Mein Fazit: Da hast du aber wieder was zu Papier gebracht, lieber Ian. Dass ich Fan von deinen Covern bin, weißt du mittlerweile, so auch dieses.
Die düstere Geschichte lässt einen schwer aufatmen, denn Josef begibt sich in schwierigen Situationen/Ecken, denn die Welt ist nicht mehr die, die sie einst war. Josef hilft wo er kann, und dies zeigt er gleich zu Beginn der Geschichte. Dabei erlitt er selbst schwere Verluste und doch klammert er sich an einem Funken Hoffnung fest, denn er muss ein Versprechen einlösen um jeden Preis, dies lässt ihn ständig neue Kraft schöpfen.
Auf seiner Reise trifft er auf Keule, einen jungen Jugendlichen, jeder gebeutelt von seinem Erlebten, und doch erfahren sie gegenseitig neue Informationen. An Emotionen erlebt man so einige. Angst machen heißt Macht haben, und dies versuchen bestimmte „Menschen“ auszuüben – da ist jedes Mittel recht: Mord, Folter, Plünderungen usw.
Es ist eine Dystopie, doch könnte so manches garnicht so abwegig sein. Dieses Buch wird einem noch eine Weile in Gedächtnis bleiben .
Für die Mehrheit der Menschen war es der letzte Tag – für ihn war es der letzte gute Tag …
… als er während seiner ausgelassenen Geburtstagsfeier mit einem Schlag in eine Apokalypse hinein katapultiert wird. Sein einziger Sohn kommt dabei ums Leben, seine Frau wird schwer verletzt in ein unbekanntes noch funktionierendes Krankenhaus abtransportiert. Danach verliert sich ihre Spur. Vier Jahre nach der Katastrophe gibt er nicht auf sie zu suchen, ist fest davon überzeugt, dass sie noch am Leben ist. In einer scheinbar intakten Gemeinschaft, die mit mageren Ergebnissen versucht Nahrungsmittel zu züchten, es sich bei ihr keineswegs um eine sichere Zuflucht handelt, geht das Gerücht um, dass sie angeblich in einer entfernten weiteren Siedlung untergekommen sein soll.
Dieser Roman – unterbrochen von wehmütigen Rückblenden aus einem längst vergangenen Leben – nimmt seine Leser von der ersten Seite an auf eine Reise durch die zerstörte Welt bis zum ergreifenden Finale mit : Hass, Wut, Verzweiflung, Elend, Entbehrungen werden sehr emotional beschrieben, wie auch der winzige Funken Hoffnung dort draußen irgendwo den vermissten geliebten Menschen zu finden. Und dass gerade darin so etwas wie noch ein Lichtblick im aschgrauen Himmel zu erkennen ist, unterscheidet diese Geschichte deutlich von Cormac McCarthys „The Road“.
Mich hat die erste Szene mit den alten gebrechlichen Menschen in einem der heruntergekommenen Häuser beeindruckt, vor allem wie Josef mit ihnen umgeht, sagt viel über seinen Charakter aus. (In Ausnahmesituationen zeigt der Mensch wie er wirklich ist). Josef gelingt es seinen inneren „Werwolf“ im Zaum zu halten. Was nicht heißt, dass er nicht imstande ist, sich gegen jene „Werwölfe“, zu verteidigen, die sich nicht im Griff haben, wobei Action-Szenen sich erfreulicherweise im Hintergrund halten und nur an den Stellen auftauchen, wo es unvermeidlich wird.
Denn es geht nicht ausschließlich um grausig blutige Schilderungen über „Folter, Mord und Todschlag“, sondern ebenso um die Option des Miteinanders (ich denke an die liebenswerte Schnodderschnauze Ben-Keule), sowie um den seelischen Zustand eines Menschen, dessen heile Welt so plötzlich aus den Fugen geraten ist, und der nur ein einziges Ziel vor Augen hat: seine geliebte Jenny wann und wie auch immer zu finden – ein Versprechen, dass er ihr noch in der Minute gab, als sie schwer verletzt von ihm getrennt wurde.
Jenny, sie dominiert seine Erinnerungen – die einzige wahre Liebe – romantische Erinnerungen. Mir persönlich mit Apfelbaum und Gitarre etwas zu „romantisch“. Andererseits dürfte in seiner fast aussichtslosen Lage „etwas zu romantisch“ angebracht sein, und vielleicht ist es sogar viel mehr als die Liebe zwischen Mann und Frau – die unausweichliche Verschmelzung zweier Seelenverwandter (Amsel, ich höre sie singen).
Ob letztendlich für den Protagonisten doch noch ein weiterer guter Tag anbricht, mögen die geneigten Leser nun selbst herausfinden.
Meine Empfehlung mit fünf verdienten Sternen hat er!
„Der letzte gute Tag“ von Ian Cushing. ‼️Ihn und seine Romane persönlich kennenlernen : Beim „Fest der Bücher“ in Einbeck am 21.6.2025.
Dystopien gehören normalerweise nicht zu meinen Lieblingsgenres – umso überraschter war ich, wie sehr mich „Der letzte gute Tag “ in seinen Bann gezogen hat. Ian Cushing entwirft eine düstere, aber erschreckend plausible Zukunftsvision, in der gesellschaftliche Entwicklungen , die aktuelle Weltlage und KI eine zentrale Rolle spielen. Das Szenario wirkt durchdacht und aktuell.
Was ich an Cushings Romanen besonders schätze – und was auch hier immer wieder aufblitzt – sind die gelungenen Dialoge, der subtile Witz und die spannenden Dynamiken zwischen den Figuren. Diese Momente, in denen Charaktere aufeinandertreffen und interagieren, sind für mich die stärksten Passagen des Buches. Davon hätte ich mir mehr gewünscht – über weite Strecken war mir das Szenario zu düster. Dennoch passt beides gut zur erzählten Welt und ihrer Atmosphäre.
„Der letzte gute Tag“ ist eine intensive, nachdenklich stimmende Lektüre, die ich trotz meiner üblichen Distanz zum Genre sehr genossen habe.
Fazit: Ein dichter, kluger Roman mit starken Figuren und einem großartigen Schlussakt. Sehr lesenswert – nicht nur für eingefleischte Dystopie-Fans.
Vorweg muss ich eines sagen: Ich bin absolut kein Fan von Dystopien. Endzeitszenarien sind für mich schlimmer als jeder Horrorfilm und belasten mich ungemein. Dennoch las ich „Der letzte gute Tag“ – Ian Cushing schreibt nämlich nicht nur außergewöhnlich gut; der Mann webt Teile seiner Seele in die Worte ein und ich fand mich schon oft darin wieder. Also, auch wenn das Setting nicht meins ist, vertraute ich auf das Können Cushings. Und wurde nicht enttäuscht.
Die Trostlosigkeit dieser fiktiven Zukunftsversion war nahezu greifbar. Schon von Beginn an spielte der Autor mit meinem Emotionen – ein Widerspiel aus Hoffnung und Hoffnungslosigkeit par Excellence. Ein verzerrter Spiegel der aktuellen Welt – inklusive unheimlich viel Dreck drauf, der nicht mehr abzukratzen ist. Inmitten einer zerstörten Welt hat man einen liebenswerten Protagonisten mit einer Mission. Und natürlich auch Gefahrensituationen..
Viel mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen. Oder nein, erwischt, ich würde liebend gern mehr darüber berichten – doch möchte ich keinem Leser etwas von dieser Lesereise nehmen. Selbst, wenn ich jetzt etwa beschriebe, an welchen Passagen mir sogar Tränen in den Augen standen, würde ich zu viel Preis geben.
Doch ist meine Rezension kein einziger Lobgesang: auch Kritik findet hier Platz: Zum einen kann ich es nicht leiden, wenn Autoren*innen ihre persönliche politische Meinung einbinden müssen. Insbesondere King lässt mich da mittlerweile fuchsig werden. Es geht nicht darum ob ich diese Ansichten teile oder nicht teile – Politik ist für mich persönlich sehr wichtig, dennoch möchte ich, wenn ich etwas zum Vergnügen lese, nicht belehrt oder zur Bekehrung genötigt werden. Leider fand man hier den erhobenen Zeigefinger.
Dazu zog sich gen Ende alles ein wenig. Die letzten Seiten sind rund, doch empfand ich den letzten Weg als etwas mühsam.
Nichts desto trotz ist „Der letzte gute Tag“ eine empfehlenswerte Geschichte, die berührt und zum Nachdenken anregt.
Liebe Zuckerperlen und Lichtbringer, was wäre ein guter Stammtisch ohne das leidige Thema Politik? Ein friedlicher, vermutlich.
In knapp einem Monat ist Bundestagswahl. Warum? Weil die Politiker den Herrn der Ringe nicht gelesen – oder zumindest nicht verstanden – haben. Wenn Sauron seine hässliche Fratze erhebt, seine debilen – aber agilen – Horden durchs Land und das Internet marodieren, der Schönheit des Auenlandes und Vielfältigkeit des Lebens den Kampf ansagen, müssen sich Elben, Zwerge, Hobbits und Menschen nun einmal zusammenreißen und an einem Strang ziehen. Genau das hat unsere aktuelle Regierung in meinen Augen versäumt. Anstatt gemeinsam zu arbeiten, haben sie sich unentwegt Knüppel zwischen die Beine geworfen. Und das ist etwas, was ich ihnen etwas übelnehme. Es gibt schließlich eine Bedrohung, die größer ist, als das Ego des Einzelnen.
Die stärkste Waffe der blau-braunen Orks ist das Internet. Die Möglichkeiten, Hass und Zwietracht zu säen, Fake News und konservativ-nationalistische Hetze zu betreiben, sind schier unerschöpflich. Und es ist grausam anzusehen, wie ein großer Teil der Menschen bereitwillig dafür sorgt, dieses Klima des Hasses und der Ausgrenzung nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch immer mehr in der realen Welt zu verbreiten.
Aber wir sind klüger, oder? Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. WIR sind die Gefährten, die der blonden Saurine und ihren Horden den Ring verweigern. WIR sind Dumbledores Armee, die für Werte eintritt, die die Todesser abgeschafft sehen wollen, weil sie selbst kein Herz haben. WIR sind die Winston Smiths, die gegen die große Schwester rebellieren. WIR sind die Guy Montags, die gegen die selbstgewählte Verdummung der Bevölkerung anschreiben. Und DIE sind garantiert nicht Pippi Langstrumpf. Sie werden sich ihre Welt nicht machen, widdewidde wie sie ihnen gefällt. Weil wir mehr sind. Weil wir laut sind. Weil wir Menschen sind.
Fallt nicht auf die Rattenfänger rein. Sie spielen lediglich die Klaviatur der Emotionen hoch und runter, aber auch sie werden keine Lösung für die vielfältigen Probleme haben. Das wird spätestens dann deutlich, wenn sie irgendwann mitregieren. Und auf ewig wird sich das nicht verhindern lassen. Im besten Falle wäre das auch ein Schritt dahin, dass die sogenannten Protestwähler erkennen, dass oppositionelles Sprücheklopfen und provokante Hetze (ohne selbst in der Verantwortung zu stehen) eben doch nur heiße Luft sind und man auch nur mit Wasser kocht. Dennoch fühlt es sich so an, als würde man Dracula freiwillig in sein Schlafzimmer hineinbitten. Kommen nie was Gutes bei rum. War schon 1933 so und wird vermutlich auch diesmal den Grundstein für ungewollte und inakzeptable gesellschaftliche Veränderungen legen.
Doch vorerst werden viele einer Partei folgen, die vom Verfassungsschutz als ein rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wurde. Und in zehn Jahren werden WIR und DIE nicht sagen können: »Davon haben wir nichts gewusst.« Wir schauen alle bereits zu. In der Straßenbahn, in den Nachrichten, im Internet.
Mit der Politik muss niemand grundsätzlich einverstanden sein. Bin ich ja auch nicht immer. Politik ist komplex. Vermutlich so komplex, dass die Meisten von uns (mich inkludiert), nicht alles erfassen können, was hinter allen möglich Entscheidungen für diplomatische Kompromisse stecken. Da ist Vertrauen der Schlüssel.
Doch aufgrund einer gefühlten – und von bestimmten politischen Parteien geschürte – Unzufriedenheit die Menschlichkeit und Vernunft, den Anstand und Respekt deswegen über Bord zu werfen … das ist eine Grenzüberschreitung, die wir niemals tolerieren dürfen.
Seid vernünftig. Geht wählen. Verhindert Faschismus, Hetze und Vertreibung.
In diesem Sinne … Nie wieder Nazis an die Macht! Ian.
Bevor ich das Haus betrete, klopfe ich die Asche von den Kleidern. Es ist nach alter Zeitrechnung vermutlich zwei Uhr nachmittags. Und dämmrig. Wirklich hell wird es tagsüber nicht mehr. Die Tage werden dominiert von einem trüben Grau, das nicht nur das Licht, sondern auch die Farben der Welt verschluckt. Je nach Jahreszeit – wenn man an diesem altmodischen Denken festhalten will – ist das graue Dämmerlicht heller und damit erträglicher. Das wird vermutlich im Sommer sein. Aber davon sind wir weit entfernt. Die Nächte sind sternenlos. Unendlich. Tiefschwarz. Doch wenn das Endzeitleuchten den Himmel erhellt, verdrängt das Grau für Sekunden sogar die allumfassende Schwärze. Ich stemme mich gegen die Eingangstür des Vierfamilienhauses. Sie ist verzogen und es macht Mühe, sie zu öffnen. Niemand könnte das Haus unbemerkt betreten, denn das Öffnen entlockt dem Holz einen lauten Schrei. Zumindest klingt das Geräusch – eine Mischung aus Quietschen und Knarren – wie der gequälte Aufschrei einer Katze. Die Haustür lässt sich nicht abschließen, gleichzeitig niemanden unbemerkt hinein; gleichwohl sitzt eine Wache dahinter. Die Zeiten sind unsicher. Ich trete in den Hausflur und stoße ein Seufzen aus. Ich verabscheue den Kerl in dem alten Sessel. Er besitzt kein Mitgefühl und keinen Anstand, dennoch hebe ich meine Hand und grüße. Weder höflich noch unhöflich. Nichts weiter als ein emotionsloser Gruß. Er grüßt nicht zurück. »Solltest mal zackig ins Zimmer 113 marschieren, da is’ bald zappenduster«, informiert er mich und grinst. »Zimmer 113 hat einen Namen«, entgegne ich scharf. »Schön für sie.« Er widmet sich einer zerfledderten Illustrierten, die vor vier Jahren zum letzten Mal über belanglose Neuigkeiten aus der Welt der Schönen und Reichen informiert hat und jetzt eine verzichtbare Erinnerung an eine verschwundene Welt ist. Zimmer 113. Seit meinem fünfzigsten Geburtstag existieren in der Welt immer weniger Namen. Die Menschheit, beziehungsweise was davon übriggeblieben ist, hat sich in zwei Lager gespalten: In diejenigen, die sich an ihre Mitmenschen klammern und Schutz, Trost und Aufgaben innerhalb einer festen Gemeinschaft suchen; die Strukturen brauchen, die geführt werden wollen. Und in diejenigen, die sich nicht an Personen oder Orte binden; die wandern, suchen oder fliehen. Drifter. Ich bin ein Wanderer zwischen diesen Welten. Ich kultiviere den Abstand zu meinen Mitmenschen, baue Mauern, bleibe auf Distanz. Ich verzichte auf Strukturen, die erfolglos das alte Leben imitieren wie Erbsenbrei ein Steak. Ich suche keine Nähe zu den Menschen, um mich an deren Schultern auszuweinen oder ihre Hände zu halten. Ich will ihre Namen nicht kennen, ihre Geschichten nicht hören. Ich frage nichts Persönliches, ich erzähle nichts Persönliches. Dieses Verhalten entspricht nicht meinem eigentlichen Charakter. Diese grundlegende Veränderung war keine bewusste Entscheidung; der Prozess geschah einfach. Unkontrollierbar, als verwandelte mich das Erscheinen des Vollmonds in einen Werwolf. Dieser Werwolf ist allerdings für niemanden gefährlich, er existiert ausschließlich zu meinem Schutz. Er warnt mich vor komplizierten Beziehungen und Situationen, die mein Ziel gefährden und ich höre auf ihn, da er sich selten irrt. Es ist ein psychologischer Mechanismus, den ich begrüße, denn ich bin auf der Suche und überzeugt, dass sie nur erfolgreich endet, wenn ich allein bin und bleibe. Doch manchmal durchbricht ein Lächeln die Mauer; ein Blick überbrückt die Distanz. Meist, wenn ich Orte wie diesen erreiche. Und Menschen wie sie treffe. Sie verdienen, bei ihren Namen genannt zu werden. Sie verdienen, dass man ihre Geschichten hört und die eigene mit ihnen teilt. Treffe ich Menschen wie sie an Orten wie diesem, verwandle ich mich in mein altes Ich. Ich habe erneut keinen Einfluss darauf; wie ein Werwolf, der wieder zum Menschen werden muss, sobald der Vollmond hinter dem Horizont versinkt. Ich steige die Treppe hinauf in die erste Etage. Links und rechts liegt je eine Wohnung, die Wohnungstüren sind lediglich angelehnt. In der rechten Wohnung hänge ich meine Jacke und den Rucksack an die Garderobe und stecke mein Device in die Gesäßtasche. Ich werde es brauchen. Irgendwann nannte man die Smartphones, Tablets und Laptops nur noch Device. In der Werbung, im Alltag. Es wurde zwischen den Geräten nicht mehr unterschieden, alle waren ein Device; und jeder hat die Bezeichnung für die unverzichtbaren elektronischen Geräte übernommen. Das Zimmer 113 befindet sich in der linken Wohnung im ersten Stock. Diese Wohnung verfügt über drei Zimmer, Küche und Bad. In allen drei Räumen leben alte und gebrechliche Menschen. Nicht ganz korrekt. In allen drei Räumen sterben alte und gebrechliche Menschen. Ich begrüße die beiden anderen Bewohner heute nicht, sondern steuere direkt auf das hintere Zimmer, vermutlich war es früher das Kinderzimmer, zu. Vor der Tür verharre ich für einen Moment. Stimmt es eigentlich, dass die Menschen zuerst sterben, die einem etwas bedeuten? Oder empfindet man es so, weil man deren Tode zu wichtig nimmt und die Tode derer, die man nicht ins Herz geschlossen hat, lediglich eine Randnotiz sind? Wir machen selbst da Unterschiede, wo der Tod keine macht. Ich klopfe an. Erst nachdem ich eine müde, unverständliche Stimme vernehme, drücke ich die Klinke hinunter. Die Tür hängt verzogen im Rahmen. Ein sanfter Stoß mit der Schulter lässt sie aufschwingen. Das Zimmer spiegelt die Pflegeheime der alten Welt im Negativ. Was früher sauber und steril war, ist in der neuen Welt schmuddelig, verbraucht und muffig. Die geborstenen Fensterscheiben sind mit Pappe und Brettern vernagelt. Das einzige intakte Fenster lässt einen Schimmer grauen Lichts hinein. Es wird selten gelüftet, um die Asche fernzuhalten, und doch ist alles mit einer grauen Schicht überzogen. Sogar das Gesicht der bettlägerigen Dame. Asche findet immer einen Weg, unsere Gesichter zu bedecken. Asche ist die Totenmaske der neuen Welt. Ich greife nach einer Kerze und entzünde den Docht mit einem Streichholz.
INHALT Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Die Asche der Zivilisation hat ein graues Leichentuch über ihr ausgebreitet.
Ein Mann ist seit Jahren auf seinem einsamen Weg durch die Ödnis – von dem unerschütterlichen Willen angetrieben, ein Versprechen einzulösen, von dem er nicht weiß, ob es noch einzulösen ist.
Auf seiner verzweifelten Suche begleiten ihn seine Gefühle und Gedanken, sein Schmerz, und als er sich gegen seine Überzeugung mit einem weiteren Überlebenden anfreundet, geraten beide in tödliche Gefahr.
»Ich gebe nicht auf, bis ich sie gefunden habe. Oder bei dem Versuch sterbe.«
»Der letzte gute Tag« erzählt bildreich und poetisch, aber auch schonungslos realistisch eine Geschichte von Liebe, Beharrlichkeit und Hoffnung in einer apokalyptischen Welt.
HARDCOVER Privatdruck ohne ISBN Limited Edition zum »Fest der Bücher« 10 Exemplare Erstveröffentlichung: 21.06.2025 Druck von CPI books Verlag: Selbstverlag / Selfpublishing 328 Seiten; Preis: 30,00 Euro
eBOOK ASIN: B0F4KZQ3W3 Erstveröffentlichung: 16.04.2025 Preis: 4,99 Euro; exklusiv bei Amazon; auch im Kindle-Unlimited-Abo enthalten! Shop: Amazon
LESEPROBE Werft einen Blick in mein Buch »Der letzte gute Tag«.
REZENSIONEN Tausend Dank an alle Leser*innen und Blogger*innen, die mir ihre Zeit und Unterstützung schenken! Ohne Euch wären wir Selfpublisher nichts!
Liebe Zuckerperlen und Lichtbringer, Jahreswechsel heißt bei mir meistens auch Jahresrückblick. Und da kam mir die spontane Idee, einen Stammtisch daraus zu machen. Was gibt es Schöneres, als mit Freunden das Jahr Revue passieren zu lassen?
Nun, wie war mein Jahr? Durchwachsen. Obwohl sich das Schreibjahr (eigentlich war ein Überarbeitungsjahr) sehr schleppend anfühlte, habe ich es geschafft, im Januar MISSION: LICHTBRINGER als Taschenbuch zu verschicken und im Juli erblickte die (in meinen Augen) wunderschöne Neuauflage von IN EWIGKEIT das Licht der Welt. Beides fühlte sich richtig an und ich bin glücklich, diese Projekte durchgezogen zu haben. Dass auf die Veröffentlichungen kaum Reaktionen erfolgten, ist bedauerlich für mich und mein kleines Autoren-Ego, aber …
… wer wenig Werbung macht, wer nicht ständig in den sozialen Medien präsent ist, wer nicht andere ins Boots holt und um seine Veröffentlichungen einen Hype kreiert (z. B. ein Coverflashmob), geht unter. Bin ich mir dessen bewusst? Natürlich, ich bin ja ein smartes Kerlchen. Ich weiß, dass dort meine Schwäche liegt. Daher verbietet es sich auch automatisch, laut darüber zu weinen, und das werde ich niemals tun. Doch die Zeit, die die Durchführung eines solchen Nebenprojekts kostet, habe ich lieber …
… in mein neues Projekt gesteckt. Ohne Frage ist es mein ambitioniertestes Projekt. Sowas sagt jeder Autor über sein neues Buch, aber es stimmt tatsächlich. Aktuell liegt »DlgT« in Lauerstellung bei meiner Testleserin. Im Januar wird sie sich das Buch vorknöpfen und ich fiebere ihrer ehrlichen Reflexion entgegen. Was dann passiert, werden wir sehen. Je nach Rückmeldung könnte alles ganz fix gehen oder eben nicht. Ich weiß, dass meine dystopische Erzählung das Potential hat, die Leser*innen zu fesseln, zu unterhalten und food for thought bietet. Ich weiß auch, dass sie meine Handschrift trägt, und das bedeutet einen gewissen Reibungsverlust, denn ich bin kein Mainstream. Manchmal steht man der literarischen Weltherrschaft selbst im Weg und ist auch noch stolz drauf. Darauf trinke ich heute Abend einen goldenen Freund.
Und sonst so? Stammtisch! Die Idee ist gut. Die Reaktionen auf die Ankündigung war überwältigend. Und als es dann soweit war, kristallisierte sich ein kleiner, aber harter Kern heraus. Danke an meine wundervollen Stammgäste! Dass Ihr Eure Zeit und Energie aufgebracht habt, um meine Texte zu lesen und mit Eurer Meinung zu reagieren, bedeutet mir wirklich viel! Ich habe neue, tolle Autoren*innen und Ansichten kennenlernen dürfen. So habe ich es mir gewünscht! Es war toll, Eure Meinungen zu lesen und Eure Perspektiven waren interessant und lehrreich. Doch wo sind die anderen? Vielleicht waren die Art der Umsetzung oder die Themen nicht interessant? Vielleicht sind die Beiträge im Instagram-Nirvana auch untergegangen. Ich habe nie erwartet, dass man mir die Bude einrennt, aber vielleicht habe ich mir etwas mehr Beteiligung erhofft. Ich habe noch einige Themen in der Pipeline, über die ich mich sicherlich im Rahmen des Stammtischs noch auslassen werde, aber der Stammtisch tritt in meiner Priorität einen Schritt zurück.
Mein Lesejahr 2024 war gut. Von Klassikern (Eichendorffs »Aus dem Leben eines Taugenichts«, Hemingways »In einem anderen Land«,) über literarische Werke (Nakamuras »Die Flucht«, Murakamis »Die Stadt und ihre ungewisse Mauer«, Ruiz Zafóns »Der Friedhof der vergessenen Bücher«), Experimente (Tobias Schlegls »Schockraum« – sicherlich eines meiner Top-3-Lesehighlights des Jahres) bis hin zu selbstverlegten Büchern (Ilona Arfaouis »Die Kinder der Nacht« – definitiv in den Top-3-Lesehighlights des Jahres, Michael Leuchtenbergers »Pfad ins Dunkel«, Michael P. Kraus »Ragins Reisen«) war alles dabei. Auch ein, zwei verzichtbare Bücher haben sich eingeschlichen (»Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt« hatte seine Momente, ist aber komplett überbewertet, »Der Pfahl« von Richard Laymon war so ziemlich die übelste Zeitverschwendung, die jemals zwischen zwei Buchdeckel eingesperrt wurde. Meinen Jahreswechsel verbringe ich mit Murakamis »1Q84«. Ich habe mal ein Foto angehängt, auf denen alle fünfzehn gelesenen Bücher zu sehen sind, falls es Euch interessiert.
Ein Foto meiner musikalischen Vorlieben hänge ich auch noch an … ich denke, die diesjährige Auswahl an Bands beschreibt mich ganz gut.
Und zu guter Letzt haue ich die obligatorische Bilanz des Jahres raus. Verkaufte Bücher: 14 | Einnahmen: 216,19 Euro | Ausgaben: 241,39 Euro. Und wieder ein Jahr, in dem ich keine schwarzen Zahlen schreibe, was an den Probedrucken und dem Porto liegt.
Mir bleibt jetzt nur noch eines zu sagen: Danke! Danke, dass Ihr mich wahrnehmt und meine Geschichten lest. Danke, dass Ihr mir Eure Geschichten, Freundschaft und Kollegialität schenkt. Ohne Euch wäre das Leben nicht so wertvoll.
Was wird Euch von 2024 im Gedächtnis bleiben? Erzählt uns von Euren Hochs und Tiefs. In den Kommentaren oder falls Ihr eigene Rückblicke verfasst habt, verlinkt mich, damit ich sie sehe und teilen kann! Wenn Ihr denn mögt!
In diesem Sinne … Danke für 2024. Kommt gut in das neue Jahr, bleibt gesund und vergesst mich nicht! Ian.
Nach »Caspars Schatten« und »Die Empfänger« habe ich nun auch endlich »Pfad ins Dunkel« von Michael Leuchtenberger gelesen.
»Pfad ins Dunkel« ist eine Fortsetzung von »Caspars Schatten« und auch wenn man beide Bücher unabhängig voneinander lesen kann, empfiehlt es sich, beide zu kaufen und zu lesen. Das beglückt nicht nur den Autoren, sondern sorgt für noch mehr Lesevergnügen.
Michael Leuchtenberger nimmt uns mit auf den Appalachian Trail und wir lernen zuerst die verschiedenen Charaktere kennen, ihre Beweggründe, auf diesen Trip zu gehen. Es liest sich wie ein unterhaltsames Buch über eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Wanderern. Lange geschieht nichts Außergewöhnliches und dennoch ist es sehr unterhaltsam geschrieben und gut erzählt. Die Charaktere und ihre ihre Erlebnisse sind gut beschrieben und es hat mir als bekennender Wandermuffel großes Vergnügen bereitet, dieser Erzählung zu folgen.
Als Caspar zu der Gruppe stößt, verändert sich alles. Er hat eine übersinnliche Begabung und ist Teil einer Geheimgesellschaft und allgemein ein komischer Kauz. Nicht sehr zugänglich, überheblich und auf gewisse Weise unsympathisch. Mag sein Ansinnen (und das der Geheimgesellschaft) durchaus noble Züge tragen, scheut Caspar nicht davor zurück, seinen Widersachern mit seinen Fähigkeiten zu schaden. Besonders eindruckvoll und gut fand ich den Teil der Geschichte, als zwei Personen in einem psychedelischen Part um ihr Leben fürchten müssen.
Was der Autor schafft, ist das, was Stephen King groß gemacht hat: Ausführliche und detaillierte Schilderungen des Alltags, des Normalen »lullen« den Leser ein, bis ein Ereignis oder eine Person alles auf den Kopf stellt und das Übernatürliche Einzug hält. Eine Herangehensweise, die aufgrund des Stils des Autors, von mir als herrlich oldschool wahrgenommen wird. Davor ziehe ich definitiv meinen Hut!
Ich weigere mich, »Pfad ins Dunkel« mit dem Begriff »Horror« in Verbindung zu bringen, denn was man allgemeinhin als Horror bezeichnet, findet hier nicht statt. Zumal ich auch Stephen King nicht in die Horror-Schublade stecken würde. Michael Leuchtenberger erschafft eine unterhaltsame Geschichte mit einem leisen Grusel und einer gehörigen Portion Mystery. Mehr King und Akte X als kettensägenschwingende Psychopathen und andere Abartigkeiten.
Es ist kein Geheimnis, dass ich die Bücher von Michael Leuchtenberger sehr mag und auch »Pfad ins Dunkel« macht da keine Ausnahme. Tolle Geschichte, glaubwürdige Charaktere und das Phantastische. Da schlägt mein Herz gleich höher.
Umgesetzt ist das Buch, wie auch die anderen, die ich bisher von ihm gelesen habe, einwandfrei. Keine Tippfehler, angenehmer Buchsatz. Ein Paradebeispiel, mit wie viel Liebe und Sorgfalt es im Selfpublishing zugehen kann.
Wer auf leisen Grusel und Mystery steht und spannende Geschichten lesen möchte, ist mit den Büchern von Michael Leuchtenberger bestens bedient.
[Es handelt sich bei »Meinen Gedanken zu anderen Büchern« stets um meine rein subjektive Meinung als Leser und ich schreibe sie freiwillig auf, weil mir danach ist.]