; dass Ihr mich nicht vergessen habt; dass Ihr Euch mit mir und den anderen wunderbaren Selfpublishern beschäftigt und uns durch Eure Worte und Reaktionen Flügel verleiht. Nach all den Jahren betrachte ich das immer noch nicht als selbstverständlich, sondern als Geschenk. Und dafür sage ich Euch von Herzen: Danke!

Ich wünsche ich Euch einen guten Start ins neue Jahr und vor allem Gesundheit. Körperlich und seelisch. Passt auf Euch auf!
Ian.